Ein zweifelhaftes Erlebnis …

… hat man mir als Geburtstagsgeschenk beschert. Weil ich Aufmerksamkeiten zu Geburtstagen überhaupt nicht mag (das ist aus meiner Sicht ein ganz persönlicher Tag) antwortete ich auf Fragen meiner Kollegen wie immer trotzig. Und weil die Kollegen nun gar keine Ahnung hatten, was sie mir „Gutes“ tuen könnten, besorgten sie einen Gutschein für eine Übernachtung im Bunker der Staatssicherheit. „Das reality Erlebnis“

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Darauf habe ich heute gar keine Lust, drücken kann ich mich jetzt aber nicht mehr. Anderseits schützt mich der Gutschein vor einer Geburtstagsfeier in der lieben Verwandschaft, denn ich bin ja aktenkundig verhindert. Wie so oft hat jede Medaille ein Vorder- und Rückseite.

Ach ja … und ein Gutschein für ein Bierseminar als Wiedergutmachung, haben die Kollegen noch dazu gelegt.

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So langsam stelle ich mich seelisch und moralisch auf einen Ausflug in die Vergangenheit ein. Ich werde ganz sicher hier berichten wie es gewesen ist.

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Ein paar Utensilien aus der Zeit in der ich noch als „Krieger“ durch die Welt ging, habe ich noch.

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Frühlingsanfang

Ja … ist ja schon gut, die Überschrift ist ein wenig übertrieben. Erst erkläre ich siegessicher meiner Frau, dass der Frühling „immer“ am 21. März beginnt und muss dann zugeben, nicht mehr auf dem Laufenden zu sein.

Dann ziehe ich am Samstag auf den Domplatz, wo der größte Bratrost Thüringens die Rostzeit einleitete und nicht mal der Eiermann ist dort. Keine Gemüsehändler hatten sich getraut, bei fetten 12 Grad minus ihre Waren auszulegen.

Am Nachmittag lockte es uns dann doch noch an den Rost. Die Wurst aus Schmalkalden stellte sich völlig als  Flop heraus. Unser glasierter Hackbraten im Speckmantel war eben die unschlagbare Geschmacksvariation, die auch nicht durch eine Bratwurst angefochten werden konnte. Und ich bin ein Thüringer durch und durch.

Dienstag … 20.03.2018 … Frühlingsanfang … endlich wieder raus aus dem Büromief.

Aber Frühlingsanfang war das nicht. Es hat geschneit was das Zeug hält. In Thüringen bleibt der Schnee auf der Straße. In Sachsen-Anhalt sind die Strassen frei, doch die Scheiben der Autos werden durch die Salzlake völlig erblindet. Was ist also besser?

Je mehr ich nach Norden kam, desto weniger wurde der Schnee. Fast hätte ich noch einen herrlichen Sonnenuntergang an der Elbe erlebt.

Die Enten sammeln sich wieder. Ob sie wegfliegen oder hier her kommen, kann ich nicht sagen. Wir haben jedenfalls jetzt Frühling.

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden belebenden Blick, … Johann Wolfgang von Goethe

Mal ehrlich … es war schon immer so dass das Wetter gemacht hat, was es will. Schnee zu Ostern ist doch nicht neu!

 

Ende Februar / Anfang März 2018

Der Februar endet in Magdeburg am Montag und Dienstag in Halberstadt bei eisiger Kälte.

Und dennoch hat dieser Winter etwas. Fast vergessen geglaubte Bilder einer Winterlandschaft rücken wieder in das ständige Erinnerungsvermögen.

In Kleinmölsen, kurz vor Erfurt hat man winterlichen Humor und künstlerische Umsetzungstalente.

Diese niedliche Spinne, oder wie man in Erfurt so schön sagt, dieser Ganker verirrte sich in unsere Badewanne. Jetzt soll das komplette Bad saniert werden. Das ist Stress der auf uns zu kommt.

