Die Summe aller Laster ist konstant …

… habe ich letzte Woche von einem Freund gelernt. Und seit dem kaue ich darauf rum.

Was sind eigentlich Laster? Ein Lastkraftwagen wohl nicht. Eingegeben bei Google kommt folgendes: „etwas (Gewohnheit o. Ä.), was als tadelnswert, als schädlich, abträglich für den Betreffenden angesehen wird“

Ach ja … sie meinen eine Zigarre genießen, einen guten Wein trinken, das Nichtstun lieben, frauliche Rundungen bewundern, teure Hobbys, schnelle Autos und was weis ich noch.

Nicht alle Menschen können genießen. Das ist schade … ! Laster und Genuß ist dementsprechend nur ein Wort für Wohlsein aus unterschiedlicher Sichtweise. 😉

Letzte Woche war ich in der Altmark. Das Wetter hat den kleinen Jungen in mir verhindert, denn die Elektrocars habe ich nicht dem Regen ausgesetzt. So viel Zeit zum Putzen danach hatte ich einfach nicht.

Ein Bier mit Freunden war aber keineswegs ausgeschlossen, dafür bin dankbar. Zuerst waren wir in einem Restaurant mit Garten. Dort bestellte ich einen Aschenbecher der mir verwehrt wurde. Nochmal langsam … mir wurde gesagt, hier werde gegessen und Rauchen  stört. Wir sind gegangen. Das hatte ich schon mal erlebt. Wohlgemerkt im Biergarten. Es haben sich Leute zu uns gesetzt, obwohl die Zigaretten auf dem Tisch lagen. Dann wurde laut getuschelt bis meine Begleiterin, wohlgemerkt Nichtraucherin, den Leuten sagte das sie ja rein gehen können. Das hätten sie sich ja auch erkämpft. Außerdem sind genügend Tische im Garten frei.

Nun ja, wir waren dann beim Vietnamesen. Essen ging, Bedienung war zum Heulen. Wenn das Glas leer war, konnte man Kniebeugen machen um die Aufmerksamkeit des Wirtes zu erhaschen.

Ich hatte dennoch einen guten Tag.

 

Heilfasten – und fertig

Donnerstag den 23.01.2020

07:00 wie immer. Die Nacht hatte ich sehr gut geschlafen, auch der Wecker hatte seine Daseinsberechtigung. Nach dem kurzen Morgenspaziergang begann die Gesprächsrunde gegen 08:15 Uhr. Einmal die Runde herum wie es uns heute geht. Meine Frau klagte über Sodbrennen und einer der Herren über Rückenschmerzen. Mir tut der Rücken auch ein wenig weh, das kommt aus meiner Sicht von der ungewohnten Anstrengung der Chirogymnastik. Als Sesselfurzer und ständiger Autofahrer fehlt mir die Stabilität der Rückenmuskulatur. Ansonsten geht es allen sehr gut.

Das heutige Thema war Kauschulung. Claudia brachte „alte“ Dinkelbrötchen mundgerecht geschnitten mit, die wir langsam zerkauen sollten. Erst wenn alles durch den Speichel zu Brei verarbeitet war sollte man schlucken. Der Speichel signalisiert dem Magen auf was er sich vorbereiten kann, um die richtige Magensäure bereit zu stellen. Nur eine Teilnehmerin tat das auch. Alle anderen befürchteten durch die Nahrungszufuhr wieder Hungergefühle. Die hatten wir seit Tagen nicht mehr. Sie war ein bisschen enttäuscht, konnte aber nichts dagegen tun.

09:30 Uhr fuhren wir nach Nebra zur Himmelsscheibe. https://www.himmelsscheibe-erleben.de/ Die meisten kannten das schon. Aber wir wollten ja auch ein bisschen unterhalten werden. Es gab eine Führung durch das Museum und eine Vorführung im Planetarium. Dann fuhren wir Richtung Aussichtsturm und gingen dann noch 300 Meter durch den Wald bis zur Lichtung. Dort wurde die Himmelscheibe gefunden.

Der Turm, bei aller Funktionalität, ist aus reinem Beton hingestellt worden. Ohne Schnörkel, ohne architektonischen Glanz. Vor 200 Jahren hätten sich die Architekten hier ausgetobt. Heute braucht man dazu nur Betonbauarbeiter. Die Funktionalität ist gut, die Ansicht grottenschlecht. Als wir wieder in Koster Donndorf waren, ersparte ich mir die Brühe. Denn langsam sträubt sich auch bei mir der Magen. Wir hatten bis 17:00 Uhr Zeit für uns. Ich konnte ganz gut schlafen.

17:00 Uhr Chirogymnastik. So langsam werden meine Glieder, Muskel und Gelenke geschmeidig. Spaß ist etwas anderes und doch tut es mir gut.

18:00 Uhr Brühe. Mit etwas Überwindung nahm ich einen Teller voll, mit Petersilie. Das Gute daran sind die Gespräche mit den anderen. Diesmal bemerkte ich, dass die Petersilie schon nach einer Stunde meinen Körper wieder verließ. Auch rieche ich mich selbst. Wenn der Körper an die Fettreserven geht und Entschlackt, gibt es einen markanten Geruch, den man wahrscheinlich nur selbst riecht. Nicht gerade vorteilhaft. Und wenn die Mädels in der Nähe sind, sträubt sich meine Nase, wegen des derben Geruchs der Deos oder anderer kosmetischen Gerüche. Das kann auch wehtun.

