Bin mal wieder im Kloster

Nein. Kein richtiges Kloster. Die ständigen Leser in diesem Blog wissen schon das es sich um ein ehemaliges Kloster handelt, das heute als ländlichen Heimvolkshochschule Thüringen geführt wird. Dort zieht es mich immer wieder hin.

Die Bilder sind übrigens aus dem Archiv, wie man sehen kann, denn die Vegetation ist noch nicht ganz so weit wie hier gezeigt.

Das Thema ist Dinkelfasten nach Hildegard von Bingen. Im letzten Jahr hat mir es hier nicht nur gut gefallen, sondern tat mir und meinen Körper richtig gut.

Es schrie förmlich nach Wiederholung! Nur … diesmal kam ich nicht so glimpflich weg wie im letzten Jahr, denn meine bessere Hälfte klagte ihr Recht ein, mit zu kommen. Dagegen konnte ich mich nun wirklich nicht mehr wehren.

Nach 2 Tagen Vorbereitungszeit packten wir heute das Auto voller Klamotten und Utensilien und machten uns auf den Weg ins Kloster Donndorf. Das ist etwa eine Autostunde von Erfurt Richtung Norden.

Wir bezogen unsere Zellen und schon begann die Begrüßung und Einführung ins Fasten als Ausleitungsverfahren.

Da wird man gewogen, von einem „Körperfett Analysegerät“! Das spuckt dann aus:

  • Gewicht
  • BMI
  • Grundumsatz
  • Fettanteil (%)
  • Fettmasse
  • Fettfreie Masse
  • Körperwasser
  • Idealbereich

Was solch eine Waage alles zu wissen vortäuscht! Nicht fassbar!

Das Abendessen ist der Hohn! Wenn auch schmackhaft. Diesmal habe ich Verstärkung von weiteren 3 Männern im Kurs. Die restliche 12 Frauen sind bislang friedlich. 😉

Jetzt muss ich aber in die Heia.

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Jetzt haben wir also offiziell Frühling

Nach dem langen hin und her beim Wetter ist nun endlich klar, das der Frühling sich durchgesetzt hat. Heute ist der erste Tag, an dem ich draussen sitzen kann um den Rechner zu quälen. Ich muss zwar gleich die Jacke überziehen, aber dennoch bin ich befreit.

Zur Zeit sitze ich in der Nähe von ein paar Frauen, die ihren Tag auswerten. Eine Teamversammlung oder Seminar. Hey mir wird es gerade schlecht ob der angelegten kosmetischen Gerüche die in meine Richtung ziehen, aber auch wegen dem ungehemmten Herziehen über die anderen Kursteilnehmer. Da bleibt kein Auge trocken und niemand ungeschoren. Wenn ich schnell genug schreiben könnte,  würde ich für Männer bisher ungehörte Bezeichnungen oder Schimpfworte weiter geben. Das verdirbt jedoch den Charakter meines Blogs.

Was gibt es von der letzten Woche aufzuschreiben?

In Erinnerung blieb mir ein unliebsames Wecken am Wochenende vor Ostern. Ein Grünspecht hämmerte an einen abgestorbenen Ast eines großen Baumes, etwa 20 Meter hinter dem Schlafzimmer. Bisher hatte ich noch keinen Grünspecht mit eigenem Auge gesehen. Jetzt konnte ich sogar Bilder von der balzenden Weckwanze ganz nah machen.

Sein abartiges Pochen gegen den hohlen Ast lockte gleich 2 Weibchen an, womit er völlig überfordert war. Seine Flucht erstaunte die Weibchen, die unendlich erstaunt am Ast hockten und die Welt nicht mehr verstanden. Vielleicht begreifen auch die Spechtweibchen, das Mann sich gern auf eins konzentriert, der Rest ist Überforderung.

Die Woche bis Ostern war kurz. Trotzdem fand ich einen Tag an dem ich nicht im Büro hocken blieb. Wenn man Job und Bedürfnis unter einen Hut bringen kann, ist das ein Glücksfall.

Im Übrigen werden es immer mehr lästernde Weibsen am Nachbartisch, sie trinken Bier, was die Hemmschwelle erheblich nach unten reguliert. Das wird sich aber gleich ändern, den der Chef hat zu Tisch geladen.

Karfreitag bescherte uns einen herrlichen Tag. Wir wollten uns eigentlich am Vormittag nur ein wenig in der Stadt die Beine vertreten, als der herrliche Duft aus den Küchen der Gasthäuser unsere Nasen erreichte. Kurz entschlossen pfiffen wir auf unsere Küche zu Hause und genossen die Küche im Augustiner hinter der Krämerbrücke.

