Frühlingsanfang

Ja … ist ja schon gut, die Überschrift ist ein wenig übertrieben. Erst erkläre ich siegessicher meiner Frau, dass der Frühling „immer“ am 21. März beginnt und muss dann zugeben, nicht mehr auf dem Laufenden zu sein.

Dann ziehe ich am Samstag auf den Domplatz, wo der größte Bratrost Thüringens die Rostzeit einleitete und nicht mal der Eiermann ist dort. Keine Gemüsehändler hatten sich getraut, bei fetten 12 Grad minus ihre Waren auszulegen.

Am Nachmittag lockte es uns dann doch noch an den Rost. Die Wurst aus Schmalkalden stellte sich völlig als  Flop heraus. Unser glasierter Hackbraten im Speckmantel war eben die unschlagbare Geschmacksvariation, die auch nicht durch eine Bratwurst angefochten werden konnte. Und ich bin ein Thüringer durch und durch.

Dienstag … 20.03.2018 … Frühlingsanfang … endlich wieder raus aus dem Büromief.

Aber Frühlingsanfang war das nicht. Es hat geschneit was das Zeug hält. In Thüringen bleibt der Schnee auf der Straße. In Sachsen-Anhalt sind die Strassen frei, doch die Scheiben der Autos werden durch die Salzlake völlig erblindet. Was ist also besser?

Je mehr ich nach Norden kam, desto weniger wurde der Schnee. Fast hätte ich noch einen herrlichen Sonnenuntergang an der Elbe erlebt.

Die Enten sammeln sich wieder. Ob sie wegfliegen oder hier her kommen, kann ich nicht sagen. Wir haben jedenfalls jetzt Frühling.

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden belebenden Blick, … Johann Wolfgang von Goethe

Mal ehrlich … es war schon immer so dass das Wetter gemacht hat, was es will. Schnee zu Ostern ist doch nicht neu!

 

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Es wird langsam …

Übergangszeiten von einer Jahreszeit in die nächste haben immer auch etwas skurriles. Am ersten Märzwochenende traute sich der Eiermann wegen  -10° Kälte nicht vor die Tür. Er konnte oder wollte den Versorgungsauftrag nicht gerecht werden.

Am zweiten Märzwochenende schaffte es die Sonne, den Sonntag auf 20° Wärme hoch zu pushen. 30° Unterschied von einer Woche zur anderen sind schon heftig.

Schon am Freitag lockte mich die ungewohnt warme Luft in die Stadt.

Ich brauchte dringend neue Kreisel. Und die gibt es, wie allgemein bekannt ist, in einem kleinen und feinen Geschäft auf der Krämerbrücke.

Dabei bemerkte ich schon ein leises Summen in der Stadt. Die Tante in dem Geschäft hatte Zeit mit mir zu plaudern und die Leute auf der Straße hatten offene und freundliche Gesichter.

Am Samstag war der Domplatz ein einziger Umschlagplatz von Stoffen und Tüchern.  Bunter ging es nicht.

Die Bäcker und Cafe`s trauten sich noch nicht die Bestuhlung für Draussen raus zu stellen. Deshalb mussten wir zum frühstücken in das Cafe. Flexibel ist anders.

Aber das wird schon noch. Der Sonntag war der Oberhammer. 20° C lockte auch den letzten hinter der Ofenbank hervor. Die Stadt war voll, aus den Summen am Freitag ist ein Brummen geworden.

Wir bekamen keinen Platz am Wenigenmarkt oder Domplatz. Alle hatten ihre Tische und Stühle raus gebracht und doch war kein Platz für uns. Jede Eisdiele zog eine Warteschlange von mindestens 20 Meter hinter sich her.

Am Ende langen Brücke fanden wir dann doch ein Plätzchen, beim Italiener. Das letzte Bild zeigt einen sehr filigranen Kreisel aus Birnenholz. Er ist der Ballerinakreisel unter dem gewöhnlichen Kreiselvolk.

Ende Februar / Anfang März 2018

Der Februar endet in Magdeburg am Montag und Dienstag in Halberstadt bei eisiger Kälte.

Und dennoch hat dieser Winter etwas. Fast vergessen geglaubte Bilder einer Winterlandschaft rücken wieder in das ständige Erinnerungsvermögen.

In Kleinmölsen, kurz vor Erfurt hat man winterlichen Humor und künstlerische Umsetzungstalente.

Diese niedliche Spinne, oder wie man in Erfurt so schön sagt, dieser Ganker verirrte sich in unsere Badewanne. Jetzt soll das komplette Bad saniert werden. Das ist Stress der auf uns zu kommt.

