Jetzt haben wir den herbei geschwitzten Herbst

Der Sommer hat so lange Land und Mensch ausgedörrt wie noch nie. Mein Hitzespeicher ist übervoll und lechzt nach Abzukühlung. Und doch habe ich die Sommerzeit auch genossen.

Auf dem Domplatz tobt das Herbstfest und die ersten Kürbisse zeigen ihre herbstliche Farben. Der Rumtopf  wird reifer und reifer …

Herbst bringt jedoch auch Erntearbeit. Der erste Sturm wirbelte unsere Kräuter so sehr durcheinander, das ich diese verarbeiten musste und in die Kühltruhe versenkt habe.

Heute wandelte ich auf meinen jugendlichen Spuren im Eichsfeld. Dort wo mehrheitlich Katholiken wohnen, habe ich in den Jahren 1974 – 1976, im Kalibergbau den Beruf des „Instandhaltungsmechaniker“ gelernt. Die Gegend und der Beruf lag mir nicht. Nicht lange nach der Lehre hängte ich den Beruf an den sprichwörtlichen Nagel.

Leider wurden die Kalischächte im Osten nach der Wende von der Treuhand „abgewickelt“. Das war ein harter Schlag für die Region.

Dort wo ich heute übernachte, gibt es Hängebauchschweine und alte Reichsadler denen die Beute an den Fängen fehlt.

Als ich diese alte landwirtschaftliche Maschine besichtigte, kam mir sofort der vergessene Arbeiterdichter Arthur Schramm in den Sinn. Ihm wird folgender Spruch zugeordnet: „Im Wald, da steht ein Ofenrohr. Stellt euch mal die Hitze vor.

Also … wir haben Herbst. Die Gemüsemutti vom Domplatz hat sich schon abgemeldet, weil sie Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt machen muss. Bei ihr gibt es dann Raclette und Feuerzangenbowle. Auch gut gewärmten Rumtopf soll es wieder geben. Last uns aber erst den Altweibersommer genießen. So jung war die Mutti nun auch wieder nicht. 😉

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Manchmal …

habe ich die Gelegenheit schöne und alte Dinge anzusehen …

Und manchmal sehe ich skurile Sachen die mich zum Nachdenken anregen.

Nach dem „Bürgerschießen“ von Bad Dürrenberg kommt die Entspannung.

In Erfurt und in Halle.

Wo auch immer ich bin, sehe ich Dinge, Sachen und Verhaltensweisen, die mich erstaunen oder mir gut tun.

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Wenn der Sommerurlaub vorüber ist …

… ist auch das Jahr vorbei.

Das habe ich in den gut 60 Jahren meines Erdendaseins erfahren. Jetzt haben wir schon Ende August. Es folgen die Herbstmonate und das Rennen Richtung Weihnachten. Und *PUFF* ist das Jahr schon wieder Geschichte.

Den Sommerurlaub haben wir in der Heimat verbracht. Im Kurort Rathen, an der Elbe, in der sächsischen Schweiz. Sehr ruhig und sehr erholsam. Wobei … mir so einiges aufgefallen ist.

  • Ist man beruflich viel unterwegs und übernachtet in Hotels, macht Erholungsurlaub, egal wo, in einem Hotel keinen Sinn. Ferienwohnungen oder Suiten können Abhilfe schaffen.
  • Mann und Frau sind nicht dafür bestimmt über einen längeren Zeitraum, 24 Stunden am Tag zusammen zu sein. Das kann sogar zum Stress ausarten. Manchmal ist ein Nichtwohlsein der Frau oder des Mannes die Lösung. Ein einsamer Vormittag, an dem sich der Partner erholen kann, ist dann sehr erholsam.
  • Kultur bringt Zerstreuung. Auch wenn man mit dem Partner zur Bühne geht, kann der Geist entfliehen. Wir hatten das Glück den „Freischütz“ von Carl-Maria von Weber und Uwe Steimle in der Felsenbühne Rathen erleben zu dürfen. Schon die Kulisse der Felsenbühne beflügelt die Fantasie. Und Uwe Steimle, ein Satiriker, ist der Ursachse in direkter Nachfolge von Wolfgang Stumph und wird von den Medien wegen seiner einfachen und ehrlichen Meinungsäußerung in die rechte Ecke gedrängt. Das ist Art der deutschen Bundesregierung, Kritiker mit Hilfe der Journalisten mundtot zu machen.

