Schlemmerei im Frühling

Das Fasten im Kloster Donndorf ist nun auch wieder Geschichte und doch klingt es noch einige Zeit nach. Der Körper entgiftet noch etwa 2 Wochen, ohne das man es bemerkt. Der Bratapfel am Freitag, zum traditionellen Fastenbrechen, war ein Gaumenerlebnis der besonderen Art.

So oft gibt es bei uns keinen Bratapfel, schon aus diesem Grund ist es etwas besonderes. Der Koch hatte das Kerngehäuse fachmännisch entfernt und die nun entstandene Vertiefung mit Zucker, Zimt und gehackte Mandeln gefüllt. Hmmm!

Das Wetter im Frühling verwöhnt uns jetzt wieder über Tage hinaus. Mich wunderte es also nicht, als der Nachbar am Freitagabend vor der Tür stand und uns zum Grillen am Samstag überreden wollte. Wie aus der Pistole geschossen sprudelte meine Antwort mit dem klaren „NEIN“  von meiner Zunge. Wollte ich doch nicht gleich die hart erarbeitete Erleichterung meines Körpers, der Thüringer Rostbratwurst vor die Füße werfen.

Und doch lockte das Angebot, bei gutem Wetter mit den nachbarlichen Freunden am Grill zu klönen. Ich brauchte eine Lösung. Meine Frau nahm ein vegetarisches Kochbuch aus dem Regal und hielt mir ein Rezept unter die Nase!

Also echt mal … so einfach und trivial kann nur Frau denken! Ich trauerte um mein schönes Problem, das sich unwiederbringbar in Luft aufgelöst hat. Aber nun zum Rezept:

Türkische Kebabs

Zutaten für die Sauce:

  • 4 EL Olivenöl
  • 3 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 425 g Kichererbsen aus der Dose, abgespült und abgetropft
  • 300 g Naturjoghurt
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Chilipulver
  • Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Zutaten für den Kebabs:

  • 1 Aubergine
  • 1 rote Paprika, entkernt
  • 1 grüne Paprika, entkernt
  • 4 Eiertomaten
  • 1 Zitrone, geachtelt
  • 8 kleine Lorbeerblätter
  • Olivenöl, zum Einfetten

Für die Soße wird das Oel in einer kleinen Pfanne erhitzt. Die klein gehackten Zwiebeln und der Knoblauch werden darin bei mittlerer Hitze und gelegentlichen Rühren, ca. 5 Minuten goldbraun gedünstet.

Die Kichererbsen, Jogurt, Kreuzkümmel, Chilipulver und die Zwiebel-Knoblauch-Mischung mit dem „Zauberstab“ zu einer sämigen Masse verarbeiten. Die Masse in eine Schüssel geben und mit Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer abschmecken. Abdecken und bis zum Servieren kalt stellen.

Die Sauce sieht jetzt aus, wie schon mal verdaut. Man sollte also den Gaumen und der Zunge Glauben schenken.

Für den Kebabs das Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden und gleichmäßig auf die Grillspieße verteilen. Holzspieße sollten vor der Verwendung in Wasser eingeweicht werden. Die Spießenden jeweils mit einem Lorbeerblatt und 1 Zitronenachtel krönen.

Die Spieße mit Olivenöl bestreichen und unter häufigem Wenden 5 – 8 Minuten über dem heißen Holzkohlegrill oder in einem vorgewärmten Backofen garen.

Inzwischen die vorbereitete Sauce vorsichtig erwärmen und mit den fertigen Spießen servieren.

Das schmeckt fantastisch. Die warme Zitrone gibt dabei gern ihren Saft an die anderen Gemüsesorten ab. Hat man 3 dieser Spieße genossen, kann der Duft einer köstlichen Thüringer Bratwurst nichts mehr ausrichten.

 

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Jetzt haben wir also offiziell Frühling

Nach dem langen hin und her beim Wetter ist nun endlich klar, das der Frühling sich durchgesetzt hat. Heute ist der erste Tag, an dem ich draussen sitzen kann um den Rechner zu quälen. Ich muss zwar gleich die Jacke überziehen, aber dennoch bin ich befreit.

