Weihnachtsmarkt in Weissensee

Weissensee? Wo oder was zum Teufel ist das denn? Es gibt eine Fernsehserie des ARD, in der das Leben ostdeutscher Menschen in der Zeit von 1980 bis zum Mauerfall gezeigt wird. Etwas überspitzt zwar, doch im Grunde traf die Serie den Kern des Lebens in der DDR.

Doch mit Weißensee ist vor allen eine Stadt im Landkreis Sömmerda im deutschen Freistaat Thüringen gemeint. Die kleine Stadt mit ca. 3500 Einwohner liegt 35 km nördlich von Erfurt.

Wie dem auch sei, wir wurden eingeladen den Weihnachtsmarkt in Weissensee, auf dem Hof der Runneburg zu besuchen. Dazu wurden wir vor der Haustür abgeholt, dort hin gefahren und auch wieder nach Hause verfrachtet. Das alles im Schneegestöber und bei widrigen Straßenverhältnissen.

Es ist schon ein komisches Gefühl für mich, auf den Rücksitzen eines PKW`s zu sitzen und zuschauen zu müssen, wie ein junger Mann uns durch die Landen fährt. Daran muss ich mich erst gewöhnen. 😉

Es schneite fürchterlich und der Wind trieb den Schnee in alle Ritzen der Bekleidung. Irgendwann sah ich einem Schneemann ähnlich und der Hut hatte gut und gerne sein doppeltes Gewicht.

Ich wollte ja vom Weihnachtsmarkt berichten. Doch dafür bediene ich mich eines Artikels aus der Thüringer Allgemeinen:

„Wenn es rund um die Burg Weißensee nach Tannen duftet, wenn der Geruch von süßen Waffeln, Glühwein und Zimtsternen in die Nase steigt, dann laden Weihnachtsmann und Christengel Besucher aus nah und fern zum traditionellen Weihnachtsmarkt ein. Stimmungsvoll, aber auch unterhaltsam wird es in diesen zwei Tagen auf der Burg Weißensee zugehen. Liebhaber des Handwerks finden hier originelle Weihnachtsgeschenke und Dekorationen für ein festliches Zuhause. An beiden Tagen stehen besonders die kleinen Besucher im Mittelpunkt. In der Bastelstube können alle Kinder kreativ sein und das ein oder andere Geschenk für ihre Lieben fertigen. Kinder treffen den Weihnachtsmann, während die Erwachsenen sich im Weihnachtscafé mit selbstgebackenem Kuchen verwöhnen lassen können.“

Ich würde den Weihnachtsmarkt von Weissensee mit klein aber fein bezeichnen. Das Schneegestöber passte gut zur vorweihnachtlichen Stimmung und der Glühwein schmeckte nochmal so gut.

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35. Kalenderwoche 2017

Knap ist der Sommerurlaub vorbei, ist auch gleich das Jahr vorbei. Das bemerke ich immer wieder! Die ersten Lebkuchen schmecken am besten und nur jetzt. Die Wetterfrösche haben den kalendarischen Herbstanfang verkündet. Erste Anfragen für den Weihnachtsmarkt gibt es auch schon.

Sonntagabend von der Donaufahrt zurück, gleich am Nachsonntag ins Büro. So konnte ich erst einmal sichten was in den letzten 2 Wochen auf dem Tisch gelandet ist. Doch dann begann die Harzwoche. Alles fing in Halberstadt an. Mittwoch dann Wernigerode und als ein wenig Zeit war erinnerte ich mich an den Hexenmangel in der Geschenkekiste. Ich brauchte dringend Nachschub! Den bekommt man an der Rappbode – Talsperre. Also nichts wie hin!

Der Tag begann schon sehr heiß. Über 30 Grad schon gegen 10 Uhr war ausserhalb des Fahrzeugs eine Zumutung. Dort angekommen stellte ich mitten in der Woche sehr viel Andrang fest. Die neue Seilhängebrücke über die Rappbode ist die Attraktion und beeindruckte auch mich sehr.

„118 Tonnen schwer, 483 Meter lang und 100 Meter über der Rappbode: Nach dreieinhalbjähriger Planungsphase und zehn Monaten Bauzeit ist die weltlängste Fußgänger-Seilhängebrücke offiziell eingeweiht worden. Besucher können ab sofort die 483 Meter lange Brücke über dem Rappbodetal nutzen.„http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/laengste-seilhaengebruecke-der-welt-im-harz-eroeffnet-100.html

Man kann dort auch an einem Seil schwebend die Rappbode überqueren. Ich finde das „geil“, wie man heute sagt.

