Die Altmark …

… eine sehr ländliche Gegend in der ich gut 2 – 3 mal im Jahr bin. Meine Wurzel sind in Mecklenburg. Vielleicht neige ich deshalb zur Sympathie zum flachen Land und dem bäurischen Gemüt der altmärkischen Leute. Mir fallen hier die kräftigen Pferde und Kühe auf und auch die robusten Menschen. Manchmal kommt man auch nicht weiter und muss den gesamten Weg im Rückwärtsgang zurück fahren.

Irritiert hat mich aber auch die Schmiererei auf den Ortstafeln und der wegweisenden Beschilderung.

Aber hier erst einmal die Einführung von Wikipedia: „Die historische Kulturlandschaft erstreckt sich vom Drawehn im Westen bis an die Elbe im Osten, grenzt im Süden an die Magdeburger Börde und im Norden an das Wendland. Der Name Altmark erschien erstmals 1304 – Antiqua Marchia (Alte Mark) – und bezieht sich auf ihre Bedeutung als westelbisches Ausgangsgebiet bei der Einrichtung der Mark Brandenburg. Darauf beziehen sich auch blumige Charakterisierungen als „Wiege Brandenburgs“ oder gar „Wiege Preußens“. Als Ganzes gehörte sie seit der Gründung der Mark Brandenburg zu dieser Markgrafschaft und dem daraus hervorgegangenen preußischen Staat. Die Altmark wird heute in den Altmarkkreis Salzwedel und den Landkreis Stendal untergliedert. Erst seit der Landkreis Stendal auch östlich der Elbe gelegene Gebiete umfasst, werden diese, historisch zu Jerichow und Prignitz gehörend, gelegentlich mit zur Altmark gezählt.“

Jetzt habe ich es mir ziemlich einfach gemacht, doch nicht zum ersten Mal schreibe von dieser Gegend. Ich habe im Dreieck Gardelegen, Salzwedel und Osterburg zu tun. Hier ist das Land so trocken, dass ein Pubs schon einen Sandsturm entfacht. Die Ernte ist so gut wie futsch, weil es seit dem Frühjahr kaum geregnet hat. Und das was davon noch übrig ist, geht mitunter beim Mähdreschen in Flammen auf.

Als ich heute eine gut instandgesetzte Bockwindmühle besichtigte, hatte der Himmel schon so eine komische Trübung bekommen. Und das bei einem heiteren Himmel und gut 32 Grad im Schatten. Beim näheren Hinschauen entpuppte sich die Trübung zum mächtigen Feuer in einem Getreidefeld. Entfacht werden die Feuerherde meist durch die Mähdrescher selbst. Kleinste Funken reichen, durch die Reibung der Mähwerke. Schnell waren Feuerwehren im Einsatz, bei denen ich mir nicht sicher war, woher sie das Löschwasser nahmen. Doch es kamen aus allen Ecken die Traktoren mit den Gülleanhängern, gefüllt mit Wasser. Dem Getreide hat es nicht mehr geholfen und dem Bauern auch nicht. Jedoch konnte ein Übergreifen auf andere Äcker vermieden werden.

Ob es schon immer in dieser Altmark so trocken war, kann ich nicht sagen. Sicher hat es schon öfters solche trockenen Jahre gegeben. Und doch drängt sich mir der Gedanke an die Klimaerwärmung auf. Die Natur rächt sich bei uns Menschen. Es ist die Ernte unseres Handelns.

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Halle an der Saale im Sommer

Ich bin ja gerne in Halle an der Saale. Die Leute liegen mir und die Stadt, aber auch die Umgebung bietet so manches.

In dieser Stadt hatte ich das seltene Glück bei einem Einkauf neuer Hemden eine sachkundige Verkäuferin zu finden. Das ist nicht mehr selbstverständlich.

Die Hinterhöfe sind sehr unterschiedlich und erinnern mich an Zilles Bilder. Oder an Spanien. Wie man es nimmt. 😉

Jedenfalls ist das Wetter sehr sonnig und ich schwitzte so vor mich hin. Auch wenn das Wasser an den umliegenden Seen zum baden einlädt.