Anschließend sonnten wir uns bis die Sonne weg ging auf dem Wenigenmarkt. Das war herrlich.

Vom Rest des Osterfestes lohnt es nicht groß zu berichten. Wir hatten jedenfalls keinen Stress zu Ostern.

 

Mobbing

Am Mittwoch musste ich schon um 6 Uhr zu einem Termin im Norden von Thüringen fahren. Ich stellte also meinen Wecker auf 5:30 Uhr, dann duschen, Kaffee in eine Thermostasse und los.

So früh auf der Strasse sein zu müssen, ist nicht meins. Es wurde trotzdem ein guter Tag, auch wenn ich die gesamte Tageslichtzeit mit 2 Weibsen im Auto auskommen musste.

Heute am sehr frühen Morgen klingelte mein Wecker und ich stand wie immer auf. Erst ins Bad, dann in die Küche, den Kaffee für Frau aufbrühen. Ein Blick zur Uhr verrät, es ist erst 5:40 Uhr. Normal stehe ich 6 Uhr auf. Ach … wegen 20 Minuten muss ich mich nicht ins Hemd machen, so meine Gedanken. Und so döste ich vor mir hin, um dann wieder ins Bett zu gehen.

Dazu kam ich aber nicht. Denn … meine Frau kam in die Küche, um mir lauthals mitzuteilen, das es noch nicht  6 Uhr ist.

Ich bekam den Schreck meines Lebens! Ich wurde bestialisch aus meiner Döserei gerissen, es hätte auch ein Herzinfarkt werden können! Und DASS … wegen 20 Minuten zu früh aufstehen! Ich fasse es nicht! Toleranz ist männlich!

Langsam wird mir klar, warum Männer früher sterben.

Weihnachtsmarkt in Weissensee

Weissensee? Wo oder was zum Teufel ist das denn? Es gibt eine Fernsehserie des ARD, in der das Leben ostdeutscher Menschen in der Zeit von 1980 bis zum Mauerfall gezeigt wird. Etwas überspitzt zwar, doch im Grunde traf die Serie den Kern des Lebens in der DDR.

Doch mit Weißensee ist vor allen eine Stadt im Landkreis Sömmerda im deutschen Freistaat Thüringen gemeint. Die kleine Stadt mit ca. 3500 Einwohner liegt 35 km nördlich von Erfurt.

Wie dem auch sei, wir wurden eingeladen den Weihnachtsmarkt in Weissensee, auf dem Hof der Runneburg zu besuchen. Dazu wurden wir vor der Haustür abgeholt, dort hin gefahren und auch wieder nach Hause verfrachtet. Das alles im Schneegestöber und bei widrigen Straßenverhältnissen.

Es ist schon ein komisches Gefühl für mich, auf den Rücksitzen eines PKW`s zu sitzen und zuschauen zu müssen, wie ein junger Mann uns durch die Landen fährt. Daran muss ich mich erst gewöhnen. 😉

Es schneite fürchterlich und der Wind trieb den Schnee in alle Ritzen der Bekleidung. Irgendwann sah ich einem Schneemann ähnlich und der Hut hatte gut und gerne sein doppeltes Gewicht.

Ich wollte ja vom Weihnachtsmarkt berichten. Doch dafür bediene ich mich eines Artikels aus der Thüringer Allgemeinen:

„Wenn es rund um die Burg Weißensee nach Tannen duftet, wenn der Geruch von süßen Waffeln, Glühwein und Zimtsternen in die Nase steigt, dann laden Weihnachtsmann und Christengel Besucher aus nah und fern zum traditionellen Weihnachtsmarkt ein. Stimmungsvoll, aber auch unterhaltsam wird es in diesen zwei Tagen auf der Burg Weißensee zugehen. Liebhaber des Handwerks finden hier originelle Weihnachtsgeschenke und Dekorationen für ein festliches Zuhause. An beiden Tagen stehen besonders die kleinen Besucher im Mittelpunkt. In der Bastelstube können alle Kinder kreativ sein und das ein oder andere Geschenk für ihre Lieben fertigen. Kinder treffen den Weihnachtsmann, während die Erwachsenen sich im Weihnachtscafé mit selbstgebackenem Kuchen verwöhnen lassen können.“

Ich würde den Weihnachtsmarkt von Weissensee mit klein aber fein bezeichnen. Das Schneegestöber passte gut zur vorweihnachtlichen Stimmung und der Glühwein schmeckte nochmal so gut.