Der Weg führte mich durch am Bahnkreuz Drei Annen Hohne, wo mir das Glück hold war. Gleich zwei  Dampfloks in Betrieb waren zu sehen, eine Augenweide.

Das Kloster Drübeck, wieder in der Nähe von Wernigerode. Eine sehr schöne Anlage  und heute eine Tagungsstätte der evangelischen Kirche. Hier fand ich die Zeichen des kommenden Herbstes,trotz Hitze.

Jetzt möchte ich natürlich noch meine Ausbeute an der Rappbodetalsperre vorstellen.

Die große Hexe hat sich meine Frau gleich geschnappt. Ich habe sie auch genau für sie ausgesucht und musste gar nichts dazu sagen.

Donnerstag war ich in Gernrode, dann wieder nach Hause. Das Wochenende galt der Familie, denn am Sonntag brachte ich meine Schwester und Mutter wieder nach Bad Saarow und am Abend blieb ich gleich auf halber Höhe in Halle.

Ich war neunzehn… oder die 16. Kalenderwoche ist mir schnuppe.

Es gibt einen Film mit den Titel „Ich war neunzehn„. Darin spielt der heute ins Alter und auch in den Speck gekommene Jaecki Schwarz (Sputnik) die Hauptrolle. Diesen Film werden ich wohl nie vergessen. Doch darum geht es mir heute nicht.

Heute ist der Tag vor dem „Tag der Arbeit“. 😉 Walpurgisnacht … wenn es Nacht ist. Maifeuer lodern auf. Die Freude auf den Sommer bricht durch.

Bei mir kommen Gedanken  über den Tag vor 40 Jahren auf.  Ich war neunzehn und hatte den Einberufungsbefehl für den 3. Mai in der Hosentasche. Nicht gerade prickelnd. Damals gab es noch die Wehrpflicht. Bei der Musterung wurde ich als motorisierter Schütze (Infanterie oder Kanonenfutter) eingestuft. Tatsächlich kam ich für 3 Jahre an die Grenze. Doch dass war alles ein paar Tage später.

Für den 30. April 1977 hatten wir eine Fete geplant. Mein Freund feierte seine 18. Geburtstag, seine Schwester ihre Verlobung mit einen polnischen Mann und ich meinen Abschied vom zivilen Leben. Alles sollte in der Wohnung des Freundes, der damals noch bei seiner Mutter wohnte, ablaufen. Schon Wochen zuvor planten wir, wer was besorgt und wer eingeladen wird. Alles Leute die ich schon kannte. Pitti (der Spitzname von dem damaligen Freund) setzte eine Woche vor dem Termin noch seine Lieblingscousine auf die Einladungsliste. Ich kannte sie nicht und brauchte Informationen.

Er: Lieb, hübsch anzusehen. blond und siebzehn.

Ich: Na dann … ist sie den Abend meine!

Pitti winkte ab, nie und nimmer! Du wirst abblitzen, da wette ich einen Kasten Bier drauf!

Und dieser Kasten Bier steht immer noch zwischen uns. Seine Lieblingscousine hat mich zwar etwas zappeln lassen, doch Männe bekommt was er wirklich will. (Ich weiß … das ist die Machonummer, die kommt bei mir immer wieder durch) *lach*

Damals … hatte ich eine „Sturmfreie Bude“ und sie kam nicht mit zu mir. Das konnte ich nicht verstehen und DAS machte mich kämpferisch. Der Kampf hat sich gelohnt.

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So … und nun lehne ich mich zurück, rauche eine Zigarre, trinke einen grünen Veltliner und heute Abend gehe ich mit meiner Frau auf den Domplatz und lasse die Hexen fliegen.

12. Kalenderwoche 2017

Es war die Woche des Frühlings, der Sonne, der Geburtstage, der ekligen Eigentümerversammlungen und der Musik.

Die Arbeitswoche  war so stinke normal, da ich fast alles verdrängt habe. Routine eben. Man kann sich daran gewöhnen oder es hassen. So lange ich mit Konzentration arbeiten kann, habe ich Spaß daran. Meist werde ich aber von ungeplanten Telefonaten heraus gerissen oder Mitarbeiter wollen von jetzt auf gleich Nachhilfe, da sie in Projektbesprechungen nicht mit Konzentration dabei waren.