Man kann hier eine Menge Kultur erleben.  „Vom 3.Juli bis 11.August bietet der 12.Cultoursommer wieder mit zahlreichen Veranstaltungen ein buntes attraktives Programm. Eröffnet wird er am Dienstag 3.Juli mit einem Konzert des Durham University Classical Ensemble und dem Akademischen Orchester der Martin-Luther-Universität. „Venus und Adonis“ von Blow, „Abdelezar“ von Purcell und Beethovens „Eroica“ werden unter der Leitung von Chris Waters in der Aula der Universität erklingen.“Ein Zitat von: https://hallespektrum.de/nachrichten/12-cultoursommer-beginnt/318506/

Beethovens „Eroica“ war der Hammer. So entspannt und mitgerissen war ich schon lange nicht mehr.

 

Kurz mal nach Wrocław (Breslau)

im Südwesten von Polen gelegen, ist mit fast 640.000 Einwohnern nach Warschau, Krakau und Łódź die viertgrößte Stadt des Landes, Verwaltungssitz des gleichnamigen Powiat sowie Hauptstadt der Woiwodschaft Niederschlesien. Zitat aus wikipedia

Am Freitag war es mal wieder soweit. Wir treffen uns einmal im Jahr mit unseren Kollegen aus Konin zum Feiern. Das endet meist mit glasigen Augen am nächsten Morgen. In diesem Jahr waren die Polen an der Reihe das Sommerfest auszurichten.

Freitag am frühen Morgen 05:30 Uhr fuhr der Reisebus schon los. Nichts für mich, das ist nur Quälerei.  In Dresden nahmen wir dann auch noch die Kollegen aus der dortigen Niederlassung mit. 3 mal Stau und einmal komplett von der Autobahn runter, machte ganze 9,5 Stunden Fahrt. Bei dieser Hitze hatte dann auch die Klimaanlage  so ihre Schwierigkeiten.

Am Nachmittag dann die obligatorische Stadtführung bei 33 Grad im Schatten und den gab es dann nicht mal.

Die Stadt … was davon nach dem Krieg übrig geblieben ist, kann sich sehen lassen. Wie unser Führer erzählte, begannen die Renovierungsarbeiten an den alten Gebäuden erst in den 1990er Jahren. Also nicht anders als bei uns im Osten.

Bisher kannte ich den Fluss Oder nur als die neue Grenze zwischen Polen und Deutschland bis zum Stettiner Haff. Mein Horizont erweitert sich stendig.

Eine Besonderheit der Stadt sind die Zwerge. Aus Wikipedia habe ich das hier eingebunden: „Die Breslauer Zwerge sind eine Touristenattraktion in Breslau. Die politische Oppositionsbewegung „Orange Alternative“ hatte in den 1980er Jahren mit spontanen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen im Zwergenkostüm) Kritik am kommunistischen Regime in Polen geübt und einen gusseisernen Zwerg („Papa Zwerg“) in der Breslauer Altstadt aufgestellt.

Im Sommer 2001 tauchten die ersten Zwerge, als Projekt von Studenten der Kunsthochschule, in der Stadt auf. Seit 2004 der Künstler Tomasz Moczek beauftragt wurde, zwölf Zwerge zu fertigen[1], gibt es die Figuren in verschiedenen Varianten in der ganzen Stadt. Anfang 2009 gab es bereits 95 Exemplare,[2] im August 2014 wurde der 300. Zwerg in Breslau aufgestellt. Die Figuren werden aus Bronze gegossen und haben eine Größe von etwa 30 cm.

Der Abend begann mit einem Gala-Essen und endete mit viel Wodka, erst als es dem Morgen graute. Wer dazu Wasser getrunken hat, sah danach auch klare Bilder. Der Rest hatte Kopfweh.

Ohne Besichtigung des Panorama von Racławice kamen wir aber nicht davon. Der Pole braucht für die Erhaltung seines Selbstbewußtseins heroische Gedenkstätten, die daran erinnern, das sie nicht immer verloren haben.

Ein Vorteil dieser Besichtigung war allerdings die Klimaanlage, welche wir beim Verlassen sehr vermissten.

