Ein zweifelhaftes Erlebnis …

… hat man mir als Geburtstagsgeschenk beschert. Weil ich Aufmerksamkeiten zu Geburtstagen überhaupt nicht mag (das ist aus meiner Sicht ein ganz persönlicher Tag) antwortete ich auf Fragen meiner Kollegen wie immer trotzig. Und weil die Kollegen nun gar keine Ahnung hatten, was sie mir „Gutes“ tuen könnten, besorgten sie einen Gutschein für eine Übernachtung im Bunker der Staatssicherheit. „Das reality Erlebnis“

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Darauf habe ich heute gar keine Lust, drücken kann ich mich jetzt aber nicht mehr. Anderseits schützt mich der Gutschein vor einer Geburtstagsfeier in der lieben Verwandschaft, denn ich bin ja aktenkundig verhindert. Wie so oft hat jede Medaille ein Vorder- und Rückseite.

Ach ja … und ein Gutschein für ein Bierseminar als Wiedergutmachung, haben die Kollegen noch dazu gelegt.

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So langsam stelle ich mich seelisch und moralisch auf einen Ausflug in die Vergangenheit ein. Ich werde ganz sicher hier berichten wie es gewesen ist.

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Ein paar Utensilien aus der Zeit in der ich noch als „Krieger“ durch die Welt ging, habe ich noch.

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Schlemmerei im Frühling

Das Fasten im Kloster Donndorf ist nun auch wieder Geschichte und doch klingt es noch einige Zeit nach. Der Körper entgiftet noch etwa 2 Wochen, ohne das man es bemerkt. Der Bratapfel am Freitag, zum traditionellen Fastenbrechen, war ein Gaumenerlebnis der besonderen Art.

So oft gibt es bei uns keinen Bratapfel, schon aus diesem Grund ist es etwas besonderes. Der Koch hatte das Kerngehäuse fachmännisch entfernt und die nun entstandene Vertiefung mit Zucker, Zimt und gehackte Mandeln gefüllt. Hmmm!

Das Wetter im Frühling verwöhnt uns jetzt wieder über Tage hinaus. Mich wunderte es also nicht, als der Nachbar am Freitagabend vor der Tür stand und uns zum Grillen am Samstag überreden wollte. Wie aus der Pistole geschossen sprudelte meine Antwort mit dem klaren „NEIN“  von meiner Zunge. Wollte ich doch nicht gleich die hart erarbeitete Erleichterung meines Körpers, der Thüringer Rostbratwurst vor die Füße werfen.

Und doch lockte das Angebot, bei gutem Wetter mit den nachbarlichen Freunden am Grill zu klönen. Ich brauchte eine Lösung. Meine Frau nahm ein vegetarisches Kochbuch aus dem Regal und hielt mir ein Rezept unter die Nase!

Also echt mal … so einfach und trivial kann nur Frau denken! Ich trauerte um mein schönes Problem, das sich unwiederbringbar in Luft aufgelöst hat. Aber nun zum Rezept:

Türkische Kebabs

Zutaten für die Sauce:

  • 4 EL Olivenöl
  • 3 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 425 g Kichererbsen aus der Dose, abgespült und abgetropft
  • 300 g Naturjoghurt
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Chilipulver
  • Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Zutaten für den Kebabs:

  • 1 Aubergine
  • 1 rote Paprika, entkernt
  • 1 grüne Paprika, entkernt
  • 4 Eiertomaten
  • 1 Zitrone, geachtelt
  • 8 kleine Lorbeerblätter
  • Olivenöl, zum Einfetten

Für die Soße wird das Oel in einer kleinen Pfanne erhitzt. Die klein gehackten Zwiebeln und der Knoblauch werden darin bei mittlerer Hitze und gelegentlichen Rühren, ca. 5 Minuten goldbraun gedünstet.

Die Kichererbsen, Jogurt, Kreuzkümmel, Chilipulver und die Zwiebel-Knoblauch-Mischung mit dem „Zauberstab“ zu einer sämigen Masse verarbeiten. Die Masse in eine Schüssel geben und mit Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer abschmecken. Abdecken und bis zum Servieren kalt stellen.

Die Sauce sieht jetzt aus, wie schon mal verdaut. Man sollte also den Gaumen und der Zunge Glauben schenken.

Für den Kebabs das Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden und gleichmäßig auf die Grillspieße verteilen. Holzspieße sollten vor der Verwendung in Wasser eingeweicht werden. Die Spießenden jeweils mit einem Lorbeerblatt und 1 Zitronenachtel krönen.

Die Spieße mit Olivenöl bestreichen und unter häufigem Wenden 5 – 8 Minuten über dem heißen Holzkohlegrill oder in einem vorgewärmten Backofen garen.

Inzwischen die vorbereitete Sauce vorsichtig erwärmen und mit den fertigen Spießen servieren.