19:00 Uhr Zeit für Gespräche im Seminarraum. Tee Zeit und Basenfußbad. Wir waren nur zu Dritt. Andere nutzten die Sauna oder verschwanden im Zimmer. Das Fußbad ist sehr gut, denn die Füße bleiben trotz der geringen Energiezufuhr die ganze Nacht warm.

Jetzt ist es nur noch ein Tag bis zum Fastenbrechen. Die Zeit vergeht hier wie im Fluge. Man lernt neue Menschen kennen, trifft Menschen aus ehemaligen Kursen der vergangenen Jahre wieder, lernt nicht nur im Seminar, sondern auch von allen Anwesenden. Für mich ist das eine Bereicherung und eine Auszeit, die kein Urlaub bieten kann. Und trotzdem freue ich mich auf den obligatorischen Bratapfel am Samstag und mein Zuhause.

Freitag den 24.01.2020

07:00 Uhr wie immer. Einlauf, Trockenbüsten, Körperpflege. Danach hatte ich wieder ein wenig Zeit für mich. Die Andacht schwänzte ich wie so oft. 08:15 Uhr Gesprächskreis. Thema: Essen. Ich hörte einfach weg. Wir machten uns Pfefferminztee und ich lutschte wie schon so oft Zitronen aus. Die Tante da vorn wiederholt sich. Das macht einfach schläfrig. Danach war Wandern angesagt. Auch hier seilte ich mich ab. Im Nachbardorf Langenroda gibt es eine kleine Schlachterei. Dort kaufte ich so ein paar Wurstsorten. Als die Verkäuferin mir die Wurst zu kosten anbot, hätte ich ja gern … aber bis Sonntag werde ich nicht daran gehen. Auch wenn es sehr verlockend gewesen ist. Diese kleinen dörflichen Schlachtereien haben ihre eigene Note und Gewürze. Da lohnt sich das Ausprobieren. Den Einkauf kann ich im Auto lassen, denn bei -4 bis 0 Grad funktioniert es wie im Kühlschrank.

11:00 Uhr Chirogymnastik: Ich war ja skeptisch gegenüber dieser Körperertüchtigung. Nun möchte ich es fast nicht mehr missen. Nach diesen 5 Tagen Training fühle ich meinen Körper mit jeder Faser und bin viel gelenkiger.

Nach der Mittagsruhe mit Leberwickel und einer Mütze Schlaf, gab es einen Vortrag der die Übersäuerung zum Thema hatte. Alles sehr theoretisch. Ich war froh als die Türen aufgemacht wurden und eine Wanderung ganz speziell nach dem Motto „Achtsame Naturerfahrung“ auf der Tagesordnung stand. Jeder für sich und alleine. Das ist doch etwas für den einsamen Wolf.

18:00 Uhr Brühe. Heute gab es rote Beete Brühe ohne Salz wie immer. Das war einfach ekelhaft, so richtig zum Abgewöhnen, wenn man überhaupt von Gewöhnung sprechen kann.

Ab 19:00 Uhr einen Vortrag über Aufbautage. Was sollte man nach dem Fastenbrechen in den nächsten 3 Tagen essen und was muss vermieden werden, um den Fasteneffekt nicht zu stören. Na ja, mal sehen was sich umsetzten lässt.

Zu guter Letzt bekamen wir eine Fastenbowle nach Art des Klosters. Ein bisschen Apfelsaft mit Ingwer und anderen Kräutern. Herrlich. Was für ein Geschmack!

Samstag den 25.01.2020

Fastenbrechen! 07:00 Uhr Morgenprogramm und Taschen packen. 09:30 Uhr müssen die Zimmer frei sein. Das Personal hat gut zu tun, denn es reisen insgesamt fast 30 Faster ab. Am Sonntag kommen schon wieder die nächsten Kurse zum Fasten. Diesmal ging ich zur Andacht. Die alte Pastorin stellte den neuen, sehr jungen Pfarrer vor. Das war schon ein wenig feierlich.

Dann treffen sich fast alle im Seminarraum. Birgit (71) wurde schon gegen 9 Uhr von ihrem Mann abgeholt, für sie stand noch eine Geburtstagsfeier mit einem 100-Jährigen an. Gar nicht so einfach nach dem Fasten.

Auswertungsrunde mit ausfüllen der Bewertungsbögen für alles Mögliche. Das finde ich immer nervig. Dann aber kommen die Bratäpfel. Es riecht wie zu Weihnachten. Angemacht mit Honig, Zimt und einer Nelke. Ein Gedicht! Und schon ist Ruhe im Raum. Jeder hat mit seinem Apfel zu tun. Mit Messer und Gabel wird er seziert und in kleinen Stücken gekaut. So lange bis die Happen zu Brei geworden ist und wie von selbst in den Magen rutscht. Es ist eine Zeremonie des Geschmacks, an der alles Synapsen im Mund beteiligt sind. Im Grunde unbeschreiblich.

Nach der Stille des Genießens verabschiedete uns die pensionierte Pastorin der Klosterkirche. Dann war alles vorbei.

