Es wird langsam …

Übergangszeiten von einer Jahreszeit in die nächste haben immer auch etwas skurriles. Am ersten Märzwochenende traute sich der Eiermann wegen  -10° Kälte nicht vor die Tür. Er konnte oder wollte den Versorgungsauftrag nicht gerecht werden.

Am zweiten Märzwochenende schaffte es die Sonne, den Sonntag auf 20° Wärme hoch zu pushen. 30° Unterschied von einer Woche zur anderen sind schon heftig.

Schon am Freitag lockte mich die ungewohnt warme Luft in die Stadt.

Ich brauchte dringend neue Kreisel. Und die gibt es, wie allgemein bekannt ist, in einem kleinen und feinen Geschäft auf der Krämerbrücke.

Dabei bemerkte ich schon ein leises Summen in der Stadt. Die Tante in dem Geschäft hatte Zeit mit mir zu plaudern und die Leute auf der Straße hatten offene und freundliche Gesichter.

Am Samstag war der Domplatz ein einziger Umschlagplatz von Stoffen und Tüchern.  Bunter ging es nicht.

Die Bäcker und Cafe`s trauten sich noch nicht die Bestuhlung für Draussen raus zu stellen. Deshalb mussten wir zum frühstücken in das Cafe. Flexibel ist anders.

Aber das wird schon noch. Der Sonntag war der Oberhammer. 20° C lockte auch den letzten hinter der Ofenbank hervor. Die Stadt war voll, aus den Summen am Freitag ist ein Brummen geworden.

Wir bekamen keinen Platz am Wenigenmarkt oder Domplatz. Alle hatten ihre Tische und Stühle raus gebracht und doch war kein Platz für uns. Jede Eisdiele zog eine Warteschlange von mindestens 20 Meter hinter sich her.

Am Ende langen Brücke fanden wir dann doch ein Plätzchen, beim Italiener. Das letzte Bild zeigt einen sehr filigranen Kreisel aus Birnenholz. Er ist der Ballerinakreisel unter dem gewöhnlichen Kreiselvolk.

Advertisements

Der kalte Brocken

Am Mittwoch sollte das Wetter für diese Woche am sonnigsten, aber auch kalt sein. Deshalb suchten wir diesen Tag für unsere Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn von Wernigerode über Drei Annen Hohne und  Schierke zum Brocken aus. Der Plan war durch gerechnet und besagte 7 Uhr Wecken. Mist! Ich wachte erst gegen 7:30 Uhr auf. Meine Frau fragte wie spät es wäre … 😉

Wir haben es trotzdem geschafft. Kurz vor der Abfahrt des Dampfzuges hatte wir die Fahrkarten und saßen am Fenster im Zug.

Das Bild im Zug habe ich gemacht, als alle ausgestiegen sind. Der Zug war nämlich schon in Wernigerode so gut wie voll. Aber gut, jetzt konnte es bei guten Wetter aus den grünen Wernigerode von 240 m ü. N.N. , hoch auf den Brocken zur Höhe 1.141 m ü. N.N. gehen.

An allen Stationen stiegen Fahrgäste zu, auch wenn keine  Plätze mehr zur Verfügung standen. Bei Minusgraden standen die Leute auf den Einstiegspodesten.  Spätestens ab Schierke waren wir inmitten einer herrlichen Winterlandschaft.

Nach fast 2 Stunden Fahrt kamen wir auf dem Brocken an.  Herrlich … alles weiss … wie damals … als Kind sah Winter für mich immer so aus.

Der Wind pfiff auf allen Ecken. Und dennoch ein Wintermärchen, das schon lange nicht mehr mein Auge erblickte.

Jedenfalls brauchten wir dringend eine warme Ecke und Mahlzeit. Die haben wir in einem MITROPA ähnlichen Abfertigungsgebäude gefunden und waren trotzdem zufrieden.

P1200801

Herrliche Aussicht auf Wernigerode und Ilsenburg. Ein beeindruckendes Schauspiel des Winters.

13:14 Uhr fuhr ein Zug zurück nach Wernigerode. Den haben wir auserkoren, uns wieder nach unten zu bringen.

Auch hier war der Zug wieder vollkommen überbesetzt. Chinesische Mädels musste auf der Rampe nach Schierke fahren und waren dort ganz still. Doch als sie im Abteil saßen und auftauten, gackerten die Hühner wie auf dem Misthaufen. 😉

Ich wußte gar nicht das Wernigerode eine Hochschule hat und dann noch mit einer Haltestelle der Harzer Schmalspurbahn.

Später waren wird dann im Huy. Einem kleinen Gebirgszug nahe des Harzes. Dort störten wir einen Mönch bei seiner Motivationssuche in der Kirche der Huysburg.

Das tat uns leid und so entfernten wir uns so unauffällig wie es ging.

Ein paar Tage im Harz

Im Harz bin ich sehr gern. Keine Ahnung warum. Wir sind jedenfalls im Hotel in Halberstadt untergekommen, wo ich auch sonst bei meinen Dienstfahrten absteige. Also ein wenig  zu Hause.

Auf dem Weg dort hin stiegen wir am Netzkater zum Mittagessen aus. Hier ist Winter wie wir ihn kennen.

Dann war Wernigerode angesagt. Eine Stadt mit Charakter und schönen Fachwerkhäusern. Die Brockenhexe ist dort allgegenwärtig.

Hier ist es schön kalt. Da sucht man sich auch mal kuschlige Räume mit schönen Sachen die man nicht braucht. Wir waren in einer Glasmanufaktur.