Wie dem auch sei, der Sommerurlaub ist vorbei, wir sind erholt und die Rentnergang auf dem Domplatz hat uns wieder erkannt. Heute habe ich den Gedanken verfestigt, mich als Kandidat der Erfurter Alte Männer Gang zu bewerben. Die haben noch Spaß an ihren Zusammenkünften und wahren sich die Freiheit der eigenen Meinung. Frauen sind dabei nicht zugelassen. Und doch reden sie über ihre Frauen nur im warmen Ton.

 

Ein Sommernachtstraum

In Dessau-Roßlau hatte ich auch in diesem Jahr das Glück, Karten für die Aufführung „Ein Sommernachtstraum“ des 21. Burgtheaters zu bekommen. Und nein, nicht ich habe sie besorgt, sondern eine hier ansässige, langjährige Freundin.

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Das Burgtheater in Roßlau bietet eine würdige Kulisse für solche Aufführungen.

„Eine Hochzeit ist geplant, doch der Streit der Liebenden entfacht eine verwirrend-spannende Geschichte. Sie führt in die Tiefen des Waldes, ins Zauberhafte, in die Nacht. Menschen werden Fabelwesen, Elfen begegnen Menschen.

Die Liebenden schmachten, während eine Gruppe Handwerker das Leid der Liebenden im eigenen Stück parodiert. Drei Tage und drei Nächte dauert der Spuk.

Im Mittelpunkt Puck, der rätselhafte Geist, Wanderer zwischen den Welten, Helfer und Verwirrer zugleich. Bis endlich der Zauber verfliegt …“ http://www.theaterburg-rosslau.de/

Eine wunderbare Aufführung die im Vorfeld kulinarisch gut umrahmt war. Für solche Erlebnisse bin ich dankbar, auch wenn ich langsam auf meine Figur achten muss. 😉

Danke!

Hitzefrei gibt es wohl nicht mehr …

… wenn man in die Jahre kommt. 😉

Möglicherweise war die Intensensität der Sonne früher nicht so dolle. Doch kann man auch in diesem Jahr den Sommer genießen. Nur wenn die Temperatur im Büro auf 32 Grad steigt, ist die Regung des Hirns schon etwas eingeschränkt. Trotzdem, genieße ich diesen Sommer. Flucht ist die beste Schutzmaßnahme. 😉

Könnt Ihr Euch noch an den verregneten Sommer in 2017 erinnern? Auch im letzten Jahr hatten die Bauern weniger Ernte. Die Dürre in 2018 trifft also manche Bauern doppelt. Bei Aschersleben soll das wichtigste Anbaugebiet für Majoran in Deutschland sein. Die komplette Ernte ist kaputt. Ein Totalausfall des Jahreseinkommens. Kauft also Majoran. Im nächsten Jahr wird der Stoff knapp. 😉

Dienstag wollte ich spontan und unangemeldet einen Blogfreund  besuchen. Ich kam gar nicht durch. Feuerwehren sperrten die Strasse, weil ein abgeerntetes Feld in Flammen stand. Das werde ich noch einmal angehen.

Am Montag hatte ich mehr Glück.  Dort wo die Sterne schimmern wurde ich schon erwartet. Das ist schon eine gute Tradition geworden. Einmal im Jahr und das schon seit ungefähr 7 Jahren, zeigt sie mir ihre Wahlheimat in Niedersachsen.

Das soll auch so lange es geht so bleiben. Unterhaltung hatte ich jedenfalls an diesen Tag für eine ganze Woche. Bis zum nächsten Jahr also. 🙂

Diese Woche habe ich mich wieder einmal im La Porte bei Bertingen eingemietet. Das liegt an einem alten Elbearm der zur Zeit fast ausgedörrt ist. Es gibt hier unwahrscheinlich viel Getier. Auf dem rechten Bild ist eine Schlange, die Reißaus genommen hat.