Heilfasten … die ersten Tage

Anreise am Sonntag den 19.01.2020:

Wir haben ab Samstag schon keine festen Speisen mehr zu uns genommen. Das fällt in der heimischen Küche schon sehr schwer. Eigentlich sollten wir damit schon 2-3 Tage vorher beginnen. Im Arbeitsalltag ist das sehr schwierig. Vielleicht sind wir nicht motiviert genug. Nun ja, am Samstag gab es nur Apfel und gedünstetes Gemüse. Sonntag dann nur noch Flüssigkeiten.

Gegen 15:30 Uhr waren wir in Kloster Donndorf. Dort wurden uns die Zimmer zugewiesen, die wir bezogen. Jeder sein Zimmer versteht sich. 16:30 Uhr war dann die Begrüßung durch die Kursleiterin Claudia und der Vortrag: „Einführung in die Fastenwoche“.

Wir sind 8 Frauen und 4 Männer. Als Paar sind nur wir dort. Einige Frauen wurden von ihren Männern transportiert und abgegeben worden. 2 Männer (Uwe und Bernd)  stammen aus Frankfurt am Main oder Umgebung, die schon sehr oft in Koster Donndorf nicht nur zum Fasten gewesen sind.

18:00 Uhr gab es eine „Brühe“, in der ungesalzen Gemüse gedünstet wurde, das Gemüse wurde dann entfernt. Es schmeckte scheußlich, ist aber die einzigste Quelle für Mineralien in dieser Woche. Im Anschluss wurden wir in die Bauchmassage für Entspannung eingewiesen. Das war ungewohnt, jedoch sehr entspannend und angenehm. Danach Rückzug auf die Zimmer und trinken einer Bittersalzlösung. Diese sollte planmäßig erst am Morgen auf nüchternen Magen erfolgen, wir haben uns aber für den Abend entschieden, denn am Morgen genommen, würden wir Probleme am Vormittag bekommen.

Montag den 20.01.2020

07:00 Uhr aufstehen, Einlauf, Trockenbürsten. Frühsport gibt es nicht. Das ärgerte mich, die Zeit dafür wurde im Plan für Chiorogymnastik gebucht. Ich hätte sehr gern die Zeit für einen Waldmarsch genutzt. Dazu hätte ich jedoch schon 06:00 Uhr aufstehen müssen, wozu ich nicht bereit war. Die Andacht um 08:00 Uhr schwänzte ich geflissentlich.

08:15 Uhr Gesprächszeit. Dort wird das allgemeine Wohlbefinden abgefragt und bei Problemen Abhilfe geschaffen. Meist gesellen sich am Anfang Kopfscherzen hinzu, die durch Schüssler Salze eingedämmt werden. Dann das Thema Fastenkrisen. Was es alles für Krisen während der Fastenzeit gibt. Dabei wird immer Tee getrunken oder und Mineralwasser.

09:30 Uhr Naturerfahrung. Das bedeutet Wandern. Eine Mitarbeiterin der Heimvolkshochschule übernahm die Führung durch die Felder und Wälder. Dort zeigte sich schon wer wieviel und durch welches Gelände laufen konnte. Wir haben einen 72 jährigen, ehemaligen Torwart von Eintracht Frankfurt dabei, mit künstlicher Hüfte und künstlichem Knie. Leistungssport ist eben körperliche Abnutzung. Gegen 11:15 Uhr fand eine Klosterführung an, die ich mir ersparte. Schließlich bin ich zu 6. Mal hier und kenne diese Gemäuer nicht nur von der Führung.

12:00 Uhr wieder diese Brühe. Dann Mittagsruhe mit Leberwickel

15:00 Chirogymnastik.  Erst Bauchmassage … nicht das mir jemand den Bauch massierte, das musste ich schon selbst machen. Aber es tut gut.

„Die Chirogymnastik ist eine belastungsarme und schmerzfreie Methode der physikalischen Therapie. Sie unterstützt die Behandlung bewegungsarmer Menschen und dient als ergänzende Therapiemöglichkeit bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, die degenerativer Natur sind oder nach Verletzungen auftreten.“ Zitat: https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=chirogymnastik

Nur mal zur Erklärung. Ich hatte es mir einfacher vorgestellt und merke, die gute Wirkung auf meine Wirbelsäule und allen anderen Gliedmaßen. Es ist anstrengend aber gut. Dafür kann man auch gut auf Frühsport verzichten.

16:30 Uhr bekamen wir einen Vortrag über die Verdauung. Im Anschluss dann die komische Brühe und ab 19:00 Uhr ist Zeit für Gespräche, Tee Zeit, Basenfußbad und dabei gab es einen Film über Heilfasten.

Ich bekam ab 19:15 Uhr eine fast Ganzkörpermassage von Claudia. Das war der richtige Einstieg in die Entspannung.

Am Abend gibt es einen Trank aus Bittersalz und für mich eine böse Überraschung. Die Spüle meiner Toilette hatte sich selbstständig gemacht und hörte nicht mehr auf zu spülen. Es ist eine Geberit- Spülung die selbstständig auslöst. Gegen 21:00 Uhr kam der Hausmeister, schon nach 15 Minuten. Er konnte nichts tun, außer die Spülung lahm zu legen. Er gab mir einen Schraubendreher, mit dem ich bei Bedarf das Wasser anstellen kann. Man musste erst Ersatzteile bestellen. Auch hätte ich in ein anderes Haus ziehen können, was ich jedoch zu dieser Zeit nicht mehr mochte.