35. Kalenderwoche 2017

Knap ist der Sommerurlaub vorbei, ist auch gleich das Jahr vorbei. Das bemerke ich immer wieder! Die ersten Lebkuchen schmecken am besten und nur jetzt. Die Wetterfrösche haben den kalendarischen Herbstanfang verkündet. Erste Anfragen für den Weihnachtsmarkt gibt es auch schon.

Sonntagabend von der Donaufahrt zurück, gleich am Nachsonntag ins Büro. So konnte ich erst einmal sichten was in den letzten 2 Wochen auf dem Tisch gelandet ist. Doch dann begann die Harzwoche. Alles fing in Halberstadt an. Mittwoch dann Wernigerode und als ein wenig Zeit war erinnerte ich mich an den Hexenmangel in der Geschenkekiste. Ich brauchte dringend Nachschub! Den bekommt man an der Rappbode – Talsperre. Also nichts wie hin!

Der Tag begann schon sehr heiß. Über 30 Grad schon gegen 10 Uhr war ausserhalb des Fahrzeugs eine Zumutung. Dort angekommen stellte ich mitten in der Woche sehr viel Andrang fest. Die neue Seilhängebrücke über die Rappbode ist die Attraktion und beeindruckte auch mich sehr.

„118 Tonnen schwer, 483 Meter lang und 100 Meter über der Rappbode: Nach dreieinhalbjähriger Planungsphase und zehn Monaten Bauzeit ist die weltlängste Fußgänger-Seilhängebrücke offiziell eingeweiht worden. Besucher können ab sofort die 483 Meter lange Brücke über dem Rappbodetal nutzen.„http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/laengste-seilhaengebruecke-der-welt-im-harz-eroeffnet-100.html

Man kann dort auch an einem Seil schwebend die Rappbode überqueren. Ich finde das „geil“, wie man heute sagt.

Der Weg führte mich durch am Bahnkreuz Drei Annen Hohne, wo mir das Glück hold war. Gleich zwei  Dampfloks in Betrieb waren zu sehen, eine Augenweide.

Das Kloster Drübeck, wieder in der Nähe von Wernigerode. Eine sehr schöne Anlage  und heute eine Tagungsstätte der evangelischen Kirche. Hier fand ich die Zeichen des kommenden Herbstes,trotz Hitze.

Jetzt möchte ich natürlich noch meine Ausbeute an der Rappbodetalsperre vorstellen.

Die große Hexe hat sich meine Frau gleich geschnappt. Ich habe sie auch genau für sie ausgesucht und musste gar nichts dazu sagen.

Donnerstag war ich in Gernrode, dann wieder nach Hause. Das Wochenende galt der Familie, denn am Sonntag brachte ich meine Schwester und Mutter wieder nach Bad Saarow und am Abend blieb ich gleich auf halber Höhe in Halle.

Ich war neunzehn… oder die 16. Kalenderwoche ist mir schnuppe.

Es gibt einen Film mit den Titel „Ich war neunzehn„. Darin spielt der heute ins Alter und auch in den Speck gekommene Jaecki Schwarz (Sputnik) die Hauptrolle. Diesen Film werden ich wohl nie vergessen. Doch darum geht es mir heute nicht.

Heute ist der Tag vor dem „Tag der Arbeit“. 😉 Walpurgisnacht … wenn es Nacht ist. Maifeuer lodern auf. Die Freude auf den Sommer bricht durch.

Bei mir kommen Gedanken  über den Tag vor 40 Jahren auf.  Ich war neunzehn und hatte den Einberufungsbefehl für den 3. Mai in der Hosentasche. Nicht gerade prickelnd. Damals gab es noch die Wehrpflicht. Bei der Musterung wurde ich als motorisierter Schütze (Infanterie oder Kanonenfutter) eingestuft. Tatsächlich kam ich für 3 Jahre an die Grenze. Doch dass war alles ein paar Tage später.

Für den 30. April 1977 hatten wir eine Fete geplant. Mein Freund feierte seine 18. Geburtstag, seine Schwester ihre Verlobung mit einen polnischen Mann und ich meinen Abschied vom zivilen Leben. Alles sollte in der Wohnung des Freundes, der damals noch bei seiner Mutter wohnte, ablaufen. Schon Wochen zuvor planten wir, wer was besorgt und wer eingeladen wird. Alles Leute die ich schon kannte. Pitti (der Spitzname von dem damaligen Freund) setzte eine Woche vor dem Termin noch seine Lieblingscousine auf die Einladungsliste. Ich kannte sie nicht und brauchte Informationen.

Er: Lieb, hübsch anzusehen. blond und siebzehn.

Ich: Na dann … ist sie den Abend meine!

Pitti winkte ab, nie und nimmer! Du wirst abblitzen, da wette ich einen Kasten Bier drauf!

