Heute in der Physiotherapie …

Freitagmorgen … jede Woche … lass ich mir den Rücken und die Wirbelsäule massieren.

Heute … saßen 3 Leute im Warteraum, als ich maskiert kam. Niemand hatte eine Maske auf, die ich auch gleich nach dem Platz nehmen ab nahm. Alle haben gelächelt.

Eine betagte, füllige Dame, die jeden Freitag zur gleichen Zeit dort sitzt und mit der ich schon öfters ins Gespräch kam, sagte: „Wir haben ja genügend Abstand zueinander.“

Eine jüngere Frau, die auf dem Sofa, neben einen etwa gleichaltrigen Mann saß, meinte: „Na ja, der Mann dort ist mir schon sehr nah.“ Damit meinte sie mich, etwa zwei Meter von ihr entfernt.

Die betagte, füllige Dame, erzählte dann, das sie in der letzten Woche im Katholischen Krankenhaus war und dort übernachten musste. Sie wurde aufgrund zu weniger Betten in ein Zimmer mit einen schnarchenden Mann gebracht. Die Nacht konnten sie beide dann nicht schlafen, weil die Geräte so laut waren. Er war über 80 Jahre alt und gut geistig beieinander. Es war wohl ein gutes Gespräch die Nacht über.

Der Herr neben der jüngeren Frau fragte: „Wie war denn die Nacht?“

Sie: „Nett.“

Er: „Wie nett?“

Sie errötete.

Unvermittelt wechselte sie das Thema. „Als vor Jahren ein Mittel für die Potenz erfunden wurde … wie heißt das nochmal?“

Die jüngere Frau sagte: „Viagra!“

„Genau!“ Sagte die betagte, füllige Dame. Sie wüsste jetzt , dass nicht die jungen Männer das Zeugs nehmen, sondern Männer über 70 und 80 Jahren.

Ich sagte: „Nun ja, dafür ist das ja auch gedacht.“

Die jüngere Frau erzählte, dass sie in einem Altenheim arbeitet und dort so einiges passiert. Sie kam vor ein paar Tagen in das Zimmer eines Herrn dort. Es saß eine Frau auf seinem Bett und hielt ihm die Hand. Daneben saß noch ein Mann auf dem Bett und hielt auch der Frau die andere Hand. Sie fragte in diese Runde was hier denn los sei.

Ich bemerkte, das es wohl eine sehr persönliche Situation gewesen sein.

Dann die jüngere Frau (so um die Mitte 40): „Also wenn es solche Mittel auch für Frauen geben würde, ich würde sie nehmen.“

Der Mann neben ihr schaute etwas verklärt. Die ältere, füllige Frau machte ein erstauntes Gesicht und ich konnte endlich auf die Pritsche im Zimmer 5.

Ein normaler Nachsonntag

Heute Morgen als ich mich rasierte, fragte ich mich was mir heute bevor steht. Keine Ahnung, nichts Aufregendes jedenfalls. Das war schon beim Losfahren so. Gestern hatte ich mich von meiner Frau mit dem Abdecken der Frontscheibe anstecken lassen. Heute … alles nur nass. Die Abdeckung musste ich trocknen. Nichts Neues, stinklangweilig.

Die Fahrt in die Firma wurde kurz vor dem Ziel von einer Betriebsbahn gestoppt. Die Waggons blieben stehen und ruckten nicht. Genervt drehte ich den Wagen und fuhr eine Runde in Karree. Als die Fahrt geschafft war, lief der Verkehr schon wieder ganz normal. Etwas mehr Geduld hätte Zeit gespart.

Kurz darauf ging mir meine Sekretärin auf den Geist. Sie präsentierte Aufträge die ich schon vom Freitag kannte. Sie muss wohl ein bisschen früher aufstehen oder am Freitag nicht so früh einkaufen gehen.

Ein Ingenieur des Außendienstes wollte wissen was in Thüringen neues erfasst werden muss. Echt mal, das sind Sachen die er sich selbst erarbeiten muss. Ich legte also los, in der Hoffnung, er nickt nur selbstverständlich. Aber nein! Sein Erschrecken machte mich nachdenklich und ärgerlich. Gut, habe ihn auf den Laufenden gebracht.