Dienstag den 21.01.2020

Am Morgen wieder der „alte Trott“. Also Einlauf, Trockenbürsten und Körperpflege. Die Andacht … 08:15 Uhr Gesprächskreis zu Thema Fastenphysiologie. Dabei Tee und Wasser trinken. Im Anschluss eine Wanderung in das Dorf Donndorf.

11:15 Uhr wieder Chirogymnastik mit Bauchmassage. Dann Brühe und Mittagsruhe mit Leberwickel.

Schon um 14:30 Uhr machten wir einen Ausflug zum Ökohof Tuch. http://oekohof-tuch.de/ Es gab eine Besichtigung mit Teetrinken und Verkauf so mancher guter Sachen. Kräutersalz, Bratkartoffelkräuter, Öle, Mehle usw. Mir haben es ja die stolzen Harzrinder angetan und auch der große und gut angelegte Kräutergarten.

Danach fuhren wir noch zum Klostergut Mönchpfiffel https://www.moenchpfiffel.de/  weil die Damen und auch einige Herren aus Hessen unbedingt dort einkaufen mussten.

18:00 Uhr dann die komische Brühe und ab 19:00 Uhr Zeit für Gespräche, Tee Zeit und Basenfußbad. Danach wie immer die Bittersalzlösung.

Die Spülung der Toilette war noch immer nicht repariert. Mittlerweile behalf ich mich mit einem Wassereiner. Besser als ständig den Schraubendreher zu nutzen. Ich hoffte ja auf baldige Reparatur.

Übrigens … in dieser Nacht konnte ich das erste Mal richtig gut schlafen. Jetzt hatte ich mich wohl an die weichen Matratzen gewöhnt.

Mittwoch den 22.01.2020

07:00 Uhr wie immer. Jetzt fand ich auch Zeit für einen kurzen Morgenspaziergang vor der Gesprächsrunde und der tat mir nach dem Schlaf verdammt gut. Thema der Gesprächsrunde war Ausscheidung. Hier ging es vor allem um die Lymphdrüsen, deren Funktion und Wirkungsweise. Man kann ja sagen was man will, hier wird Wissen vermittelt, welches für den Alltag hilfreich ist. Danach wanderten wir durch den Wald in den nächsten Ort. Diesmal jedoch ohne Führung, denn Claudia hatte Knie. Das war jedoch kein Thema, denn viele Kursteilnehmer sind schon seit Jahren hier gewandert. Meine Frau und einige anderen Frauen kamen nicht mit. Ihnen ging es nicht so gut, was völlig legitim ist.

11:15 Uhr Bauchmassage und Chirogynastik. So langsam kann ich mich daran gewöhnen und bemerke auch eine enorme Verbesserung der Gelenkigkeit. Im Anschluss die nicht geliebte Brühe und die geliebte Mittagsruhe mit Leberwickel.

16:00 Uhr gibt es einen Tanz-Kreis. Tänze mit Frau P. Nicht mein Ding. Jetzt seilte ich mich ab. Mein Ladekabel vom Handy war gebrochen. Dazu fuhr ich nach Sangerhausen in das Kaufland. Wenn man durch die Hallen geht und all die leckeren Sachen dort sieht, riecht und mit allen Sinnen wahrnimmt, kann man schon ins Grübeln kommen. Mich hat es gottseidank nicht gestört. Jetzt habe ich ein neues Kabel und alles ist in Ordnung.

Um 18:00 Uhr gingen meine Frau und ich in die Kantine. Vor der Tür machte sie halt und hielt sich den Mund zu. Der Geruch der Brühe brachte sie zum Würgen und zum Umdrehen. Sie hat es bis in ihr Zimmer geschafft, um dann den Rest des Magens zu entleeren. Auch ich musste mich beim Brühe löffeln zusammen reißen.

19:00 Uhr stand Frühling-Floristik mit Frau B. auf der Tagesordnung. Wieder nichts für mich. Es fand in unserem Seminarraum statt, in dem wir am Abend eigentlich unser Basenfußbad machen, was an diesem Tag so nicht ging. Also holte ich die Wanne mit dem Salz kurzerhand in mein  Zimmer und badete dort beim Schreiben meine Füße. Dazu sei gesagt, Basenfußbad am Abend, hält die Füße warm bis zum Morgen.

Frau kam dann stolz mit ihrem selbst gemachten Kranz aus Buchsbaum und bekam ihr Lob zur Nachtruhe.

Heute beginnt die Fastenwoche …

… nach dem ganzen Stress der Feiertage in den letzten Wochen.

Fasten nach F. X. Mayr und Chirogymnastik  ist diesmal das Thema. Es ist nun die dritte Art des Fastens, die wir kennenlernen dürfen.

http://www.tagungshaus-thueringen.de/pheft/veranstliste.php

Im ehemaligen Kloster von Donndorf fühlen wir uns wohl.

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Doch ob es wieder so winterlich wird, wage ich zu bezweifeln.

Die Zeit der Vielreisen …

… ist wieder angebrochen. In der letzten Woche konnte ich noch einmal sehr relaxt im Eichsfeld und im Norden Thüringens mein Unwesen treiben. Das war entspannend. Die Landschaft inThüringen hat schon etwas Beruhigendes an sich.

Trotzdem kann man bei dieser schwühlen Wärme den Sommer kaum genießen. Die Erde ist so trocken wie schon lange nicht mehr und ich kann mich kaum errinnern, dass es schon mal so trocken war.