Zur Zeit sitze ich in der Nähe von ein paar Frauen, die ihren Tag auswerten. Eine Teamversammlung oder Seminar. Hey mir wird es gerade schlecht ob der angelegten kosmetischen Gerüche die in meine Richtung ziehen, aber auch wegen dem ungehemmten Herziehen über die anderen Kursteilnehmer. Da bleibt kein Auge trocken und niemand ungeschoren. Wenn ich schnell genug schreiben könnte,  würde ich für Männer bisher ungehörte Bezeichnungen oder Schimpfworte weiter geben. Das verdirbt jedoch den Charakter meines Blogs.

Was gibt es von der letzten Woche aufzuschreiben?

In Erinnerung blieb mir ein unliebsames Wecken am Wochenende vor Ostern. Ein Grünspecht hämmerte an einen abgestorbenen Ast eines großen Baumes, etwa 20 Meter hinter dem Schlafzimmer. Bisher hatte ich noch keinen Grünspecht mit eigenem Auge gesehen. Jetzt konnte ich sogar Bilder von der balzenden Weckwanze ganz nah machen.

Sein abartiges Pochen gegen den hohlen Ast lockte gleich 2 Weibchen an, womit er völlig überfordert war. Seine Flucht erstaunte die Weibchen, die unendlich erstaunt am Ast hockten und die Welt nicht mehr verstanden. Vielleicht begreifen auch die Spechtweibchen, das Mann sich gern auf eins konzentriert, der Rest ist Überforderung.

Die Woche bis Ostern war kurz. Trotzdem fand ich einen Tag an dem ich nicht im Büro hocken blieb. Wenn man Job und Bedürfnis unter einen Hut bringen kann, ist das ein Glücksfall.

Im Übrigen werden es immer mehr lästernde Weibsen am Nachbartisch, sie trinken Bier, was die Hemmschwelle erheblich nach unten reguliert. Das wird sich aber gleich ändern, den der Chef hat zu Tisch geladen.

Karfreitag bescherte uns einen herrlichen Tag. Wir wollten uns eigentlich am Vormittag nur ein wenig in der Stadt die Beine vertreten, als der herrliche Duft aus den Küchen der Gasthäuser unsere Nasen erreichte. Kurz entschlossen pfiffen wir auf unsere Küche zu Hause und genossen die Küche im Augustiner hinter der Krämerbrücke.

Anschließend sonnten wir uns bis die Sonne weg ging auf dem Wenigenmarkt. Das war herrlich.

Vom Rest des Osterfestes lohnt es nicht groß zu berichten. Wir hatten jedenfalls keinen Stress zu Ostern.

 

Zeit

Manche Wochen enden, wie die Woche davor geendet hat. Ist das Eintönigkeit? Oder nur Beständigkeit?

Nach dem Kurzurlaub im Harz endete die Woche bei einem guten Gespräch mit meinem Freund im Speicher der Altstadt. Die neue Arbeitswoche bringt eine Flut an Arbeit, die mir nun wieder richtig gefällt. Konzentriertes arbeiten befreit mich von Zeit und Raum und schwups … ist der Tag rum, ohne unnütze Gedanken zuzulassen.

Morgenrot und Abendrot wechseln sich ab. Arbeiten, schlafen …immer im Wechsel. Es gibt Zeiten, da denke ich nicht darüber nach. Das nennt sich wohl „Hamsterrad“.

Doch dann kommt das Unerwartete … nein, das Erhoffte. Ein angenehmer, lockerer Termin im Norden von Thüringen. Projektübergabe – abnahme mit gleichzeitiger Anbahnung neuer Projekte. Anregende Gespräche bei gutem Essen. Das mag ich.

Die Zeit  gut zu kochen, muss man sich einfach nehmen. Das ist für mich ein wenig Meditation, oder Verarbeitung der kürzlich erlebten Ereignisse. Die Freude auf geschmackliche Genüsse lässt ein eher abgeklärtes Bild auf die vergangenen Ereignisse zu.

Geschmorte Schweinebäckchen sind ein Genuss für das Auge und den Gaumen.

Man bekommt solche Leckereien auf Bestellung beim Metzger auf dem Domplatz.

Aber auch Brot und Brötchen kann man gern selbst backen. Mit Dinkel ist das sehr bekömmlich.

Und dann endet das Wochenende wieder im Speicher. Frau lässt sich kosmetiktechnisch beraten und ich warte in ruhiger Atmosphäre im Speicher, bei einem Gläschen Wein, mit der Lektüre einer Tageszeitung und dem Studium der anwesenden Gäste.