Kurz darauf rief ein Kunde an. Er mokierte meine Rechnungen, die er bestellte,  ohne das wir die Leitungen erbracht haben. Das hatte ich ihn zur Auftragsvergabe gesagt und per Projektplan geschickt.  Wer kurz vor Jahresende Aufträge auslöst, muss hinnehmen das die Ausführung erst im neuen Jahr erfolgen kann.  Wenn sie die Gelder in das neue Jahr buchen würden, dann bekämen sie die Rechnungen nach den erbrachten Leistungen. Das wäre auch mir lieber. Nervig!

Zum Überfluss nölte auch noch eine Projektingenieurin die ausschließlich in meinen Projekten arbeitet, wegen Nachlässigkeiten der völlig überforderten Sekretärin rum. Jedoch stellte sich im Gespräch heraus, sie war wegen meiner Anweisung vom Freitag beleidigt. Diese Anweisung schrieb ich am Donnerstag per Mail. Freitagfrüh bläffte sie mich an, sie bekam gleiche Münze zurück. Das kann ich auch. Heute erklärte ich ihr den Sinn der Mail. Sie hatte wohl das Wochenende kaum geschlafen und sich Sorgen gemacht. Ein Mann hätte schon am Freitag die nötigen Fragen gestellt und nicht rumgedruckst.

Dann rief wieder eine Kundin an. „Sie haben aber Mut!“ war mein erster Satz. 😉

Der Tag wurde besser.  Nachsonntag eben.

 

Übrigens … gestern haben wir den ersten Glühwein getrunken. Das Wetter hat sich der Jahreszeit entsprechend gezeigt. 😉

Mobbing

Am Mittwoch musste ich schon um 6 Uhr zu einem Termin im Norden von Thüringen fahren. Ich stellte also meinen Wecker auf 5:30 Uhr, dann duschen, Kaffee in eine Thermostasse und los.

So früh auf der Strasse sein zu müssen, ist nicht meins. Es wurde trotzdem ein guter Tag, auch wenn ich die gesamte Tageslichtzeit mit 2 Weibsen im Auto auskommen musste.

Heute am sehr frühen Morgen klingelte mein Wecker und ich stand wie immer auf. Erst ins Bad, dann in die Küche, den Kaffee für Frau aufbrühen. Ein Blick zur Uhr verrät, es ist erst 5:40 Uhr. Normal stehe ich 6 Uhr auf. Ach … wegen 20 Minuten muss ich mich nicht ins Hemd machen, so meine Gedanken. Und so döste ich vor mir hin, um dann wieder ins Bett zu gehen.

Dazu kam ich aber nicht. Denn … meine Frau kam in die Küche, um mir lauthals mitzuteilen, das es noch nicht  6 Uhr ist.

Ich bekam den Schreck meines Lebens! Ich wurde bestialisch aus meiner Döserei gerissen, es hätte auch ein Herzinfarkt werden können! Und DASS … wegen 20 Minuten zu früh aufstehen! Ich fasse es nicht! Toleranz ist männlich!

Langsam wird mir klar, warum Männer früher sterben.

Frauen!!!

Ich wollte einfach mal höflich sein und nicht gleich wieder „WEIBER“ schreiben.

Gestern in der Mittagspause konnte ich nicht wie immer zu Hause Mittag essen. Denn … meine Frau hatte schon Urlaub und war zu Hause. Deshalb fuhr ich zum Globus-Markt um einen kleinen Döner zu essen. Dabei kam ich auf den Gedanken mein Bargeld aufzufüllen. Also rein in den Markt und Richtung EC-Automat gehen. Von der anderen Seite kam eine Frau so zwischen 45-50 Jahre mit Einkaufswagen in den Markt, stellt sich vor dem Auszugsdrucker und den Wagen vor den EC-Automat. Als ich am Automat angekommen war, schob ich den Wagen weg. Die Frau, immer noch mit dem Ausdrucken der Kontoauszüge beschäftigt, fauchte mich an, sie wolle gleich an den EC-Automat. Das hat mich nicht gestört Geld abzuheben. Sie musste dann eben eine Minute warten.

Oder… vor Wochen passiert: Lutherstadt Wittenberg an der HEM-Tankstelle. Ich tankte dort und kaufte eine Autowäsche. Danach fuhr ich mit dem Auto um die Tanke und wollte waschen lassen. Die Waschstraße war gerade frei. Als ich um die Ecke kam, fuhr eine Frau mit ihren Wagen vor die Waschstraße, stellte das Auto davor ab und ging gemütlich in die Tanke. Ich hatte verständlicherweise einen dicken Hals! Ihr Auto stand so vor dem Automaten, dass ich gerade noch umfahren konnte und etwas schief zwar, aber in der Waschstraße stand. Als ich den Automaten betätigte, kam sie wieder aus der Tanke und erstarrte zur Salzsäule. Die Gesichtsmuskel verkrampften sich zur Faust. Zu mir sagte sie nichts, doch sie hätte mich gern gebissen oder so. Ab dann hatte ich einen schönen Tag! 😉

WEIBER!!!!

