Bad endlich fertig

Was lange dauert wird gut.

Wir haben es geschafft und sind jetzt mit dem Ergebnis zufrieden.

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Krämerbrückenfest 2018

Wie immer am 3. Wochenende im Juni tanzt der Bär in der Altstadt von Erfurt. Das Krämerbrückenfest ist ein Anziehungspunkt für Touristen und Leute aus dem Umfeld von Erfurt. Der „gemeine Erfurter“ ist schon ein bisschen zurückhaltender mit dem Besuch der Altstadt in dieser Zeit. Meist schiebt man sich durch die Straßen und Gassen oder wird geschoben. Wer kein ausgesprochener Rudelmensch ist, bleibt besser zu Hause oder besucht die Dörfer und Wälder in der Nähe. Denn dort ist ja kaum jemand auf der Straße, sie sind alle in Erfurt.

Am Sonntag Vormittag frönte meine Frau den Putzteufel, weil der Dreck vom Bad-Umbau in jede Ritze gezogen ist. Meine Zustimmung für die sonntägliche Abwechslung zeigte ich ihr, indem ich nicht im Weg rum stand, sondern den Krämern auf der Brücke beim Handeln zusah. Zu meine Überraschung waren am Sonntag Vormittag noch nicht so viele Leute unterwegs.

Man konnte gut sehen, wie sich Loriot am Fenster mit seinem Rotwein langweilte, denn er hatte sicher mit mehr Menschen in den Gassen gerechnet.

In unmittelbarer Nähe zur Krämerbrücke eröffnete sich die Welt des Mittelalters. Schon zu den Hochzeiten des Mittelalters war Erfurt Schnittpunkt zweier berühmter Handelsstraßen, wo sich Wege von Waren und Menschen aus allen Himmelsrichtungen kreuzten. Krämer, Handelsherren, Mägde und Gewandmeister feilschten und tauschten so viel sie konnten.

Die Krämerbrücke selbst ist in diesem Jahr gut beschuht gewesen. Symbolisch wurden 360 Schuhe leichtgläubiger Besucher eingesammelt und auf der Krämerbrücke zusammen mit so mancher „Wahrheit“ aufgehängt.

Gegen 17 Uhr fanden wir uns im Augustiner-Biergarten zum Fußball schauen ein. Das hätten wir uns wohl schenken können.

Bad 2. Tag

Kein Wasser, kein Abwasser.  Am Tag wenn es hier drunter und drüber geht sind wir nicht zu Hause. Gut für uns, nicht gut für die Nachbarn. Obschon die Nachbarin sagte, das sie mit viel mehr Lärm gerechnet hat.

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Wir kommen trotzdem gut zurecht. So hätte ich es nicht vermutet.  In der Planung hatte ich eine Ferienwohnung in der Stadtmitte vorgesehen. Dort könnte Mann gerne am Abend ein Weinchen trinken. Frau wollte eben nicht. Also liegen wir im eigenen Bett und nutzen das Bad unserer Nachbarin. Kein Problem, denn sie ist zur Zeit nicht zu Hause. Also ich kann auch in fremden Betten schlafen. 😉

Handwerker …

… sind ja heute Mangelware. Wir müssen unser Bad renovieren und schon so einrichten, das man auch mit 90 darin noch an jede Armatur kommt, ohne die Beine heben zu müssen.

Im März diesen Jahres wurde das neue Bad projektiert und  für gut befunden. Den Starttermin legten wir vorsorglich auf die Zeit nach den Feiertagen im Mai. Somit sollten alle Arbeiten am Stück und zügig erfolgen.

Meine Skepsis zur Einhaltung des Termins mit Beginn der 22. KW hat mich nie verlassen. Heute bekam ich die Bestätigung für den pünktlichen Arbeitsbeginn am Montag, selbst mit dem Wunschpersonal.

Jetzt keimt in mir die Hoffnung, das tatsächlich alles planmäßig erfolgt. Ich kann es kaum fassen!