Das schmeckt fantastisch. Die warme Zitrone gibt dabei gern ihren Saft an die anderen Gemüsesorten ab. Hat man 3 dieser Spieße genossen, kann der Duft einer köstlichen Thüringer Bratwurst nichts mehr ausrichten.

 

Bin mal wieder im Kloster

Nein. Kein richtiges Kloster. Die ständigen Leser in diesem Blog wissen schon das es sich um ein ehemaliges Kloster handelt, das heute als ländlichen Heimvolkshochschule Thüringen geführt wird. Dort zieht es mich immer wieder hin.

Die Bilder sind übrigens aus dem Archiv, wie man sehen kann, denn die Vegetation ist noch nicht ganz so weit wie hier gezeigt.

Das Thema ist Dinkelfasten nach Hildegard von Bingen. Im letzten Jahr hat mir es hier nicht nur gut gefallen, sondern tat mir und meinen Körper richtig gut.

Es schrie förmlich nach Wiederholung! Nur … diesmal kam ich nicht so glimpflich weg wie im letzten Jahr, denn meine bessere Hälfte klagte ihr Recht ein, mit zu kommen. Dagegen konnte ich mich nun wirklich nicht mehr wehren.

Nach 2 Tagen Vorbereitungszeit packten wir heute das Auto voller Klamotten und Utensilien und machten uns auf den Weg ins Kloster Donndorf. Das ist etwa eine Autostunde von Erfurt Richtung Norden.

Wir bezogen unsere Zellen und schon begann die Begrüßung und Einführung ins Fasten als Ausleitungsverfahren.

Da wird man gewogen, von einem „Körperfett Analysegerät“! Das spuckt dann aus:

  • Gewicht
  • BMI
  • Grundumsatz
  • Fettanteil (%)
  • Fettmasse
  • Fettfreie Masse
  • Körperwasser
  • Idealbereich

Was solch eine Waage alles zu wissen vortäuscht! Nicht fassbar!

Das Abendessen ist der Hohn! Wenn auch schmackhaft. Diesmal habe ich Verstärkung von weiteren 3 Männern im Kurs. Die restliche 12 Frauen sind bislang friedlich. 😉

Jetzt muss ich aber in die Heia.

Jetzt haben wir also offiziell Frühling

Nach dem langen hin und her beim Wetter ist nun endlich klar, das der Frühling sich durchgesetzt hat. Heute ist der erste Tag, an dem ich draussen sitzen kann um den Rechner zu quälen. Ich muss zwar gleich die Jacke überziehen, aber dennoch bin ich befreit.

Zur Zeit sitze ich in der Nähe von ein paar Frauen, die ihren Tag auswerten. Eine Teamversammlung oder Seminar. Hey mir wird es gerade schlecht ob der angelegten kosmetischen Gerüche die in meine Richtung ziehen, aber auch wegen dem ungehemmten Herziehen über die anderen Kursteilnehmer. Da bleibt kein Auge trocken und niemand ungeschoren. Wenn ich schnell genug schreiben könnte,  würde ich für Männer bisher ungehörte Bezeichnungen oder Schimpfworte weiter geben. Das verdirbt jedoch den Charakter meines Blogs.

Was gibt es von der letzten Woche aufzuschreiben?

In Erinnerung blieb mir ein unliebsames Wecken am Wochenende vor Ostern. Ein Grünspecht hämmerte an einen abgestorbenen Ast eines großen Baumes, etwa 20 Meter hinter dem Schlafzimmer. Bisher hatte ich noch keinen Grünspecht mit eigenem Auge gesehen. Jetzt konnte ich sogar Bilder von der balzenden Weckwanze ganz nah machen.

Sein abartiges Pochen gegen den hohlen Ast lockte gleich 2 Weibchen an, womit er völlig überfordert war. Seine Flucht erstaunte die Weibchen, die unendlich erstaunt am Ast hockten und die Welt nicht mehr verstanden. Vielleicht begreifen auch die Spechtweibchen, das Mann sich gern auf eins konzentriert, der Rest ist Überforderung.

Die Woche bis Ostern war kurz. Trotzdem fand ich einen Tag an dem ich nicht im Büro hocken blieb. Wenn man Job und Bedürfnis unter einen Hut bringen kann, ist das ein Glücksfall.

Im Übrigen werden es immer mehr lästernde Weibsen am Nachbartisch, sie trinken Bier, was die Hemmschwelle erheblich nach unten reguliert. Das wird sich aber gleich ändern, den der Chef hat zu Tisch geladen.

Karfreitag bescherte uns einen herrlichen Tag. Wir wollten uns eigentlich am Vormittag nur ein wenig in der Stadt die Beine vertreten, als der herrliche Duft aus den Küchen der Gasthäuser unsere Nasen erreichte. Kurz entschlossen pfiffen wir auf unsere Küche zu Hause und genossen die Küche im Augustiner hinter der Krämerbrücke.