In Erfurt stehen jetzt fast in jeder Ecke der Innenstadt Elektroroller rum. Die kann man für 10 Euro/Stunde per App vom Smartphon aus mieten und dann dort stehen lassen, wo man gerade ist.

Eine zündende Geschäftsidee oder der Reinfall schlechthin? Wir werden sehen.

In dieser Woche beginne ich meine diesjährige Rundreise durch das Land Sachsen-Anhalt von Dessau aus. Die Planungszeit war zu kurz um genügend feste Zusagen zu bekommen. Ein später Auftrag zur Urlaubszeit bringt eben Probleme mit sich.

Und doch hatte ich gestern ein ungeplantes und angenehmes Treffen mit ichbinsg. Auch wenn das Thema nicht erfreulich war. Man trifft sich auf den Wegen des Alltags wenn man möchte. Dafür bin ich immer dankbar.

Und wenn meine Wege mich wie in dieser Woche nach Jessen/Elster oder nach Lutherstadt Wittenberg führt, dann fahe ich ganz bestimmt nach Jüterbog. Dort gibt es den Schuhladen meines Vertrauens. Einmal im Jahr nutze ich den Service dort, so wie heute.

Meine alten „Gurken“ kann ich jetzt entsorgen.

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Und für dem Mittwochabend freue ich mich im Burgtheater Dessau-Roßlau auf einen weiteren kulturellen Leckerbissen. „Was ihr wollt“ verspricht wieder gute Unterhaltung.

Bis zum nächsten Eintrag!

Wegen der Hitze gestern …

… hatte ich gute 32 Grad im Dienstzimmer, trotz Ventilator. Kein Wunder, denn das Backsteingebäude steht mit 3 Doppelfenster in meinen Zimmer, im direkten Süden. Schon wenn ich am Morgen komme, knallt die Sonne direkt darauf. Gegen 14:00 Uhr hab ich es nicht mehr ausgehalten. Deshalb  verzog mich in den Steigerwald. Nicht dass es dort kalt war, aber 3-4 Grad angenehmer war es schon.

Selbst im Wald war es menschenleer. Im Steiger gibt es einen Weiher, ein kleines Stillgewässer als Lebensraum für Tiere. Dort wimmelt es von Insekten und Fröschen. Ob es darin auch noch Fische gibt, kann man nicht mehr feststellen, denn das Wasser ist von Entengrütze (kleine Wasserlinse) übersät.

Und weil ich mir eine neue Kamera kaufen musste, habe ich sie auch gleich ausprobiert. Es ist der direkte Nachfolger meiner bisherigen Kamera Panasonic DCM-tz41, eine Panasonic DCM tz71.

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  • 30x optischer Zoom (KB: 24-700mm) und hochwertiges 24mm LEICA DC Weitwinkel Objektiv
  • Neuer, hochempfindlicher 12.1MP Sensor für gestochen scharfe Bilder
  • Mulitfunktions-Objektivring für die Steuerung von Blende, Verschlusszeit, ISO, Filter und Fokus
  • 50p Full HD Video mit konstantem AF, optischem Zoom & Stereo-Mikrofon

Sie ist natürlich schon wieder ein wenig größer und schwerer als der Vorgänger. Aber auch leichter in der Bedienung und Handhabung. Bei dieser Variante ist auch ein Sucher eingebaut, den man auf die persönliche Sehstärke einstellen kann. Mit dem Objektivring fällt das Zoomen leichter, was ich bisher bei den Kompaktkameras noch nicht gesehen habe.

Meine Bilder werden also ab jetzt bunter, gestochen scharf und nah am Geschehen sein, wenn es Datenschutz erlaubt.

Radtour Saale

Mittwoch den 29.05.2019

Meine Tour sollte von Halle nach Bernburg gehen. Viel weiter konnte ich nicht fahren, denn nach Bernburg sind die Unterkünfte nicht reich gesät.

In der Nacht zum Mittwoch hatte es geregnet, deshalb war es am Morgen auch saukalt. Das Rad hatte ich auf den Hinterhof des Hotels abgestellt und somit wurde es gebadet. Schon beim Anfahren meckerte das Rad mit mir, denn die Kette wollte geschmiert werden. Nun denn, was tut Mann nicht für die Harmonie.

Dann hatte ich mit dem Radverkehr in Halle zu tun. Man bemerkt schon, welche Radfahrer jeden Tag durch das Gewimmel der Stadt müssen. Sie fahren teilweise rücksichtslos, nutzen die Gehwege auch wenn es Radfahrstreifen gibt, Vorfahrtsregeln sind offensichtlich nichtig und die Sicherheit vor allem der Fußgänger ist völlig egal. Durch meine Packtaschen am Hinterrad, fährt sich mein Rad vergleichsweise wie ein LKW, gerade beim Anfahren. Und Stadtverkehr bedeutet eben öfters halten und anfahren.

Den Vogel schoss ein junger Mann auf einem Rennrad ab. In der Nähe der Burg Giebichenstein überquerte ich die Saale und wechselte auf die linke Saaleseite. Am Ende der Brücke bog ich nach rechts, wo die Straße abwärts zur Saale führte. Dabei kommt Fahrt auf, denn Masse mal Beschleunigung … na Ihr wisst schon. Kurz bevor ich links abbiegen wollte, was ich auch anzeigte, schoss besagte Radler an mir vorbei und biegt vor mir scharf rechts ab. Wir hatten verdammtes Glück, denn ein Zusammenprall war fast nicht zu vermeiden. Der andere hat es wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen. Jetzt war ich froh dem Stadtverkehr in Halle entronnen zu sein. Nun schreibe ich hier schon eine Weile vom Mittwoch und bin immer noch in Halle.