Und hier endet die Woche sehr gemütlich, mit der Frage, ob die Zeit der Woche gut genutzt ist.

Carpe diem.

Weihnachtsmarkt in Tonndorf

Am 3. Advent sind wir traditionell auf dem Tonndorfer Bauernmarkt. Auch in diesem Jahr mussten wir dort hin. Das „MUSS“ kommt von der Tradition her, sonst fehlt etwas in der Adventszeit.

Normalerweise liegt zu dieser Jahreszeit Schnee oder der Boden ist wenigstens gefroren. Das war in diesem Jahr nicht so, weshalb man dort mit einer Schlammschlacht rechnen musste.

Aber gut, es gibt da ja noch die große Halle, in der gekocht, gestrickt, geschnitzt, gegessen und getrunken wird.

Der obligatorische Glühwein hat wieder sehr gut geschmeckt und geräucherten Speck für die Rouladen haben dort auch bekommen. Das war unsere Ausbeute.

Wir waren dort, die Schuhe sahen danach schön matschig aus und das Auto musste zum ersten Mal in die Waschanlage. Der Dreck in den Fußmatten hat sich sehr gut gehalten.

Und hier noch ein paar Worte zum Markt selbst: „Im Gelände des Pflanzenhofs, einer Baumschule in der Nähe des Ortes Tonndorf, der zur Verwaltungsgemeinde Kranichfeld gehört, findet in jedem Jahr vor Weihnachten ein „Bauernmarkt“ statt. Angefangen hat er damit, dass viele Menschen aus der Umgebung im Pflanzenhof ihren Weihnachtsbaum kauften. Dieses System der Direktvermarktung fand großen Zuspruch und wurde zunächst vor allem auf Geflügel und dann auf weitere Waren ausgeweitet.   Hier kann man direkt zusehen, wie z.B. Forellen geräuchert werden oder Schnitzereien entstehen. Hier kann man nach der Herkunft, Entstehung und Zusammensetzung der Waren fragen und sich unmittelbar vom Hersteller informieren lassen. Die Waren sind frisch, nicht lange gelagert, nicht eingefroren worden und durch keine weiteren Hände gegangen. Darin besteht der Reiz der Direktvermarktung.  Dazu bietet der Tonndorfer Bauernmarkt das Erlebnis eines volkstümlichen Festes. Selbstverständlich gibt es auch frisch gegrillte Thüringer Bratwurst und andere Leckereien zu kaufen. Der Markt ist auch Ausgangspunkt für Pferdekutschfahrten und Fahrten mit Hundeschlitten durch die Umgebung. Ich bin sicher, dieser Markt wird noch viele neue Freunde gewinnen.“ http://www.thueringen-lese.de

 

 

Weihnachtsmarkt in Naumburg/Saale

Die heiße Jahresendphase trudelt langsam aus und es beginnt die Zeit der Vorbereitung auf das große „Fressen“. Bis dahin kann man relaxt die Weihnachtsmärkte ab bummeln. Am 13. Dezember gondelte ich gemütlich nach Naumburg um dort nach dem Rechten zu sehen.

Verglichen mit dem Erfurter Weihnachtsmarkt ist der in Naumburg schön klein und kuschelig. Und als ich dort war auch noch schön leer. Aber wer geht auch schon am Vormittag auf den Weihnachtsmarkt?

Fast überall hat es sich eingebürgert Eisbahnen in die Weihnachtsmärkte zu integrieren. Können sich doch dort die Kinder austoben, damit die Großen den Glühwein besser genießen. Dort habe ich einen Apfelglühwein getrunken, den ich nur empfehlen kann. Nicht zu süß und oberlecker.

Die Bilder würden viel besser aussehen, wenn die vielen Lämpchen der Dunkelheit trotzen. Mit solchen Bildern kann ich jedoch nicht aufwarten. Deshalb stibitzte ich ein Bild mit toller Stimmung in Naumburg.

Weihnachtsmarkt Naumburg im Schnee

Wer gesittet in Naumburg essen gehen will, den kann ich ein Lokal empfehlen:

Gasthof „Zufriedenheit“ im Steinweg 26

Wir waren jedenfalls sehr zufrieden mit dem schmackhaften Essen und auch mit dem Ambiente des Lokals.

Und wer keine Weihnachtsmärkte mag, sollte sich den Naumburger Dom nicht entgehen lassen.