Das erste Wochenende im März hat den Eiermann auf dem Markt zu Weichei gemacht. Wir musste ohne frische Eier und bei Kälte zur Planung des neuen Bades in die Andreasstraße 1. 

Der Service dort gefällt mir gut. Habt ihr schon mal ein betrunkenes Straßenschild gesehen?

Den Sonntag wollten wir eine neue Ausstellung über „alte Nutzpflanzen“ auf der EGA ansehen. Jetzt fiel uns auf, wie lange wir nicht dort gewesen sind. So im Winter ist ja auch nicht viel los dort.

Aber im Schmetterlingshaus soll es ganzjährig warm sein. Man sollte vielleicht dort überwintern. Ja und nun kamen sie uns im Gartenbaumuseum mit solchen Sprüchen.: „Der schönste Apfel hat oft einen Wurm.“ Tztztztztz

Jedenfalls waren wir von der hoch-geprieseneen Ausstellung ein wenig enttäuscht. Keine Pflanzen, für den Laien zu trocken und so gingen wir unwillig nach Hause.

Das Wetter zeigt sich am Sonntag zwar von seiner besten Winterendeseite, was uns jedoch nicht vom Sitz- und Liegemöbel hoch trieb.

 

Zeit

Manche Wochen enden, wie die Woche davor geendet hat. Ist das Eintönigkeit? Oder nur Beständigkeit?

Nach dem Kurzurlaub im Harz endete die Woche bei einem guten Gespräch mit meinem Freund im Speicher der Altstadt. Die neue Arbeitswoche bringt eine Flut an Arbeit, die mir nun wieder richtig gefällt. Konzentriertes arbeiten befreit mich von Zeit und Raum und schwups … ist der Tag rum, ohne unnütze Gedanken zuzulassen.

Morgenrot und Abendrot wechseln sich ab. Arbeiten, schlafen …immer im Wechsel. Es gibt Zeiten, da denke ich nicht darüber nach. Das nennt sich wohl „Hamsterrad“.

Doch dann kommt das Unerwartete … nein, das Erhoffte. Ein angenehmer, lockerer Termin im Norden von Thüringen. Projektübergabe – abnahme mit gleichzeitiger Anbahnung neuer Projekte. Anregende Gespräche bei gutem Essen. Das mag ich.

Die Zeit  gut zu kochen, muss man sich einfach nehmen. Das ist für mich ein wenig Meditation, oder Verarbeitung der kürzlich erlebten Ereignisse. Die Freude auf geschmackliche Genüsse lässt ein eher abgeklärtes Bild auf die vergangenen Ereignisse zu.

Geschmorte Schweinebäckchen sind ein Genuss für das Auge und den Gaumen.

Man bekommt solche Leckereien auf Bestellung beim Metzger auf dem Domplatz.

Aber auch Brot und Brötchen kann man gern selbst backen. Mit Dinkel ist das sehr bekömmlich.

Und dann endet das Wochenende wieder im Speicher. Frau lässt sich kosmetiktechnisch beraten und ich warte in ruhiger Atmosphäre im Speicher, bei einem Gläschen Wein, mit der Lektüre einer Tageszeitung und dem Studium der anwesenden Gäste.

Und hier endet die Woche sehr gemütlich, mit der Frage, ob die Zeit der Woche gut genutzt ist.

Carpe diem.

Ein bisschen Harz nochmal

Am Donnerstag letzte Woche wollten wir den Kontrast zum Brocken schaffen. Angesagt waren die Höhlenwohnungen in Langenstein nahe Halberstadt. Leider waren wir wohl zu früh unterwegs, denn gegen 10 Uhr hat der Ort noch geschlafen.

Nun gut, dann eben nicht. Über Blankenburg nach Quedlinburg der Welterbestadt mit Charme.