Dienstagabend wurde die Eigentümerversammlung für den Freitag beim neuen Verwalter vorbereitet. Freitag nachmittag ab 16 Uhr dann die richtige Versammlung. Ich hatte mich auf 22 Uhr Ende eingestellt. Zur Überbrückung des Zuckertiefs bewaffnete ich mich mit getrocknete Feigen und Wasser. Tatsächlich war ich 21:45 Uhr wieder zu Hause. Mit 24 Tagesordnungspunkten war auch nichts anderes zu erwarten. Ich erspare mir die Schlacht  hier zu beschreiben. Jedenfalls verpasste ich dadurch die Geburtstagsfeier unserer Tochter.

Ab dann endlich Wochenende! Samstag fuhr ich allein zum Markt. Frau kam mal wieder nicht aus dem Knick. Das Wetter zeigte sich wunderbar freundlich und lud zum Frühstück an der frischen Luft ein. Alleine  schmeckt es jedoch nicht so gut wie in Gesellschaft und so trottelte ich wieder zum Rock meiner Gemahlin zurück.

Den Abend versüßten wir uns in der Alten Oper mit Klängen aus „Ostrock meets Classic“ in einer wunderbaren Atmosphäre.

„Die Zonenrocker und das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode unter der Leitung von Musikdirektor Christian Fitzner präsentieren die schönsten Songs aus über 30 Jahren Ostrock. Und es handelt sich dabei nicht einfach um ein Konzert. „Ostrock meets Classic“ ist vielmehr eine Ostrock-Spektakel, unterstützt durch ein ausgefeiltes Lichtdesign, Showeinlagen, Tänzerinnen u.v.m. Über 30 hochkarätige Musiker und Tänzerinnen bieten eine Symbiose aus alten Ostrock-Songs und Klassik.“

Der Sonntag hatte schon sein bestes Kleid vom sonnigen Wetter angezogen und lockte uns zum Geburtstagsessen in die Gaststätte Fahner Mühle. Oben auf dem Berg zog der Wind noch scharf um die Ecken, doch der Frühling sprießt aus jedem Zweig und Halm. Wir mussten sehr lange auf das Mittagessen warten.

Die Tafel war für 12:30 Uhr bestellt, essen konnten wir gegen 14 Uhr. Zudem hatten die Speisen zu wenig Temperatur und meinem Gulasch fehlte der Pep.  Normalerweise gehörte Rotkraut zu Gericht, für mich machten sie Pfannengemüse schmackhaft und knackig. Das passte auch ganz gut zum zarten Fleisch. Mit Wein kennen sie sich dort nicht so gut aus. Mein bestellter Halbtrocken Weißwein, entpuppte sich als liebliche Scheurebe.

Den Nachmittag wollten wir einfach nur genießen. Das hatten sich auch viele andere Erfurter  vorgenommen. Hinter der Krämerbrücke sonnten sich die Leute in Scharen. Es summte nur so in der Luft.

Wir hatten dann doch noch einen Tisch in der Sonne erwischt und genossen den Wein im Gewimmel der Sonnenanbeter, bis die Sonne hinter den Turm der Ägidienkirche verschwand. Umgehend wurden die bereitgehaltenen Decken begehrt.

Selbst auf dem Weg in unsere gemütliche Behausung hatten wir unseren Spaß.

11. Kalenderwoche 2017

Die Woche des Schweins ist Geschichte. Es bleibt jedoch noch ein Batzen Schweinskopfsülze zum verputzen übrig. Und fast alles ist für mich allein. Denn meine Frau mag diese Schweinerei nicht. Auch gut und jetzt Ende zu diesem Thema.

Am Montag fuhr ich nach Oschersleben. Schön gemütlich am späten Nachmittag übers Land. Übernachtet habe in der Pension an der Rennstrecke im Gewerbegebiet. Auf dieser Rennstrecke hatte ich mal vor Jahren ein Fahrsicherheitstraining von Opel organisiert, genießen dürfen. Ein paar Jahre später konnte ich noch einmal solch ein Training auf einen alten Flugplatz in der Nähe von Berlin absolvieren. Solche Sachen sind immer eine gelungene Abwechslung zum Arbeitstag.