Gegen 20 Uhr kamen wir wieder in Erfurt an. Es war stressig aber auch mal wieder schön die Kollegen hinter der Oder zu sehen.

Ausgewandert sind wir noch nicht

Als wir am Samstag auf dem Domplatz nach dem Marktbesuch uns ein gutes Frühstück munden ließen, mussten wir uns den Fragen der „Alt-Herren-Runde“ stellen. Sie freuten sich uns wieder zu sehen, hatten jedoch schon gemutmaßt, das wir ausgewandert sind. Nun ja, wir haben nicht mal darüber nachgedacht.

In der Himmelfahrtswoche war ich  entgegen den letzten 20 Jahren nicht auf Radtour. Die Ego-Woche ist einem Besuch bei Muttern anheim gefallen.

Das muss auch ab und an mal sein. Eine Woche im Landkreis Oder-Spree und ein paar Kuriositäten.

Also noch einmal … ausgewandert sind wir noch nicht, auch wenn mir die Entwicklung in Deutschland nicht gefällt.

 

Herrlich … es regnet endlich

Die letzten Wochen haben uns zwar gutes Wetter beschehrt, aber auch viel Staub aus den Blüten der Pflanzen und Bäume. Das fällt normalerweise nicht so sehr auf, denn zwischenzeitlich spühlt der gelegentliche Regen den Staub einfach weg. Da es in den letzten Wochen kaum regnete, wurde der Staub mehr als lästig.

Auch die Pfanzen und Tierwelt leidet darunter. Von der Landwirtschaft will ich gar nicht reden.

Heute, ein Tag vor Himmelfahrt, kam endlich eine schöne Husche Regen hier im Landkreis Oder-Spree herunter. Das war so richtig befreiend. Herrlich!

Das zweifelhafte „Bunkererlebnis“

Die Ankündigung schrieb ich ja schon im letzten Eintrag. Nun also beginnt die Erzählung der Durchführung in mehreren Teilen, denn es wäre zu ermüdend den Ereignissen zu folgen. Habt bitte Verständnis dafür.

Die Anreise war bis 17:30 Uhr geplant. Ich war so gegen 16 Uhr im zugehörigen Hotel auf der Terrasse und zog mir ein kühles Bier rein. Der Kellner wusste Bescheid und gab mir Zeichen, wenn die ersten Bunkerübernachter kommen. Sie kamen aus der Rhön, waren 5 Leute, 2 Pärchen und ein Single. Das haben sie sich zum 40. Geburtstag „gegönnt“. Ich fand es ja sehr mutig, dass auch die Frauen mitgingen. Eine lustige Truppe, der ich mich mit dem 2. Bier anschloss. Nach kurzer Vorstellung und ersten Gespräch wurde ich kurzerhand von der Truppe adoptiert.

Die 2. Gruppe ließ auf sich warten. Sie kamen erst gegen 18 Uhr. 4 Mann aus der Ecke von Suhl/Zella-Mehlis, die zu Fuß unterwegs waren. Sie hatten den 50. Geburtstag als Anlass genommen.

Kurze Einweisung von der Hotelcheffin und Ausgabe der Einstrich-Keinstrich Felddienstuniformen mit Hosenträger, Koppel und Schutzmaskentasche, im Keller. Das war schon ein Spaß! Man konnte sofort sehen, wer das schon mal gemacht hatte. Die Uniform wurde über die zivilen Sachen gezogen und bald stellte sich heraus, wie gut die Verkleidung uns gegen den Schmutz schütze.

Im Anschluss antreten, Vergabe der Nummern, Übergabe an den Chef und Marsch zum Bunker. Einrücken, Klamotten verstauen und Bett beziehen. Das war der Anfang im Kurztelegramm-Stil. Die „Bunkerräume“ sind rechteckig wie Schläuche. Temperaturen so zwischen 5 – 10 Grad, die Wände waren feucht. Die Ausmaße etwa 2,3 Meter hoch und breit und ca. 15 – 18 Meter lang. Wenn man rein kommt stehen Regale auf der linken Seite, ca. 60 cm tief und auf der rechten Seite stehen 3-stöckige Betten mit einer Breite von 80 cm.