„Die Stadt liegt im nördlichen Harzvorland durchschnittlich 123 m ü. NN, 50 km südwestlich der Landeshauptstadt Magdeburg. Die unmittelbar angrenzenden Höhen erreichen 181 m ü. NN. Die Stadt liegt im Flussbett der Bode, mit dem größeren Teil westlich des Flusses.“ Wikipedia

Mit gut 2000 Fachwerkhäusern ist Quedlinburg ein Kleinod im Osten Deutschlands. Mich hat es beeindruckt, wie aus der einstigen, dem Zerfalls preisgegeben Stadt, die Schönheit spießt wie im Frühling die jungen Knospen.

Als wir vom Schloßberg kommend zurück Richtung Markt schlenderten, erklang der Ton einer Lokomotive, als wäre sie gleich neben mir.

Das langen Suchen hatte erst Erfolg, als wir ein paar Schritte mehr vom Eisenbahn & Spielzeugmuseum entfernt standen. Man muss schon Geduld haben.

Diese Puppe sitzt vor einem Geschäft in Wernigerode, wo wir noch einmal den Pool der Brockenhexen auffüllten.

Freitags fuhren wir in aller Ruhe und quer durch den Harz in unsere Heimat. Zufrieden und sehr aufgeräumt.

Der kalte Brocken

Am Mittwoch sollte das Wetter für diese Woche am sonnigsten, aber auch kalt sein. Deshalb suchten wir diesen Tag für unsere Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn von Wernigerode über Drei Annen Hohne und  Schierke zum Brocken aus. Der Plan war durch gerechnet und besagte 7 Uhr Wecken. Mist! Ich wachte erst gegen 7:30 Uhr auf. Meine Frau fragte wie spät es wäre … 😉

Wir haben es trotzdem geschafft. Kurz vor der Abfahrt des Dampfzuges hatte wir die Fahrkarten und saßen am Fenster im Zug.

Das Bild im Zug habe ich gemacht, als alle ausgestiegen sind. Der Zug war nämlich schon in Wernigerode so gut wie voll. Aber gut, jetzt konnte es bei guten Wetter aus den grünen Wernigerode von 240 m ü. N.N. , hoch auf den Brocken zur Höhe 1.141 m ü. N.N. gehen.

An allen Stationen stiegen Fahrgäste zu, auch wenn keine  Plätze mehr zur Verfügung standen. Bei Minusgraden standen die Leute auf den Einstiegspodesten.  Spätestens ab Schierke waren wir inmitten einer herrlichen Winterlandschaft.

Nach fast 2 Stunden Fahrt kamen wir auf dem Brocken an.  Herrlich … alles weiss … wie damals … als Kind sah Winter für mich immer so aus.

Der Wind pfiff auf allen Ecken. Und dennoch ein Wintermärchen, das schon lange nicht mehr mein Auge erblickte.

Jedenfalls brauchten wir dringend eine warme Ecke und Mahlzeit. Die haben wir in einem MITROPA ähnlichen Abfertigungsgebäude gefunden und waren trotzdem zufrieden.

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Herrliche Aussicht auf Wernigerode und Ilsenburg. Ein beeindruckendes Schauspiel des Winters.

13:14 Uhr fuhr ein Zug zurück nach Wernigerode. Den haben wir auserkoren, uns wieder nach unten zu bringen.

Auch hier war der Zug wieder vollkommen überbesetzt. Chinesische Mädels musste auf der Rampe nach Schierke fahren und waren dort ganz still. Doch als sie im Abteil saßen und auftauten, gackerten die Hühner wie auf dem Misthaufen. 😉

Ich wußte gar nicht das Wernigerode eine Hochschule hat und dann noch mit einer Haltestelle der Harzer Schmalspurbahn.

Später waren wird dann im Huy. Einem kleinen Gebirgszug nahe des Harzes. Dort störten wir einen Mönch bei seiner Motivationssuche in der Kirche der Huysburg.

Das tat uns leid und so entfernten wir uns so unauffällig wie es ging.