Bunkererlebnis Teil II

Nach dem Essen sollte die „Grundausbildung“ beginnen. Der „Flötenfranz“ der damit beauftragt wurde, hatte gerade mal 3 Jahre im Wachregiment gedient, kannte also die Kampftruppe nur vom „Hörensagen“.  Nun ja, er konnte wenigsten die Schutzmaske anlegen und Sprüche klopfen. Das alles geschah im Bunker bei 5-8 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit.

Dann übernahm ein anderer Verantwortlicher und führte uns durch alle Räume des Bunkers und erklärte die Wirkungsweise der Belüftung, Energieversorgung, vom Nachrichtennetz und auch die Ver- und Entsorgung mit lebenswichtigen Mitteln. Sehr interessant, umfangreich und vor allen verständlich und logisch vorgetragen. Ich war angenehm überrascht, denn den Rest der „Verantwortlichen“ konnte man getrost in der Pfeife rauchen.

Das zog sich bis 23 Uhr hin. Danach ging es zum gemütlichen Teil über. Olli wollte ins Bett und trollte sich. Die meisten „Gebunkerten“ verzogen sich bis 1 Uhr, 4 Mann darunter auch ich blieben bis 3:15 Uhr draußen. Grund: es war noch genug Bier da und an der frischen Luft war es einfach wärmer. Außerdem hatten wir auch genug Stoff um zu schwatzen.

Als wir in den Schlafbunker gingen, nölte  Jemand aus dem Dunkeln: es ist 3 Uhr 19.

Das war eine nicht genehmigte Feststellung. Es war nicht so einfach in das Bett da oben zu kommen, doch irgendwie schaffte ich es. Einmummeln und schlafen in dem gefühlten Schließfach. Die Bude hatte sich jetzt auf gut 5 Grad abgekühlt und klamm war es auch. War der Rücken warm, froren die Füße und umgekehrt. Irgendwann musste ich auch mal pinkeln, was ich eigentlich vermeiden wollte.

Die Blase entschied anders. Also von oben runter klettern, versuchen die anderen nicht zu wecken und dann auf die Suche nach den „sanitären Anlagen“. Raus kamen wir nicht, denn die Schleusen waren von außen geschlossen. Mit einer kleinen mitgebrachten Taschenlampe schaffte ich auch diese Aufgabe.

Wieder in der Koje bemerkte ich ein Schnarch Konzert vom Feinsten. Wieder  einschlafen war kaum möglich. Auch weil einer völlig genervt von den Schnarchern war und seiner Laune Luft machte. „Pille hör auf zu schnarchen oder schmeiß Dich raus!“ Die boshafte Gereiztheit in der Stimme ließ aufhorchen. Ich musste trotzdem so sehr lachen, wobei das Bett in Bewegung kam. In diesen grotesken Situationen begreift man, dass der Mensch kein Rudeltier ist.

Gegen 7:30 Uhr … im schönsten Schlummerschlaf … ertönte eine handgetriebene Sirene, die trotz geschlossener Tür bis ins Mark erschütterte. Vor der Tür blökte eine piepsige Stimme „Aufstehen! In 10 Minuten raustreten zum Frühsport.“

Bei so einigen Mitbunkerer machte sich ein wenig Erleichterung bemerkbar. Der Mann im Bett unter mir, bemerkte so nebenbei, überhaupt nicht in den Schlaf gefunden zu haben. Für ihn war wohl der Sirenenton eine Erlösung. Wir trotteten so langsam an das Tageslicht und suchten die wärmende Sonne. Vor dem Bunker stand eine Gestalt, die einem Geist ähnelte. Mir kam sofort der Vergleich mit einer Nachtkatze in den Kopf. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Dieses Männlein dort im Walde stellte die Frage in die Runde, ob jemand Lust auf Frühsport hätte. Blöde Frage … natürlich ging die Lust darauf auf null. Nachdem das geklärt war piepste der komische Kautz, er hätte auch keine Lust zum Frühsport, wir müssten noch die Betten abziehen, unsere Sachen aus dem Bunker holen und so einige rumstehende Gegenstände aufräumen.