Die unteren Betten wurden nicht belegt, schon weil die Auflagen direkt auf dem Boden aufgesetzt waren. Das ist kalt, hart und ganz schlecht rein zu kommen. Die mitgebrachten Sachen konnten locker in die Regale links eingeräumt werden. Nun wurden die „Betten“ bezogen. Karowäsche und weißes Laken. Nicht ganz so einfach, wenn das mittlere und obere Bett gleichzeitig bezogen werden muss. Zumal ja die Bettwäsche für normale Betten vorgesehen ist. Im Anschluss erfolgte die Abnahme durch einen wichtigtuenden Mann.

Als alles fertig war, wieder raus (wobei wir Tische und Bänke … also Bierzeltgarnituren nach draußen brachten), antreten und Arbeitsverteilung. Auf die Frage wer denn kochen könne, meldete sich niemand. Kein Problem. Der Kerl da vorn zeigte auf 4 Mann – du, du, du und du. Ich war auch dabei.  Der Rest wird zur Wache eingeteilt.

Dann brachten sie Kisten mit Geschirr, Gemüse, Obst, Zwiebeln, Kräuter, Pellkartoffeln und Bratwurst und Grillsteaks ans Tageslicht. Ein Mann bekam den Rost in seine Verantwortung, wir drei machten Kartoffelsalat und grünen Salat. Ich übernahm das Pellen der Kartoffeln. Alles kein Thema, die arbeiten waren gut verteilt und gingen auch flott von der Hand. Einer mäkelte rum, von wegen so trocken in Wald, die Kehle klebt schon usw., womit er auch Erfolg hatte, denn die „Verantwortlichen“ hatten wohl auch Durst. Mit der Zeit bekam die Wache davon „Lunte“ und wollte meutern.

Olli, der die Kartoffeln schnippelte und den Salat würzte, hetzte die ganze Zeit den Chef auf, die Wache zu bestrafen. So mit Liegestütze oder Kniebeuge und meinte damit seine Frau. Das hatte er wohl ein wenig übertrieben. Die Bestechung mit einem Obstler wurde gern angenommen, hatte aber keine Auswirkung. Der Chef ließ antreten und fragte wer sich denn als Oberst in die Liste geschrieben hat. Olli meldete sich. Daraufhin musste seine Frau vortreten und wurde zum General befördert. Olli, der Kerl war mit einmal stinksauer und nörgelte nur rum. Nun sagte seine Frau auch noch, dass er jetzt Wache stehen solle, wenn wir essen. Olli trollte sich zum Erstaunen der Umstehenden und wollte auf keinen Fall mit essen. Aus unserem Erstaunen wurde Heiterkeit und weil Frau das Verhalten schon kannte, fiel es ihr nicht so schwer den Beleidigten an den Tisch zu holen. Dinger gibt’s, die gibt’s gar nicht.

Fortsetzung folgt.

Ein zweifelhaftes Erlebnis …

… hat man mir als Geburtstagsgeschenk beschert. Weil ich Aufmerksamkeiten zu Geburtstagen überhaupt nicht mag (das ist aus meiner Sicht ein ganz persönlicher Tag) antwortete ich auf Fragen meiner Kollegen wie immer trotzig. Und weil die Kollegen nun gar keine Ahnung hatten, was sie mir „Gutes“ tuen könnten, besorgten sie einen Gutschein für eine Übernachtung im Bunker der Staatssicherheit. „Das reality Erlebnis“

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Darauf habe ich heute gar keine Lust, drücken kann ich mich jetzt aber nicht mehr. Anderseits schützt mich der Gutschein vor einer Geburtstagsfeier in der lieben Verwandschaft, denn ich bin ja aktenkundig verhindert. Wie so oft hat jede Medaille ein Vorder- und Rückseite.

Ach ja … und ein Gutschein für ein Bierseminar als Wiedergutmachung, haben die Kollegen noch dazu gelegt.

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So langsam stelle ich mich seelisch und moralisch auf einen Ausflug in die Vergangenheit ein. Ich werde ganz sicher hier berichten wie es gewesen ist.

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Ein paar Utensilien aus der Zeit in der ich noch als „Krieger“ durch die Welt ging, habe ich noch.