Aber … eine Sache muss ich noch festhalten. Noch in Halle überquerte ich die Saale auf der Mansfelder Brücke und auf der Elisabethbrücke, kurz nachdem es rechts ab zur Peißnitzinsel geht. Dabei fuhr hinter mir eine junge Frau auf dem Rennrad, sie konnte offensichtlich nicht an mir vorbei. Es war nervig für uns Beide, also hielt ich an, um sie vorbei zu lassen. Sie war erst ein wenig ungläubig, dann schnallte sie ihr Glück und zog mit einem Danke vorbei. Sie hatte auf dem Rennrad einen grünen Lodenmantel und bunte Leggins an, auf dem Rücke trug sie einen Rucksack. Ich musste sowieso halten, denn eine Schar Kinder versperrte mir die Abfahrt ins Grüne. Deshalb hatte ich Zeit diese Frau auf dem Rad zu bestaunen. Der Aufzug war schon etwas seltsam.

Vorbei ging es am „Krug zum grünen Kranze“ (wem das noch was sagt), nach Kröllwitz und Lettin. In Lettin hatte ich vor ca. 15 Jahren mit meinem Freund G auf unserer Radtour Weimar – Hamburg einen gruseligen Abend. Das werden G und ich nicht vergessen.

An der Brachwitzer Fähre gelang die Überfahrt ohne nennenswerte Vorkommnisse. Doch dann begann eine Höllenfahrt über Holpergestein für meinen geschundenen Hintern. Trotz Salbe gegen Wundscheuern (ich nutze seit Jahren „Ilon Protect“ dazu), sagte jetzt mein Po nur noch „AUA“.

Kurz vor Wettin, hinter Doblitz, gibt es eine Stelle an der Saale, die es erlaubt, von einem erhöhten Platz auf das Saaletal zu blicken. Das entschädigte mich, für die Strapazen am Gesäß ein wenig. Beim Betrachten der Saale entsteht der Eindruck, dass sich der Strom entgegen der Fließrichtung bewegt. Eine sinnliche Täuschung der Augen, die ich dort schon mehrmals beobachten konnte.

Im Wettin hoffte ich am Imbiss an der Fähre eine Pause machen zu können, doch leider ist der Laden dort geschlossen. Das bedauerte ich sehr. Ich musste zu meiner eisernen Reserve, bestehend aus Thüringer Salami und Laugenbrezel greifen. Richtung Rothenburg hoffte ich auf die Ausflugsgaststätte „Georgsburg“ um meine Nährstoffe aufzutanken.

Doch jetzt wird dort auch nur italienisch gekocht. Darauf hatte ich keinen Bock. Ich habe sowieso einen dicken Hals auf die italienischen Restaurants, weil sie alle möglichen Gasthöfe in Erfurt aufkaufen. Mafia in Thüringen. Bald gibt es kaum noch deutsche Küche. Hier müsste die Stadt lenkend eingreifen.

Durch Rothenburg ging es dann Richtung Alsleben. Hinter Mukrena überquerte ich die Saale über eine Brücke und gelangte an einen Nettomarkt, wo die Vorräte und auch Geld aufgefüllt wurden. Gleich neben den Markt gibt es eine kleine Gaststätte die zum Verweilen eingeladen hat. Ich konnte etwas „Kleines“ vertragen und bestellte ein Würzfleisch. Es sah schon nicht gut aus und schmeckte was das Auge sah. Mehlpampe mit Champignons mit einem undefinierbaren Fleisch, das schon mehr an Jagdwurst erinnerte. Beim Bezahlen sagte ich den Kellner wie es geschmeckt hat. Der zog die Brauen hoch und schüttelte mit dem Kopf sein Unverständnis wegen der Kritik.    Ach lassen wir das.  Gute Küche in Sachsen-Anhalt ist eben rar.

Die Tour ging weiter über Plötzkau, entlang der alten Saale. Dort leben Biber und Reiher mit all dem anderen Getier, das es nur so wimmelte. Als ich in Bernburg ankam, fuhr ich nicht die ausgeschilderte Route, sondern den direkten Weg zu „Reimanns Gasthaus“ an der Saale. Dort hat man einen herrlichen Blick auf das Schloss und dem Fluss. Am anderen Ufer sind Sportanlagen für Kanuten, die am Nachmittag ihre Trainingseinheiten absolvierten. Da könnte ich stundenlang sitzen und zu sehen.

Da meine Unterkunft im Gasthaus „Point Bernburg“ erst 17 Uhr Einlass bot, hatte ich die Zeit in Ruhe ein Bier zu trinken. Pünktlich 17 Uhr war ich dort. Aber auch eine Gruppe Rentner, die zum Kegeln und Abendessen angetreten sind.

Die Gaststube liegt am nördlichen Ortsausgang Bernburgs, das hatte fast schon ein bisschen Dorfcharakter. Ich war zwar der einzige Übernachtungsgast, doch die Gaststube füllte sich den Abend gut. Und hier bot die Küche sehr gute Qualität an.