Ein ganz normaler Nachsonntag

Alles fing schon am Freitag zuvor an. Die telefonische Absprache für das Treffen am Montag endete mit 10:00 Uhr am Markt der Kleinen Stadt, oder nein wir können uns auch an der Käsescheune treffen. Ende der Worte. Alles klar, am Montag 10:00 Uhr an der Käsescheune der kleinen Stadt.

Montag … Ich hatte Zeit. Brauchte man doch maximal 1 Stunde von Erfurt zur kleinen Stadt. Autobahn war nicht nötig, entlang der Bundesstraßen fährt man viel gemütlicher. Vor Weimar war die Bundesstraße komplett gesperrt. Jetzt musste ich auf Landes- und Kreisstraßen zurückgreifen. Alles kein Problem. Dann der nächste Rückschlag. Die B 85 in Buttelstedt ist ebenfalls komplett gesperrt. Eine großzügige Umleitung über Apolda war ausgeschildert. Mein Navi meldete die Ankunft in der kleinen Stadt gegen 9:35 Uhr. Zuerst fuhr ich auf den Markt, weil er der zentrale Platz der Stadt ist. Dann erinnerte ich mich an die Absprache am Freitag und fuhr zum Platz an der Käsescheune.

In aller Ruhe bereitete ich mich und das Fahrzeug auf den Arbeitstag vor. Die Messgeräte funktionierten fehlerfrei, alle Akkus waren komplett geladen. Zufrieden steckte ich mir eine Zigarette an und musterte das umliegende Treiben. Kurz vor 10 Uhr wurde ich schon ein wenig unruhig, weil sie sonst immer pünktlich zur Stelle war. Ungewöhnlich für eine Frau.

Kurz nach 10 Uhr klingelte das Telefon:

Sie: „Wir sind am Markt!“

Ich: „An der Käsescheune war ausgemacht.“

Sie: „Mist! Was machen wir jetzt?“

Ich: „Ich komme zum Markt.“

Bei unserem Termin um 11 Uhr in einer Behörde spielte sich dann folgendes ab:

Auf den Weg zum Chef dort, traf ich ihn auf der Treppe. Er schaute mich ungläubig an und sagte dann etwas verdattert: „Herr R. haben wir heute einen Termin?!“

Ich: „Am Freitag baten sie mich noch den Termin von 10 Uhr auf 11 Uhr zu verlegen.“

Er: Suchte im Terminkalender und erschrak. 9 Uhr hatte er einen Termin außerhalb der Behörde, weswegen mein Termin um eine Stunde verschoben worden ist. Das hatte er auch schon vermasselt. Und weil meine Kollegin immer mal sticheln musste, um ihn zu ärgern, gab ich dem Herrn mir gegenüber die Geschichte unserer Abstimmung für das Treffen preis. Dann war Ruhe an der weiblichen Front.

Für den Abend hatte ich eher Ruhe angedacht, schon weil es ihr offensichtlich nicht so gut ging. Jedenfalls tagsüber. Ich hatte wieder im Hotel nahe des Zentrums der großen Stadt gebucht. Die Kollegin wohnt ca.10 Minuten davon entfernt, was wir schon öfters für einen kulturellen Abend oder zum Plaudern bei einem Gläschen Wein nutzten. Ich genieße  diese  Abwechslung  und Aufmerksamkeit gern. Ruhige Abende  im Hotel oder allein im Biergarten habe ich zuhauf.

Sie wollte am Fluss spazieren gehen und etwas Leichtes essen. Ein Süppchen beim Vietnamesen zum Beispiel. Sie kennt aber meine Abneigung zu asiatischen Lokalen. Deshalb wirbt sie schon einige Jahre für einen Besuch beim Vietnamesen. Jetzt hatte sie mich soweit.  Als ich im Hotel war, rief sie an, sie gehe jetzt zu Hause los. Also ging ich auch los.