Weihnachtsmarkt in Weissensee

Weissensee? Wo oder was zum Teufel ist das denn? Es gibt eine Fernsehserie des ARD, in der das Leben ostdeutscher Menschen in der Zeit von 1980 bis zum Mauerfall gezeigt wird. Etwas überspitzt zwar, doch im Grunde traf die Serie den Kern des Lebens in der DDR.

Doch mit Weißensee ist vor allen eine Stadt im Landkreis Sömmerda im deutschen Freistaat Thüringen gemeint. Die kleine Stadt mit ca. 3500 Einwohner liegt 35 km nördlich von Erfurt.

Wie dem auch sei, wir wurden eingeladen den Weihnachtsmarkt in Weissensee, auf dem Hof der Runneburg zu besuchen. Dazu wurden wir vor der Haustür abgeholt, dort hin gefahren und auch wieder nach Hause verfrachtet. Das alles im Schneegestöber und bei widrigen Straßenverhältnissen.

Es ist schon ein komisches Gefühl für mich, auf den Rücksitzen eines PKW`s zu sitzen und zuschauen zu müssen, wie ein junger Mann uns durch die Landen fährt. Daran muss ich mich erst gewöhnen. 😉

Es schneite fürchterlich und der Wind trieb den Schnee in alle Ritzen der Bekleidung. Irgendwann sah ich einem Schneemann ähnlich und der Hut hatte gut und gerne sein doppeltes Gewicht.

Ich wollte ja vom Weihnachtsmarkt berichten. Doch dafür bediene ich mich eines Artikels aus der Thüringer Allgemeinen:

„Wenn es rund um die Burg Weißensee nach Tannen duftet, wenn der Geruch von süßen Waffeln, Glühwein und Zimtsternen in die Nase steigt, dann laden Weihnachtsmann und Christengel Besucher aus nah und fern zum traditionellen Weihnachtsmarkt ein. Stimmungsvoll, aber auch unterhaltsam wird es in diesen zwei Tagen auf der Burg Weißensee zugehen. Liebhaber des Handwerks finden hier originelle Weihnachtsgeschenke und Dekorationen für ein festliches Zuhause. An beiden Tagen stehen besonders die kleinen Besucher im Mittelpunkt. In der Bastelstube können alle Kinder kreativ sein und das ein oder andere Geschenk für ihre Lieben fertigen. Kinder treffen den Weihnachtsmann, während die Erwachsenen sich im Weihnachtscafé mit selbstgebackenem Kuchen verwöhnen lassen können.“

Ich würde den Weihnachtsmarkt von Weissensee mit klein aber fein bezeichnen. Das Schneegestöber passte gut zur vorweihnachtlichen Stimmung und der Glühwein schmeckte nochmal so gut.

Bautzener Wenzelsmarkt

Zuallererst musste ich heraus finden warum der Weihnachtsmarkt in Bautzen „Wenzelsmarkt“ heißt. Wahrscheinlich hat Peter Bachstein, der Bautzener, längst die Erklärung in seinem Blog. Gefunden habe ich bisher nichts.

Montagabend kam ich in Bautzen an, nicht vorher noch bei Brathahn eine kurze Audienz zu genießen. Viel Zeit war nicht, dafür war es ein lebendiges Gespräch.

Die Erklärung des Namens fand ich hier: http://www.bautzen.de/weihnachten-in-bautzen.asp  Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands, wow. Nun ja, er hat seinen Charm. In der Woche jedenfalls ist es dort überschaubar und gemütlich.

Am Dienstag war ich unter anderen in Ebersbach in einer kleinen Kaffeerösterei mit Museum. Zur Zeit schmeckt mir kein Kaffee, also kaufte ich dort besonderen Kaffee, in der Hoffnung er schmeckt besser.

Der Kaffee hat sehr gut gerochen und das Museum ist sehr liebevoll eingerichtet. Alte Kaffeekannen, Geschirr, Kaffeemaschinen aus dem 19. Jahrhundert und jünger.

Alles sehr interessant und eine Zeitreise in die noch bekannte Vergangenheit. Und trotzdem schmeckt dieser Kaffee auch nicht besser als der aus dem normalen Laden. Schade.

Und so bleibt mir ein kluger Spruch und ein Adventsstern aus Herrenhut, der nun als Nikolausgeschenk die anderen 4 Sterne komplettiert.

Ich wünsche den Lesern dieses Blogs, eine harmonische Adventszeit.