Nachdem der Wirt abkassiert hatte, zeigte er wie ich am nächsten Tag mit vollen Bauch und gut versorgt, weiter fahren kann. Die Wirtsleute hatten keine Lust zu Himmelfahrt am Morgen, für mich Frühstück zu machen.

Davor:

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Radtour Unstrut-Saale

Dienstag den 28.05.2019
Morgens um 6 Uhr war die Nacht vorbei. Im Minutentakt fuhren große LKWs durch Freyburg zur Sektkellerei Rotkäppchen. Obwohl es eine Umgehungsstraße gibt, zwängen sich die riesigen Fahrzeuge durch die engen Altstadtgassen und rammen auch schon mal die Fassaden, wie mir die Wirtin erzählte. Weshalb sich die Stadt so etwas gefallen lässt, entzieht sich meiner Logik.

Das Frühstück war mehr als ausreichend, so dass ich gut gestärkt mein Tagesziel Halle an der Saale ansteuern konnte. Bis zur Mündung der Unstrut in die Saale, bei Naumburg am Blütengrund, hatte ich nur 5 km zu fahren. Hinter Großjena, am Tempelberg, kann man das steinerne Festbuch bestaunen.

Am Blütengrund angekommen wartete ich ein paar Minuten auf den Fährmann. Ich hätte auch noch ein paar Kilometer am rechten Ufer der Saale bis zur Henne fahren können und die dortige Brücke zu nutzen. Aber die kleine Fähre ist doch um ein Stückchen romantischer. Außerdem sieht man vom linken Ufer der Saale die schicken Weinberghäuser auf der anderen Seite viel besser.

Ab Schönburg verlief der Radweg sehr nahe der Saale. Es gibt aber auch eine Siedlung an der Saale, die den Radweg sperrte. Ein Höckerschwan brütet dort und kann wohl sehr missliebig werden, wenn er sich gestört fühlt.

Bei Leißling suchte ich einen Rastplatz den es jetzt nicht mehr gibt. Dort gab es eine Fähre die jetzt durch eine Brücke ersetzt wurde. An dieser Stelle haben wir vor vielen Jahren mit der Tochter Nudelsuppe gekocht. Schade aber auch.

Dann kam Weißenfels. Eine schreckliche Stadt für mich! Aber das ist lange her. Am Eingang der Stadt geht es erst einmal hoch in eine Gartenkolonie, dann durch eine Siedlung die mittendrinn eine Serpentine für Räder bereithält. Mir kam ein Radler von unten entgegen der gerade noch die Bremsen fand, als er sah, dass er nicht an mir vorbeikommt.

An dieser Stelle muss ich mal feststellen, dass Mädels von Beginn der Geburt bis in das hohe Alter einfach nur schwierig sind. Schüttel! Und das hat nichts mit dem E-Biker zu tun.

In Weißenfels wird gerade das rechte Ufer der Saale umgebaut, deshalb gab es Umleitungen bis zum Kreisverkehr an der Saale. Dann wurde es wieder ruhig. Ich unterfahre die B 91 sehe wie man eine neue Unterführung der Bahn für Burgwerben baut. Mit Mitteln der EU wird dort eine Umlegung des Radweges geplant, um die Radler durch den Weinort zu führen.

Langsam wurde ich hungrig. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass man dort keinen Bissen bekommt. Also musste ich schnellstens nach Bad Dürrenberg fahren. Bis dahin fuhr ich durch Schkortleben, Großkorbetha und Goddulla immer durch die Saaleauen.

In Bad Dürrenberg nahm ich das Angebot im Alten Badehaus zum Mittagessen gern an. Endlich essen und ausruhen. Das tut gut. Dann ging es weiter über Kröllwitz und Leuna nach Merseburg. Von dort gibt es eine Straßenbahn nach Halle. Das hat mit mal eine Petra erzählt.

Jetzt jedoch wollte ich mit dem Rad nach Halle fahren. In Halle angekommen forderte ich das Hotel an, indem ich in letzter Zeit immer übernachte.

Es gibt dort kein Personal mehr die mich kennen. Egal. Gleich daneben gibt es eine Gaststube die eine gute Küche macht. Die Spätschicht. Dort konnte ich Milieustudien führen.

Davor:

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Unstrut von Sömmerda nach Freyburg

Montag den 27.05.2019

Gegen 9 Uhr kam ich auf die Reifen. Alles war gut, ausgeruht. Gut genährt und frische Muskeln.

Die ersten 10 Kilometer sind immer besten. Zwar zwickt am Anfang das Gesäß noch, doch dann genieße ich die Natur um mich herum, das Vogelgezwitscher, die Reiher am Fluss und manchmal auch die stakenden Störche auf der Wiese. Mein Körper kam mir ein Stück weit entgegen und stellte mehr Energie zur Verfügung. Doch jetzt meckerte das Rad. Der rechte Horngriff wollte die Last nicht tragen, die ich beim Anstieg auf das Horn verlagerte. Er gab einfach nach, so dass ich absteigen musste. Der Inbusschlüssel brachte das Teil aber schnell wieder an seinen Platz. Auch wenn meine Touren meist ohne Begleitung stattfinden, bin ich nicht allein. Rad, Körper und Geist bilden eine Einheit und müssen sich vertragen. Sonst wird es nichts.