Das erste Wochenende im März hat den Eiermann auf dem Markt zu Weichei gemacht. Wir musste ohne frische Eier und bei Kälte zur Planung des neuen Bades in die Andreasstraße 1. 

Der Service dort gefällt mir gut. Habt ihr schon mal ein betrunkenes Straßenschild gesehen?

Den Sonntag wollten wir eine neue Ausstellung über „alte Nutzpflanzen“ auf der EGA ansehen. Jetzt fiel uns auf, wie lange wir nicht dort gewesen sind. So im Winter ist ja auch nicht viel los dort.

Aber im Schmetterlingshaus soll es ganzjährig warm sein. Man sollte vielleicht dort überwintern. Ja und nun kamen sie uns im Gartenbaumuseum mit solchen Sprüchen.: „Der schönste Apfel hat oft einen Wurm.“ Tztztztztz

Jedenfalls waren wir von der hoch-geprieseneen Ausstellung ein wenig enttäuscht. Keine Pflanzen, für den Laien zu trocken und so gingen wir unwillig nach Hause.

Das Wetter zeigt sich am Sonntag zwar von seiner besten Winterendeseite, was uns jedoch nicht vom Sitz- und Liegemöbel hoch trieb.

 

Ein bisschen Harz nochmal

Am Donnerstag letzte Woche wollten wir den Kontrast zum Brocken schaffen. Angesagt waren die Höhlenwohnungen in Langenstein nahe Halberstadt. Leider waren wir wohl zu früh unterwegs, denn gegen 10 Uhr hat der Ort noch geschlafen.

Nun gut, dann eben nicht. Über Blankenburg nach Quedlinburg der Welterbestadt mit Charme.

„Die Stadt liegt im nördlichen Harzvorland durchschnittlich 123 m ü. NN, 50 km südwestlich der Landeshauptstadt Magdeburg. Die unmittelbar angrenzenden Höhen erreichen 181 m ü. NN. Die Stadt liegt im Flussbett der Bode, mit dem größeren Teil westlich des Flusses.“ Wikipedia

Mit gut 2000 Fachwerkhäusern ist Quedlinburg ein Kleinod im Osten Deutschlands. Mich hat es beeindruckt, wie aus der einstigen, dem Zerfalls preisgegeben Stadt, die Schönheit spießt wie im Frühling die jungen Knospen.

Als wir vom Schloßberg kommend zurück Richtung Markt schlenderten, erklang der Ton einer Lokomotive, als wäre sie gleich neben mir.

Das langen Suchen hatte erst Erfolg, als wir ein paar Schritte mehr vom Eisenbahn & Spielzeugmuseum entfernt standen. Man muss schon Geduld haben.

Diese Puppe sitzt vor einem Geschäft in Wernigerode, wo wir noch einmal den Pool der Brockenhexen auffüllten.

Freitags fuhren wir in aller Ruhe und quer durch den Harz in unsere Heimat. Zufrieden und sehr aufgeräumt.

Der kalte Brocken

Am Mittwoch sollte das Wetter für diese Woche am sonnigsten, aber auch kalt sein. Deshalb suchten wir diesen Tag für unsere Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn von Wernigerode über Drei Annen Hohne und  Schierke zum Brocken aus. Der Plan war durch gerechnet und besagte 7 Uhr Wecken. Mist! Ich wachte erst gegen 7:30 Uhr auf. Meine Frau fragte wie spät es wäre … 😉

Wir haben es trotzdem geschafft. Kurz vor der Abfahrt des Dampfzuges hatte wir die Fahrkarten und saßen am Fenster im Zug.

Das Bild im Zug habe ich gemacht, als alle ausgestiegen sind. Der Zug war nämlich schon in Wernigerode so gut wie voll. Aber gut, jetzt konnte es bei guten Wetter aus den grünen Wernigerode von 240 m ü. N.N. , hoch auf den Brocken zur Höhe 1.141 m ü. N.N. gehen.

An allen Stationen stiegen Fahrgäste zu, auch wenn keine  Plätze mehr zur Verfügung standen. Bei Minusgraden standen die Leute auf den Einstiegspodesten.  Spätestens ab Schierke waren wir inmitten einer herrlichen Winterlandschaft.

Nach fast 2 Stunden Fahrt kamen wir auf dem Brocken an.  Herrlich … alles weiss … wie damals … als Kind sah Winter für mich immer so aus.

Der Wind pfiff auf allen Ecken. Und dennoch ein Wintermärchen, das schon lange nicht mehr mein Auge erblickte.

Jedenfalls brauchten wir dringend eine warme Ecke und Mahlzeit. Die haben wir in einem MITROPA ähnlichen Abfertigungsgebäude gefunden und waren trotzdem zufrieden.