Also ging ich los um mein Bett abzuziehen, denn wenn dort nur ein paar Leute sind, kann man locker die paar Handgriffe machen. Und flugs hatte alle diese Idee. Es wurde eng im Schlafgemach. Wir standen alle in einer Reihe (anders wäre es auch nicht gegangen) zogen so gut es eben ging die Bettwäsche von den Pritschen und gaben die Wäsche wie mit einem Fließband nach vorn. Dort stand der Mann von vorhin und sammelte den Kram ein. Im Anschluss trotteten wir formationslos zum Hotel, wo die Chefin schon auf uns wartete. Nach einer kurzen Auswertung der Ereignisse, ging es wieder in den Keller wo alles begann.

Die Felddienstuniformen wurden abgelegt und von der piepsigen Stimme eingesammelt. Wir bekamen die Schlüssel zur Sauna, die schön angeheizt auf uns wie das Schlaraffenland wirkte. Wir konnten endlich duschen und uns entkeimen. Ein letztes Déjà-vu ging mir durch den Kopf. In den 1980er Jahren war ich mit meiner Einheit oft auf dem Truppenübungsplatz Nochten in der Oberlausitz. Unsere Gefechtsübungen nahe der polnischen Grenze dauerten meist 3 Wochen. Einmal in der Woche fuhren wir in das Braunkohlekraftwerk Boxberg, um in großen Duschräumen den Dreck der Woche abzuspülen. Diese Bilder und auch das gute Gefühl der Reinigung kamen aus dem geistigen Schubkasten, den ich eigentlich nicht mehr öffnen wollte. Die Sauna konnte ich natürlich nicht mit den Duschräumen von Boxberg vergleichen.

Oben im Hotel war das Frühstück für uns vorbereitet, woran wir bemerkten, das wir wieder im Jahr 2018 angekommen sind.

Fazit: Diese Bunkeranlage sollte man sich rein ziehen und eine gut geführte Besichtigung buchen. Übernachten darin, ist nicht unbedingt empfehlenswert.

Das zweifelhafte „Bunkererlebnis“

Die Ankündigung schrieb ich ja schon im letzten Eintrag. Nun also beginnt die Erzählung der Durchführung in mehreren Teilen, denn es wäre zu ermüdend den Ereignissen zu folgen. Habt bitte Verständnis dafür.

Die Anreise war bis 17:30 Uhr geplant. Ich war so gegen 16 Uhr im zugehörigen Hotel auf der Terrasse und zog mir ein kühles Bier rein. Der Kellner wusste Bescheid und gab mir Zeichen, wenn die ersten Bunkerübernachter kommen. Sie kamen aus der Rhön, waren 5 Leute, 2 Pärchen und ein Single. Das haben sie sich zum 40. Geburtstag „gegönnt“. Ich fand es ja sehr mutig, dass auch die Frauen mitgingen. Eine lustige Truppe, der ich mich mit dem 2. Bier anschloss. Nach kurzer Vorstellung und ersten Gespräch wurde ich kurzerhand von der Truppe adoptiert.

Die 2. Gruppe ließ auf sich warten. Sie kamen erst gegen 18 Uhr. 4 Mann aus der Ecke von Suhl/Zella-Mehlis, die zu Fuß unterwegs waren. Sie hatten den 50. Geburtstag als Anlass genommen.

Kurze Einweisung von der Hotelcheffin und Ausgabe der Einstrich-Keinstrich Felddienstuniformen mit Hosenträger, Koppel und Schutzmaskentasche, im Keller. Das war schon ein Spaß! Man konnte sofort sehen, wer das schon mal gemacht hatte. Die Uniform wurde über die zivilen Sachen gezogen und bald stellte sich heraus, wie gut die Verkleidung uns gegen den Schmutz schütze.

Im Anschluss antreten, Vergabe der Nummern, Übergabe an den Chef und Marsch zum Bunker. Einrücken, Klamotten verstauen und Bett beziehen. Das war der Anfang im Kurztelegramm-Stil. Die „Bunkerräume“ sind rechteckig wie Schläuche. Temperaturen so zwischen 5 – 10 Grad, die Wände waren feucht. Die Ausmaße etwa 2,3 Meter hoch und breit und ca. 15 – 18 Meter lang. Wenn man rein kommt stehen Regale auf der linken Seite, ca. 60 cm tief und auf der rechten Seite stehen 3-stöckige Betten mit einer Breite von 80 cm.