Und dieser Kasten Bier steht immer noch zwischen uns. Seine Lieblingscousine hat mich zwar etwas zappeln lassen, doch Männe bekommt was er wirklich will. (Ich weiß … das ist die Machonummer, die kommt bei mir immer wieder durch) *lach*

Damals … hatte ich eine „Sturmfreie Bude“ und sie kam nicht mit zu mir. Das konnte ich nicht verstehen und DAS machte mich kämpferisch. Der Kampf hat sich gelohnt.

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So … und nun lehne ich mich zurück, rauche eine Zigarre, trinke einen grünen Veltliner und heute Abend gehe ich mit meiner Frau auf den Domplatz und lasse die Hexen fliegen.

12. Kalenderwoche 2017

Es war die Woche des Frühlings, der Sonne, der Geburtstage, der ekligen Eigentümerversammlungen und der Musik.

Die Arbeitswoche  war so stinke normal, da ich fast alles verdrängt habe. Routine eben. Man kann sich daran gewöhnen oder es hassen. So lange ich mit Konzentration arbeiten kann, habe ich Spaß daran. Meist werde ich aber von ungeplanten Telefonaten heraus gerissen oder Mitarbeiter wollen von jetzt auf gleich Nachhilfe, da sie in Projektbesprechungen nicht mit Konzentration dabei waren.

Dienstagabend wurde die Eigentümerversammlung für den Freitag beim neuen Verwalter vorbereitet. Freitag nachmittag ab 16 Uhr dann die richtige Versammlung. Ich hatte mich auf 22 Uhr Ende eingestellt. Zur Überbrückung des Zuckertiefs bewaffnete ich mich mit getrocknete Feigen und Wasser. Tatsächlich war ich 21:45 Uhr wieder zu Hause. Mit 24 Tagesordnungspunkten war auch nichts anderes zu erwarten. Ich erspare mir die Schlacht  hier zu beschreiben. Jedenfalls verpasste ich dadurch die Geburtstagsfeier unserer Tochter.

Ab dann endlich Wochenende! Samstag fuhr ich allein zum Markt. Frau kam mal wieder nicht aus dem Knick. Das Wetter zeigte sich wunderbar freundlich und lud zum Frühstück an der frischen Luft ein. Alleine  schmeckt es jedoch nicht so gut wie in Gesellschaft und so trottelte ich wieder zum Rock meiner Gemahlin zurück.

Den Abend versüßten wir uns in der Alten Oper mit Klängen aus „Ostrock meets Classic“ in einer wunderbaren Atmosphäre.

„Die Zonenrocker und das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode unter der Leitung von Musikdirektor Christian Fitzner präsentieren die schönsten Songs aus über 30 Jahren Ostrock. Und es handelt sich dabei nicht einfach um ein Konzert. „Ostrock meets Classic“ ist vielmehr eine Ostrock-Spektakel, unterstützt durch ein ausgefeiltes Lichtdesign, Showeinlagen, Tänzerinnen u.v.m. Über 30 hochkarätige Musiker und Tänzerinnen bieten eine Symbiose aus alten Ostrock-Songs und Klassik.“

Der Sonntag hatte schon sein bestes Kleid vom sonnigen Wetter angezogen und lockte uns zum Geburtstagsessen in die Gaststätte Fahner Mühle. Oben auf dem Berg zog der Wind noch scharf um die Ecken, doch der Frühling sprießt aus jedem Zweig und Halm. Wir mussten sehr lange auf das Mittagessen warten.

Die Tafel war für 12:30 Uhr bestellt, essen konnten wir gegen 14 Uhr. Zudem hatten die Speisen zu wenig Temperatur und meinem Gulasch fehlte der Pep.  Normalerweise gehörte Rotkraut zu Gericht, für mich machten sie Pfannengemüse schmackhaft und knackig. Das passte auch ganz gut zum zarten Fleisch. Mit Wein kennen sie sich dort nicht so gut aus. Mein bestellter Halbtrocken Weißwein, entpuppte sich als liebliche Scheurebe.

Den Nachmittag wollten wir einfach nur genießen. Das hatten sich auch viele andere Erfurter  vorgenommen. Hinter der Krämerbrücke sonnten sich die Leute in Scharen. Es summte nur so in der Luft.

Wir hatten dann doch noch einen Tisch in der Sonne erwischt und genossen den Wein im Gewimmel der Sonnenanbeter, bis die Sonne hinter den Turm der Ägidienkirche verschwand. Umgehend wurden die bereitgehaltenen Decken begehrt.

Selbst auf dem Weg in unsere gemütliche Behausung hatten wir unseren Spaß.