Wir treffen uns wie immer am Kreisverkehr, Richtung Altstadt. Hatte ich gedacht. Erst essen gehen, damit die Speisen noch verdaut werden können und dann die Bewegung am Fluss entlang. Doch sie kam nicht. Meine Platzierung ermöglichte es alle 5 Straßen einzusehen. Nach einer Weile rief ich sie doch an. Es war wie es kommen musste. Sie wartet am Hotel, das ich endlich raus komme und ich war am Kreisverkehr, der ca. 600 Meter davon entfernt ist.

Weil die Denke einer Frau völlig von meiner abweicht. Erst spazieren am Fluss um die Sonne noch zu nutzen, dann essen gehen. Das Hotel liegt näher am Fluss, deshalb ist sie dorthin gegangen. Wenn sie es eindeutig  kommuniziert hätte, in welcher Reihenfolge was passieren solle, hätte meine Logik wegen dem späten Abendessen gestochen. Verstehe einer die Frauen!

Das Ende vom Lied: Wir sind am Fluss spazieren gewesen, weil ich auf das Abendessen verzichtete. (Vietnamese  muss nun wirklich nicht sein) Das Wetter zwang sie jedoch einen kurzen Spaziergang zu machen und so landeten wir in einer Kneipenstraße, wo sie etwas gegessen hat und ich den Wein probierte.

Ein ganz normaler Nachsonntag, also!

Ich war neunzehn… oder die 16. Kalenderwoche ist mir schnuppe.

Es gibt einen Film mit den Titel „Ich war neunzehn„. Darin spielt der heute ins Alter und auch in den Speck gekommene Jaecki Schwarz (Sputnik) die Hauptrolle. Diesen Film werden ich wohl nie vergessen. Doch darum geht es mir heute nicht.

Heute ist der Tag vor dem „Tag der Arbeit“. 😉 Walpurgisnacht … wenn es Nacht ist. Maifeuer lodern auf. Die Freude auf den Sommer bricht durch.

Bei mir kommen Gedanken  über den Tag vor 40 Jahren auf.  Ich war neunzehn und hatte den Einberufungsbefehl für den 3. Mai in der Hosentasche. Nicht gerade prickelnd. Damals gab es noch die Wehrpflicht. Bei der Musterung wurde ich als motorisierter Schütze (Infanterie oder Kanonenfutter) eingestuft. Tatsächlich kam ich für 3 Jahre an die Grenze. Doch dass war alles ein paar Tage später.

Für den 30. April 1977 hatten wir eine Fete geplant. Mein Freund feierte seine 18. Geburtstag, seine Schwester ihre Verlobung mit einen polnischen Mann und ich meinen Abschied vom zivilen Leben. Alles sollte in der Wohnung des Freundes, der damals noch bei seiner Mutter wohnte, ablaufen. Schon Wochen zuvor planten wir, wer was besorgt und wer eingeladen wird. Alles Leute die ich schon kannte. Pitti (der Spitzname von dem damaligen Freund) setzte eine Woche vor dem Termin noch seine Lieblingscousine auf die Einladungsliste. Ich kannte sie nicht und brauchte Informationen.

Er: Lieb, hübsch anzusehen. blond und siebzehn.

Ich: Na dann … ist sie den Abend meine!

Pitti winkte ab, nie und nimmer! Du wirst abblitzen, da wette ich einen Kasten Bier drauf!

Und dieser Kasten Bier steht immer noch zwischen uns. Seine Lieblingscousine hat mich zwar etwas zappeln lassen, doch Männe bekommt was er wirklich will. (Ich weiß … das ist die Machonummer, die kommt bei mir immer wieder durch) *lach*

Damals … hatte ich eine „Sturmfreie Bude“ und sie kam nicht mit zu mir. Das konnte ich nicht verstehen und DAS machte mich kämpferisch. Der Kampf hat sich gelohnt.

P1110563

So … und nun lehne ich mich zurück, rauche eine Zigarre, trinke einen grünen Veltliner und heute Abend gehe ich mit meiner Frau auf den Domplatz und lasse die Hexen fliegen.

9. Kalenderwoche 2017

Eine Woche von der Mann kaum zu schreiben hätte, wenn es das „besondere Vorkommnis“ nicht gegeben hätte. Um die Aufregung besser verstehen zu können, muss ich ein wenig ausholen, denn zur gemeinten Zeit hatte Blog schreiben bei Männes noch keine Bedeutung und somit kann ich nicht auf den Eintrag für das Ereignis verlinken. Auch schreibe ich wohl etwas überspitzt, das sollte vom Leser beachtet werden.