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Herrliche Aussicht auf Wernigerode und Ilsenburg. Ein beeindruckendes Schauspiel des Winters.

13:14 Uhr fuhr ein Zug zurück nach Wernigerode. Den haben wir auserkoren, uns wieder nach unten zu bringen.

Auch hier war der Zug wieder vollkommen überbesetzt. Chinesische Mädels musste auf der Rampe nach Schierke fahren und waren dort ganz still. Doch als sie im Abteil saßen und auftauten, gackerten die Hühner wie auf dem Misthaufen. 😉

Ich wußte gar nicht das Wernigerode eine Hochschule hat und dann noch mit einer Haltestelle der Harzer Schmalspurbahn.

Später waren wird dann im Huy. Einem kleinen Gebirgszug nahe des Harzes. Dort störten wir einen Mönch bei seiner Motivationssuche in der Kirche der Huysburg.

Das tat uns leid und so entfernten wir uns so unauffällig wie es ging.

Ein paar Tage im Harz

Im Harz bin ich sehr gern. Keine Ahnung warum. Wir sind jedenfalls im Hotel in Halberstadt untergekommen, wo ich auch sonst bei meinen Dienstfahrten absteige. Also ein wenig  zu Hause.

Auf dem Weg dort hin stiegen wir am Netzkater zum Mittagessen aus. Hier ist Winter wie wir ihn kennen.

Dann war Wernigerode angesagt. Eine Stadt mit Charakter und schönen Fachwerkhäusern. Die Brockenhexe ist dort allgegenwärtig.

Hier ist es schön kalt. Da sucht man sich auch mal kuschlige Räume mit schönen Sachen die man nicht braucht. Wir waren in einer Glasmanufaktur.

Jetzt sind wir in warmen Appartement an der Zuckerfabrik und schauen mal, was  wir morgen und übermorgen im Kino schauen können. Die dunklen Abende können wir mit der „kleinen Hexe“ oder einen schlüpfrigen Film  aufhellen.

Und hier noch ein Spruch vom Wernigeröder Rathaus. Das passt in unsere Zeit.

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Weihnachtsmarkt in Tonndorf

Am 3. Advent sind wir traditionell auf dem Tonndorfer Bauernmarkt. Auch in diesem Jahr mussten wir dort hin. Das „MUSS“ kommt von der Tradition her, sonst fehlt etwas in der Adventszeit.

Normalerweise liegt zu dieser Jahreszeit Schnee oder der Boden ist wenigstens gefroren. Das war in diesem Jahr nicht so, weshalb man dort mit einer Schlammschlacht rechnen musste.

Aber gut, es gibt da ja noch die große Halle, in der gekocht, gestrickt, geschnitzt, gegessen und getrunken wird.

Der obligatorische Glühwein hat wieder sehr gut geschmeckt und geräucherten Speck für die Rouladen haben dort auch bekommen. Das war unsere Ausbeute.

Wir waren dort, die Schuhe sahen danach schön matschig aus und das Auto musste zum ersten Mal in die Waschanlage. Der Dreck in den Fußmatten hat sich sehr gut gehalten.

Und hier noch ein paar Worte zum Markt selbst: „Im Gelände des Pflanzenhofs, einer Baumschule in der Nähe des Ortes Tonndorf, der zur Verwaltungsgemeinde Kranichfeld gehört, findet in jedem Jahr vor Weihnachten ein „Bauernmarkt“ statt. Angefangen hat er damit, dass viele Menschen aus der Umgebung im Pflanzenhof ihren Weihnachtsbaum kauften. Dieses System der Direktvermarktung fand großen Zuspruch und wurde zunächst vor allem auf Geflügel und dann auf weitere Waren ausgeweitet.   Hier kann man direkt zusehen, wie z.B. Forellen geräuchert werden oder Schnitzereien entstehen. Hier kann man nach der Herkunft, Entstehung und Zusammensetzung der Waren fragen und sich unmittelbar vom Hersteller informieren lassen. Die Waren sind frisch, nicht lange gelagert, nicht eingefroren worden und durch keine weiteren Hände gegangen. Darin besteht der Reiz der Direktvermarktung.  Dazu bietet der Tonndorfer Bauernmarkt das Erlebnis eines volkstümlichen Festes. Selbstverständlich gibt es auch frisch gegrillte Thüringer Bratwurst und andere Leckereien zu kaufen. Der Markt ist auch Ausgangspunkt für Pferdekutschfahrten und Fahrten mit Hundeschlitten durch die Umgebung. Ich bin sicher, dieser Markt wird noch viele neue Freunde gewinnen.“ http://www.thueringen-lese.de