Die unteren Betten wurden nicht belegt, schon weil die Auflagen direkt auf dem Boden aufgesetzt waren. Das ist kalt, hart und ganz schlecht rein zu kommen. Die mitgebrachten Sachen konnten locker in die Regale links eingeräumt werden. Nun wurden die „Betten“ bezogen. Karowäsche und weißes Laken. Nicht ganz so einfach, wenn das mittlere und obere Bett gleichzeitig bezogen werden muss. Zumal ja die Bettwäsche für normale Betten vorgesehen ist. Im Anschluss erfolgte die Abnahme durch einen wichtigtuenden Mann.

Als alles fertig war, wieder raus (wobei wir Tische und Bänke … also Bierzeltgarnituren nach draußen brachten), antreten und Arbeitsverteilung. Auf die Frage wer denn kochen könne, meldete sich niemand. Kein Problem. Der Kerl da vorn zeigte auf 4 Mann – du, du, du und du. Ich war auch dabei.  Der Rest wird zur Wache eingeteilt.

Dann brachten sie Kisten mit Geschirr, Gemüse, Obst, Zwiebeln, Kräuter, Pellkartoffeln und Bratwurst und Grillsteaks ans Tageslicht. Ein Mann bekam den Rost in seine Verantwortung, wir drei machten Kartoffelsalat und grünen Salat. Ich übernahm das Pellen der Kartoffeln. Alles kein Thema, die arbeiten waren gut verteilt und gingen auch flott von der Hand. Einer mäkelte rum, von wegen so trocken in Wald, die Kehle klebt schon usw., womit er auch Erfolg hatte, denn die „Verantwortlichen“ hatten wohl auch Durst. Mit der Zeit bekam die Wache davon „Lunte“ und wollte meutern.

Olli, der die Kartoffeln schnippelte und den Salat würzte, hetzte die ganze Zeit den Chef auf, die Wache zu bestrafen. So mit Liegestütze oder Kniebeuge und meinte damit seine Frau. Das hatte er wohl ein wenig übertrieben. Die Bestechung mit einem Obstler wurde gern angenommen, hatte aber keine Auswirkung. Der Chef ließ antreten und fragte wer sich denn als Oberst in die Liste geschrieben hat. Olli meldete sich. Daraufhin musste seine Frau vortreten und wurde zum General befördert. Olli, der Kerl war mit einmal stinksauer und nörgelte nur rum. Nun sagte seine Frau auch noch, dass er jetzt Wache stehen solle, wenn wir essen. Olli trollte sich zum Erstaunen der Umstehenden und wollte auf keinen Fall mit essen. Aus unserem Erstaunen wurde Heiterkeit und weil Frau das Verhalten schon kannte, fiel es ihr nicht so schwer den Beleidigten an den Tisch zu holen. Dinger gibt’s, die gibt’s gar nicht.

Fortsetzung folgt.

Ein zweifelhaftes Erlebnis …

… hat man mir als Geburtstagsgeschenk beschert. Weil ich Aufmerksamkeiten zu Geburtstagen überhaupt nicht mag (das ist aus meiner Sicht ein ganz persönlicher Tag) antwortete ich auf Fragen meiner Kollegen wie immer trotzig. Und weil die Kollegen nun gar keine Ahnung hatten, was sie mir „Gutes“ tuen könnten, besorgten sie einen Gutschein für eine Übernachtung im Bunker der Staatssicherheit. „Das reality Erlebnis“

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Darauf habe ich heute gar keine Lust, drücken kann ich mich jetzt aber nicht mehr. Anderseits schützt mich der Gutschein vor einer Geburtstagsfeier in der lieben Verwandschaft, denn ich bin ja aktenkundig verhindert. Wie so oft hat jede Medaille ein Vorder- und Rückseite.

Ach ja … und ein Gutschein für ein Bierseminar als Wiedergutmachung, haben die Kollegen noch dazu gelegt.

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So langsam stelle ich mich seelisch und moralisch auf einen Ausflug in die Vergangenheit ein. Ich werde ganz sicher hier berichten wie es gewesen ist.

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Ein paar Utensilien aus der Zeit in der ich noch als „Krieger“ durch die Welt ging, habe ich noch.