Jetzt sind wir in warmen Appartement an der Zuckerfabrik und schauen mal, was  wir morgen und übermorgen im Kino schauen können. Die dunklen Abende können wir mit der „kleinen Hexe“ oder einen schlüpfrigen Film  aufhellen.

Und hier noch ein Spruch vom Wernigeröder Rathaus. Das passt in unsere Zeit.

P1200616

Weihnachtsmarkt in Tonndorf

Am 3. Advent sind wir traditionell auf dem Tonndorfer Bauernmarkt. Auch in diesem Jahr mussten wir dort hin. Das „MUSS“ kommt von der Tradition her, sonst fehlt etwas in der Adventszeit.

Normalerweise liegt zu dieser Jahreszeit Schnee oder der Boden ist wenigstens gefroren. Das war in diesem Jahr nicht so, weshalb man dort mit einer Schlammschlacht rechnen musste.

Aber gut, es gibt da ja noch die große Halle, in der gekocht, gestrickt, geschnitzt, gegessen und getrunken wird.

Der obligatorische Glühwein hat wieder sehr gut geschmeckt und geräucherten Speck für die Rouladen haben dort auch bekommen. Das war unsere Ausbeute.

Wir waren dort, die Schuhe sahen danach schön matschig aus und das Auto musste zum ersten Mal in die Waschanlage. Der Dreck in den Fußmatten hat sich sehr gut gehalten.

Und hier noch ein paar Worte zum Markt selbst: „Im Gelände des Pflanzenhofs, einer Baumschule in der Nähe des Ortes Tonndorf, der zur Verwaltungsgemeinde Kranichfeld gehört, findet in jedem Jahr vor Weihnachten ein „Bauernmarkt“ statt. Angefangen hat er damit, dass viele Menschen aus der Umgebung im Pflanzenhof ihren Weihnachtsbaum kauften. Dieses System der Direktvermarktung fand großen Zuspruch und wurde zunächst vor allem auf Geflügel und dann auf weitere Waren ausgeweitet.   Hier kann man direkt zusehen, wie z.B. Forellen geräuchert werden oder Schnitzereien entstehen. Hier kann man nach der Herkunft, Entstehung und Zusammensetzung der Waren fragen und sich unmittelbar vom Hersteller informieren lassen. Die Waren sind frisch, nicht lange gelagert, nicht eingefroren worden und durch keine weiteren Hände gegangen. Darin besteht der Reiz der Direktvermarktung.  Dazu bietet der Tonndorfer Bauernmarkt das Erlebnis eines volkstümlichen Festes. Selbstverständlich gibt es auch frisch gegrillte Thüringer Bratwurst und andere Leckereien zu kaufen. Der Markt ist auch Ausgangspunkt für Pferdekutschfahrten und Fahrten mit Hundeschlitten durch die Umgebung. Ich bin sicher, dieser Markt wird noch viele neue Freunde gewinnen.“ http://www.thueringen-lese.de

 

 

Weihnachtsmarkt in Weissensee

Weissensee? Wo oder was zum Teufel ist das denn? Es gibt eine Fernsehserie des ARD, in der das Leben ostdeutscher Menschen in der Zeit von 1980 bis zum Mauerfall gezeigt wird. Etwas überspitzt zwar, doch im Grunde traf die Serie den Kern des Lebens in der DDR.

Doch mit Weißensee ist vor allen eine Stadt im Landkreis Sömmerda im deutschen Freistaat Thüringen gemeint. Die kleine Stadt mit ca. 3500 Einwohner liegt 35 km nördlich von Erfurt.

Wie dem auch sei, wir wurden eingeladen den Weihnachtsmarkt in Weissensee, auf dem Hof der Runneburg zu besuchen. Dazu wurden wir vor der Haustür abgeholt, dort hin gefahren und auch wieder nach Hause verfrachtet. Das alles im Schneegestöber und bei widrigen Straßenverhältnissen.

Es ist schon ein komisches Gefühl für mich, auf den Rücksitzen eines PKW`s zu sitzen und zuschauen zu müssen, wie ein junger Mann uns durch die Landen fährt. Daran muss ich mich erst gewöhnen. 😉

Es schneite fürchterlich und der Wind trieb den Schnee in alle Ritzen der Bekleidung. Irgendwann sah ich einem Schneemann ähnlich und der Hut hatte gut und gerne sein doppeltes Gewicht.

Ich wollte ja vom Weihnachtsmarkt berichten. Doch dafür bediene ich mich eines Artikels aus der Thüringer Allgemeinen:

„Wenn es rund um die Burg Weißensee nach Tannen duftet, wenn der Geruch von süßen Waffeln, Glühwein und Zimtsternen in die Nase steigt, dann laden Weihnachtsmann und Christengel Besucher aus nah und fern zum traditionellen Weihnachtsmarkt ein. Stimmungsvoll, aber auch unterhaltsam wird es in diesen zwei Tagen auf der Burg Weißensee zugehen. Liebhaber des Handwerks finden hier originelle Weihnachtsgeschenke und Dekorationen für ein festliches Zuhause. An beiden Tagen stehen besonders die kleinen Besucher im Mittelpunkt. In der Bastelstube können alle Kinder kreativ sein und das ein oder andere Geschenk für ihre Lieben fertigen. Kinder treffen den Weihnachtsmann, während die Erwachsenen sich im Weihnachtscafé mit selbstgebackenem Kuchen verwöhnen lassen können.“

Ich würde den Weihnachtsmarkt von Weissensee mit klein aber fein bezeichnen. Das Schneegestöber passte gut zur vorweihnachtlichen Stimmung und der Glühwein schmeckte nochmal so gut.