Es geschah im Jahr 2001, an einem ganz normalen Wochentag, als ich arglos von der Arbeit nach Hause kam. Zufrieden vom getanen Arbeitswerk und erwartungsfroh auf meine Frau, nahm ich den Wohnungsschlüssel aus der braunen Lederaktentasche. Noch bevor der Schlüssel im Schloss einrasten konnte, wurde die Tür mit einem überflotten Ruck von innen geöffnet. Im Türrahmen erschien meine Frau und in mir verbreitete sich das wohlige Gefühl des Zuhause seins.

Urplötzlich bemerkte ich eine unsichtbare Wand, die sich in der Türzarge verkeilte und Frau unerreichbar für mich machte. Jetzt erst sah ich den verzerrten Gesichtsausdruck, den man gut mit dem Worten „Gesicht zur Faust geballt“ umschreiben kann. Wie aus dem NICHTS sprudelte ein hilfloser Schrei aus dem Mund meiner besseren Hälfte:

 „Die Waschmaschine ist kaputt!“

Der Tonfall krallte sich mir in den Magen, die darin befindliche Säure schwappte bis zum Zapfen an den Gaumen, meine rechte Hand griff die Türklinke, um die Tür von außen zu verschließen. Bevor das Schloss einrastete, erreichte ein Geistesblitz den rechten Arm, dieser winkelte sich wieder an, womit die Tür wieder offen stand und das Bild auf Frau freigab. Dieser Blitz im völlig ausgehöhlten Schädel signalisierte die Sinnlosigkeit einer Fluchtreaktion. Die Magensäure zog sich zurück und machte Platz für Wut im Bauch, die schnellstens aus dem dunklen Gefängnis meiner Eingeweide flüchten wollte. Sie gab mir keine Zeit den Filter für wohlgeformte Worte vorzuschalten und so sprudelte ein abgehaktes und mürrisches „Lass mich erst mal rein !“aus meinem verzerrten Mund, unterstützt durch eine ruckartige Bewegung des linken Armes in die Richtung meiner Frau, wodurch sie zurück wich und den Weg in die Wohnung frei gab. Endlich in unseren 4 Wänden flog die Jacke an den Haken der Flurgarderobe, die Tasche knallte auf die Fließen und kurz darauf befand ich mich auf dem Balkon, mit einer Zigarette zwischen den Lippen, geschützt durch die geschlossene Tür zum Wohnzimmer.

So langsam beruhigte sich der Blutdruck, das Hirn nahm wieder seinen angestammten Platz ein und begann mit der Fehleranalyse. Was war jetzt zu tun!? Schon ratterten die ersten Gedanken für das angesagte Handeln:

  1. Frau beruhigen
  2. im Keller den Waschautomat begutachten und den Fehler suchen
  3. Entscheidung ob Reparatur oder gleich ein Neukauf das Richtige ist
  4. Entscheidung umsetzen

Kurz darauf war klar, wir brauchen neue Geräte. Und weil ich solche Aktionen nicht so schnell wieder erleben möchte, kauften wir Geräte die nach dem Hersteller gut 20 Jahre laufen sollen. Ein goldrichtiger Entschluss!

P1100138

Am ersten Sonntag im Frühlingsmonat März 2017, also 16 Jahre nach dem historischem Waschmaschinenentschluss, kam ich gegen Mittag von einem Kurzbesuch bei meinem Freund nach Hause zurück. Ich wollte den Fehlkauf einer Glasplatte beim Freund abladen, der nach kurzem Passversuch in der Küche abgewunken hat. Das Chaos dieser Küche beachtete ich nur am Rande.  Die Glasplatte sollte daraufhin im Keller geparkt werden. Dort mit dem Teil angekommen, brauchte ich keine Tür aufzuschließen, das Licht brannte schon und meine Frau stand in der mir noch wohlbekannten Haltung, mit Gesicht wie Faust … na Ihr wisst schon …! Wieder zuckte ein Blitz durch meine Glieder, die Bilder von 2001 flimmerten vor dem geistigen Auge. Die Maschine hatte fertig gewaschen und geschleudert und nun wollte sie die frischen Sachen heraus nehmen. Doch das Bullauge wollte nicht aufgehen. Also räumten wir die Maschinen frei, die Kabel und die Sicherung wurden geprüft, ohne negatives Ergebnis. Da kann man eben nichts machen. Via Internet orderte ich einen Servicemensch für den nächsten Tag, dann wollte ich das Gejammer wegen der gewaschenen Klamotten, die vielleicht schimmeln könnten, beenden.