Hier treffen sich im Frühjahr und im Herbst die Gänse, um dann in ihre Winter oder Sommer-Quartiere zu fliegen. Wenn sich nicht bald das Wetter ändert, werden sie hier wohl keine wirtlichen Bedingungen mehr finden.

Das Fischsterben ist schon vorbei. Hechte die gut ein Meter lang waren hatten keinen Lebensraum mehr. Die Kadaver werden von den Vögeln gern als Futter verarbeitet. Doch wenn auch diese Lebensquelle versiegt ist, sind auch sie an der Reihe.

Zuerst sterben die Bienen … die habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen.

Doch so lange Opa Hansi on Tour ist und die Fischer in Arneburg die nassen Netze noch über den alten Markt tragen, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

Die Altmark …

… eine sehr ländliche Gegend in der ich gut 2 – 3 mal im Jahr bin. Meine Wurzel sind in Mecklenburg. Vielleicht neige ich deshalb zur Sympathie zum flachen Land und dem bäurischen Gemüt der altmärkischen Leute. Mir fallen hier die kräftigen Pferde und Kühe auf und auch die robusten Menschen. Manchmal kommt man auch nicht weiter und muss den gesamten Weg im Rückwärtsgang zurück fahren.

Irritiert hat mich aber auch die Schmiererei auf den Ortstafeln und der wegweisenden Beschilderung.

Aber hier erst einmal die Einführung von Wikipedia: „Die historische Kulturlandschaft erstreckt sich vom Drawehn im Westen bis an die Elbe im Osten, grenzt im Süden an die Magdeburger Börde und im Norden an das Wendland. Der Name Altmark erschien erstmals 1304 – Antiqua Marchia (Alte Mark) – und bezieht sich auf ihre Bedeutung als westelbisches Ausgangsgebiet bei der Einrichtung der Mark Brandenburg. Darauf beziehen sich auch blumige Charakterisierungen als „Wiege Brandenburgs“ oder gar „Wiege Preußens“. Als Ganzes gehörte sie seit der Gründung der Mark Brandenburg zu dieser Markgrafschaft und dem daraus hervorgegangenen preußischen Staat. Die Altmark wird heute in den Altmarkkreis Salzwedel und den Landkreis Stendal untergliedert. Erst seit der Landkreis Stendal auch östlich der Elbe gelegene Gebiete umfasst, werden diese, historisch zu Jerichow und Prignitz gehörend, gelegentlich mit zur Altmark gezählt.“

Jetzt habe ich es mir ziemlich einfach gemacht, doch nicht zum ersten Mal schreibe von dieser Gegend. Ich habe im Dreieck Gardelegen, Salzwedel und Osterburg zu tun. Hier ist das Land so trocken, dass ein Pubs schon einen Sandsturm entfacht. Die Ernte ist so gut wie futsch, weil es seit dem Frühjahr kaum geregnet hat. Und das was davon noch übrig ist, geht mitunter beim Mähdreschen in Flammen auf.

Als ich heute eine gut instandgesetzte Bockwindmühle besichtigte, hatte der Himmel schon so eine komische Trübung bekommen. Und das bei einem heiteren Himmel und gut 32 Grad im Schatten. Beim näheren Hinschauen entpuppte sich die Trübung zum mächtigen Feuer in einem Getreidefeld. Entfacht werden die Feuerherde meist durch die Mähdrescher selbst. Kleinste Funken reichen, durch die Reibung der Mähwerke. Schnell waren Feuerwehren im Einsatz, bei denen ich mir nicht sicher war, woher sie das Löschwasser nahmen. Doch es kamen aus allen Ecken die Traktoren mit den Gülleanhängern, gefüllt mit Wasser. Dem Getreide hat es nicht mehr geholfen und dem Bauern auch nicht. Jedoch konnte ein Übergreifen auf andere Äcker vermieden werden.

Ob es schon immer in dieser Altmark so trocken war, kann ich nicht sagen. Sicher hat es schon öfters solche trockenen Jahre gegeben. Und doch drängt sich mir der Gedanke an die Klimaerwärmung auf. Die Natur rächt sich bei uns Menschen. Es ist die Ernte unseres Handelns.