Anschließend sonnten wir uns bis die Sonne weg ging auf dem Wenigenmarkt. Das war herrlich.

Vom Rest des Osterfestes lohnt es nicht groß zu berichten. Wir hatten jedenfalls keinen Stress zu Ostern.

 

Spruch des Tages …

Das ist ein Rechner und kein Igel!

Tatort: eine deutsche Verwaltung.

Handelnde Personen: ein 61 jähriger Sachbearbeiter und ein Administrator der Verwaltung. Der Sachbearbeiter angenehm sauber und adrett, jedoch völlig überfordert. Der verwahrloste Administrator, unrasiert, verfettet, dreckig und stinkend, jedoch fähig.

Der Sachbearbeiter sollte nur sein Passwort eingeben und war mit der Aufgabe völlig überfordert gewesen.

Ich musste mich umdrehen um nicht laut lachen zu müssen. Solche Situationen sind mir sehr unangenehm.

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Frühlingsanfang

Ja … ist ja schon gut, die Überschrift ist ein wenig übertrieben. Erst erkläre ich siegessicher meiner Frau, dass der Frühling „immer“ am 21. März beginnt und muss dann zugeben, nicht mehr auf dem Laufenden zu sein.

Dann ziehe ich am Samstag auf den Domplatz, wo der größte Bratrost Thüringens die Rostzeit einleitete und nicht mal der Eiermann ist dort. Keine Gemüsehändler hatten sich getraut, bei fetten 12 Grad minus ihre Waren auszulegen.

Am Nachmittag lockte es uns dann doch noch an den Rost. Die Wurst aus Schmalkalden stellte sich völlig als  Flop heraus. Unser glasierter Hackbraten im Speckmantel war eben die unschlagbare Geschmacksvariation, die auch nicht durch eine Bratwurst angefochten werden konnte. Und ich bin ein Thüringer durch und durch.

Dienstag … 20.03.2018 … Frühlingsanfang … endlich wieder raus aus dem Büromief.

Aber Frühlingsanfang war das nicht. Es hat geschneit was das Zeug hält. In Thüringen bleibt der Schnee auf der Straße. In Sachsen-Anhalt sind die Strassen frei, doch die Scheiben der Autos werden durch die Salzlake völlig erblindet. Was ist also besser?

Je mehr ich nach Norden kam, desto weniger wurde der Schnee. Fast hätte ich noch einen herrlichen Sonnenuntergang an der Elbe erlebt.

Die Enten sammeln sich wieder. Ob sie wegfliegen oder hier her kommen, kann ich nicht sagen. Wir haben jedenfalls jetzt Frühling.

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden belebenden Blick, … Johann Wolfgang von Goethe

Mal ehrlich … es war schon immer so dass das Wetter gemacht hat, was es will. Schnee zu Ostern ist doch nicht neu!

 

Es wird langsam …

Übergangszeiten von einer Jahreszeit in die nächste haben immer auch etwas skurriles. Am ersten Märzwochenende traute sich der Eiermann wegen  -10° Kälte nicht vor die Tür. Er konnte oder wollte den Versorgungsauftrag nicht gerecht werden.

Am zweiten Märzwochenende schaffte es die Sonne, den Sonntag auf 20° Wärme hoch zu pushen. 30° Unterschied von einer Woche zur anderen sind schon heftig.

Schon am Freitag lockte mich die ungewohnt warme Luft in die Stadt.

Ich brauchte dringend neue Kreisel. Und die gibt es, wie allgemein bekannt ist, in einem kleinen und feinen Geschäft auf der Krämerbrücke.

Dabei bemerkte ich schon ein leises Summen in der Stadt. Die Tante in dem Geschäft hatte Zeit mit mir zu plaudern und die Leute auf der Straße hatten offene und freundliche Gesichter.

Am Samstag war der Domplatz ein einziger Umschlagplatz von Stoffen und Tüchern.  Bunter ging es nicht.

Die Bäcker und Cafe`s trauten sich noch nicht die Bestuhlung für Draussen raus zu stellen. Deshalb mussten wir zum frühstücken in das Cafe. Flexibel ist anders.

Aber das wird schon noch. Der Sonntag war der Oberhammer. 20° C lockte auch den letzten hinter der Ofenbank hervor. Die Stadt war voll, aus den Summen am Freitag ist ein Brummen geworden.

Wir bekamen keinen Platz am Wenigenmarkt oder Domplatz. Alle hatten ihre Tische und Stühle raus gebracht und doch war kein Platz für uns. Jede Eisdiele zog eine Warteschlange von mindestens 20 Meter hinter sich her.

Am Ende langen Brücke fanden wir dann doch ein Plätzchen, beim Italiener. Das letzte Bild zeigt einen sehr filigranen Kreisel aus Birnenholz. Er ist der Ballerinakreisel unter dem gewöhnlichen Kreiselvolk.