Wir fuhren in die Stadt um neue Luft zu tanken und die Anfrage des Freundes auf ein Gläschen Wein mit Schwatz am Sonntag wahrzunehmen. Natürlich wurde das Thema Waschmaschine sofort erörtert, damit danach andere Themen behandelt werden können. Schlusswort hielt G. mit einer lapidaren Bemerkung über die Erziehungsmethoden gegenüber seiner Waschmaschine. „Wenn das Ding mal nicht aufgehen will, drück ich ihr mein Knie gegen das Bullauge. Dann macht sie von allein auf!“

Der Nachmittag hatte dann andere prickelndere Themen. Am frühen Abend erreichten wir unser Zuhause. Der erste Gang war ein Besuch im Keller und die Frage … ob die Maschine sich nun ein bekommen hat?  Und siehe da, die Tür ging auf! Wie war sie froh! So froh, das war schon nicht mehr auszuhalten!

Der Servicemann kam am Tag danach punkt 15:00 Uhr, reinigte die Maschine, las mittels Sensor und Laptop das Fehlerprotokoll aus, es war leer. Sein Fazit: die Maschine läuft nach 16 Jahren noch, als wenn sie neu wäre.

Was also hat diese Frau für Probleme mit Waschmaschinen??? Ich werde als Alternative ein Waschbrett auf dem Flohmarkt kaufen.

washboard-982990_960_720

„Der Frauenflüsterer – Der Mann der …

Kabarett Erfurter Puffbohne

Horst Müller, liebevoller Ehemann und Vater von zwei Kindern ist tot.
Er hinterlässt nicht nur ein großes Erbe, sondern auch ein paar hübsche „Freundinnen“ die mit streiten, um einen ordentlichen Teil von dem Erbschaftskuchen abzuschneiden.

lksdnvv

Eine schwarze Komödie mit unseren Darstellern Stefany Dreyer, Annette Krossa und Tom Dewulf in den Rollen von Brigitte, Irina und Fabienne.

Übernommen von: http://www.dasdie.de/veranstaltung/der-frauenfluesterer-der-mann-der-alles-kann.html

 

Heute lasse ich mal die Weibsen meinen Abend bestimmen. Und ich hoffe doch auf ein paar gute Lacher!

Zur Hälfte der Woche …

… und kurz vor dem Spiel Portugal gegen Wales, habe ich die Bilder der letzten Tage gesichtet. Jetzt sitze ich im Garten einer Pension in Zerbst und denke bei einer Kleinen Reblaus über den Sinn des Tages nach. Heute ist der Tag des Kusses! Wenn man mit den Auto fährt ist ja meist das Radio an, wo solche Parolen verbreitet werden. Gleich ging mir der Gedanke durch den Kopf, meine Frau außer der Reihe zu besuchen.

Doch dann wollte ich erst die Dame an der Rezeption anschauen. Sie kam ca. 5 Minuten nachdem ich geklingelt habe mit dem Auto angefahren. Ihr entschuldigendes Lächeln war ehrlich. Damit hatte sie schon mal den ersten Punkt. Die Rundumschürze (Kittelschürze darf ich ja nicht sagen) mit der Konfektionsgröße so um 58 rum, war nicht mehr so sauber wie Mann sich das wünschen würde. Der Dialekt war etwas ausgewaschen, hallensisch. Doch als dann ein kleines Mädchen so um die 3 Jahre mit Schnuller im Mund, heulend zu Mutti wollte, gab ich meine Pläne, diesen Tag zünftig zu begehen, spontan auf.

Deshalb sitze ich allein und enttäuscht zufrieden, oder zufrieden enttäuscht im Garten und denke über mein verdammtes Glück nach. Mit schlechtem Gewissen rief ich meine Frau an und entschuldigte mich für den verpassten Kusstag. Sie fragte doch glatt, ob ich noch alles Tassen im Schrank habe und was für einen Blödsinn ich von mir gebe. Sie habe noch nie etwas von einem solchenTag gehört oder gelesen.

P1040334

Mannoman, da habe ich ganz schönen Mist gebaut. Diese zermürbenden Gedanken den Tag über, wie ich aus dieser Zwickmühle ungeschoren heraus komme, hätte ich mir sparen können! Denn sie wußte ja nicht …

Und so verpasste ich wieder einmal einen Tag, so männlich wie es geht, also Gedankenlos zu verbringen.