Der Weg führte mich am rechten Ufer der Unstrut von Sömmerda nach Leubingen und Griefstedt. Kurzzeitig wurde der Radweg auf der linken Seite vom Fluss und  rechtsseitig von einer Bahnlinie begrenzt. Ab Griefstedt wurde der Weg auf einer Kreisstraße geführt. In Büchel an der Kirche machte ich meine erste Rast. 

Das hatte ich wieder gelernt, alle 10 km ist Pause. Wasser und ein Häppchen hilft ungemein das allgemeine Wohlbefinden zu erhalten. Jetzt kam der schönste Teil der Unstrut. Gorsleben und Heldrungen im Untruttal mit der sehenswerten Brücke bei Sachsenburg.

Bei Bretleben hatte ich ein paar Anstiege zu bewältigen, das war jedoch gut zu bewältigen. In Artern brauchte ich etwas zu essen. Gar nicht so einfach! Gastwirtschaften die willig waren sah ich nicht. Doch dann fand ich einen Fleischerimbiss, indem sich Handwerker ernährten. Dort bekam ich Nudeln mit Gulasch.

Das Wetter sah zwar aus als wolle gleich der Himmel weinen, dennoch blieb es konstant trüb. Ritteburg, Schönewerda, Roßleben bis zum Wendelstein. Die Burg Wendelstein nahm ich nicht. Dort war ich schon gut 3-mal.

Die Landesstraße nach Memleben ging ebenso gut. Dort baut man jetzt eine neue Brücke über die Unstrut zum Radweg und ich konnte noch die alte Brücke benutzen. Vom Memleben nach Wangen (das ist dort wo man die alte Himmelsscheibe gefunden hat) verläuft der Radweg durch eine wunderschöne Landschaft. Links die Felsen und Wiesen und rechts der Fluss und weiter die Straße, gezäumt von den Wäldern. Es ist herrlich dort zu fahren.

In Wangen kam ich auf die Straße, nahe der Eisenbahnstrecke. Dort stand ein Regionalzug, das Personal saß am Rastplatz für die Radler. Da war kein Platz mehr mich. Als ich dastand und überlegte wie es weiter geht, fragte der Zugführer ob er helfen könne. Das war mir zu blöd. Rast hätte ich ja gern gemacht, doch seine Leute hatten mich davon abgehalten. Also fuhr ich weiter nach Nebra. Das waren nun ca. 65 km und bis zu meinen Ziel Freyburg lagen noch 30 km zwischen uns.

Am Bahnhof standen schon 4 E-Bike-Radler und warteten auf die Regionalbahn. Spontan entschloss ich mich den Zug zu nehmen. Ich könnte hier einen Roman schreiben über das Verhalten der Herrschaften vor dem Zug und in Zug, wobei noch weitere 4 Herren mit E-Bike eine Rolle spielten.

Nachdem die Zugbegleiterin wie ein Feldwebel den Laden aufräumte, konnte ich als erster in Freyburg aussteigen. Vom Bahnhof fuhr ich zur Sektkellerei Rotkäppchen. Dort telefonierte ich nach einem Hotel in der Nähe. Eine Mutti gab mir bereitwillig ein Zimmer ab 18 Uhr. Alles gut! Am Markt nahm ich einen Kaffee und dann noch ein Bacchus, bis zum vereinbarten Termin am Hotel.

Dort empfang mich Mutti schon am Eingang und zeigte mir das Zimmer. Ich war der einzige Gast. Sie offerierte das es bis 20 Uhr Essen gibt, worauf ich antwortete, sie können getrost nach Hause gehen, weil es sich nicht lohne wegen eines Gasts zu warten, ich würde schon im Städtchen etwas zu Essen bekommen. Als ich frisch geduscht runterkam, war sie noch immer da. Also bestellte ich ein Steak und bekam ein leckeres Essen. Dann wurde geplauscht, getrunken und geraucht. Später kam noch ein älterer Herr dazu, mit dem man sich ebenfalls gut unterhalten konnte. Es war ein guter Abend in Freyburg!

So kurz vor dem Osterfest …

wünsche ich allen Lesern und Schreiberlinge ein frohes Osterfest.

Am vergangenen Samstag waren wir zu einem Concerto mit Gilbert O`Sullivan in der Alten Oper zu Erfurt. Seine Songs haben allesamt schöne Melodien, rissen uns jedoch nicht so sehr von den Sitzen.

Er brachte dazu seine Aufpasser mit, die links und rechts an der Bühne postiert waren. Das verwunderte uns ein wenig. Vielleicht waren es auch Ersthelfer zur Vorsicht. 😉

Jedenfalls ging der Künstler am Ende ohne Zugabe von der Bühne. Das hat man selten.

Im letzten Beitrag berichtete ich schon von einem Buntspecht, der hinter dem Haus in der Frühe als Wecker fungiert. Seit dem letzten Jahr stimmte ein Halsbandsittich in das Ökokonzert mit ein. Vor dem Winter tat mir der Vogel ja leid, ich dachte er übersteht die kalte Jahreszeit bei uns nicht.  Dabei habe ich weit gefehlt. Er mischt seit dem Frühjahr die Vogelwelt mit seinem lauten Geschrei auf.

Seit einiger Zeit gibt es in Thüringen einen neuen Trend am Holzkohlegrill. Wegen der unbarmherzigen Hitze des letzten Sommers, wird der Grill überdacht.

In diesem Sinne, frohe Feiertage wo immer Ihr die Zeit auch verbringt.