Nach getaner Arbeit am Dienstag, hatte ich in angenehmer Gesellschaft die Möglichkeit in der Burg von Wanzleben mein Unwesen zu treiben.

In Egeln suchten wir vom Hunger getrieben eine Gaststätte, doch als wir eine gefunden hatten, entschieden wir uns für eine Gemüsepfanne. Als diese serviert wurde, war unsere Enttäuschung groß. Das Gefäß war sehr klein und signalisierte uns keine Sättigung. Es kam jedoch anders. Wir hatten kein Völlegefühl wie bei einer üblichen Portion in Gaststätten und waren trotzdem sehr zufrieden. Das ist eine gute Erfahrung.

Die Rückfahrt wählte ich auch wieder per Landstraße über Halberstadt, durch den Harz. Wenn man auf der B 79 Richtung Halberstadt fährt, lockt die Skyline der Stadt mit seinen schönen Türmen. Das ist immer ein Motiv für mich.

Die Fahrt durch den Harz hatte etwas vom Osterspaziergang … Eis war nicht mehr zu sehen, aber Schneereste, ein reißender Bach und sich am Baum schmiegende Schwammerln.

Am Samstag war der Domplatz neben dem täglichen Wochenmarkt, mal wieder mit der  Thüringer Rostbratwurst besetzt. Diese Veranstaltung nennt man neudeutsch „Rostkultur“ und soll den Startschuss für die Grillsaison geben. Das ist natürlich völliger Quatsch für Thüringen. Denn hierzulande geht der Grill erst gar nicht aus.

Trotzdem fanden wir auch am Nachmittag den Weg zum Grillfest. Eine Bratwurst mussten wir  essen. Aus ganz Thüringen waren die Fleischergilden angerückt. Sie standen bei kalten und nassen Wetter am Grill und wedelten mit ihrer Wurst. Doch so einfach geht das bei uns nicht. Wir drehten 2 Runden und begutachteten auf jedem Grill die Bratwurst.

Wer mit gebrühte Bratwurst angetreten ist, hat nicht verstanden wie Thüringen tickt. Wir entschieden uns für Oberweissbacher Bratwurst und wurden enttäuscht! Sie hatte keinen Geschmack. Wir hätte uns doch lieber für die Wurst aus Schmalkalden entscheiden sollen.

Am Sonntag waren wir ganz klassisch in Weimar vor dem Deutschen Nationaltheater mit Klaus-Peter und seiner Frau verabredet. Er war der zweite Quotenmann im Januar bei der Fastenkur. Und wie es Gott so will, kannten wir uns aus der Zeit im Artillerieregiment Erfurt. Wir hatten in Donndorf beschlossen uns öfters zu treffen, was jetzt umgesetzt wurde. Es ist immer schön wenn bei solchen Treffen die Chemie auch bei den Frauen stimmt. Das ist die Vorraussetzung für weitere Termine.

Das Wetter spielte nicht so mit wie wir es uns gewünscht hätten, um durch den Ilmtal-Park von Weimar zu schlendern. So verkrochen wir uns in ein Cafè neben dem Rathaus. Der Eisbecher dort war zu groß, schmeckte jedoch ganz vorzüglich.

Ja, so hat sich die 11. KW bei mir vorbei geschlichen.  Ach ja, das Dinkelbrot ist mir in dieser Woche sehr gut gelungen und die Wintertropfen aus Taigawurzel, Zimt und Doppelkorn sind jetzt auch fertig. Nun ist der Winter vorbei.

10. Kalenderwoche 2017

Ich würde die Woche im Zeichen des Schweins benennen. Und das kam so:

Ich mache ja wenigstens einmal im Jahr Sülze. Einmal im Jahr, weil ich sie allein essen muss. Und wenn man einmal die Schweinerei macht, dann muss schon ein Batzen dabei heraus kommen.  Dann kämpfe ich mich durch die Sülze und habe danach genug für das ganze Jahr. Das hatte ich mal bei einem Glas Wein meinen Freund erzählt, der mir beichtete noch nie eine Sülze gemacht zu haben. Und wie mein kleiner Männe nun mal so ist, habe ich ihm versprochen zusammen eine Schweinskopfsülze zu machen.

Ich brauchte einen Schweinskopf! In der letzten Woche bestellte ich also bei einem Metzger auf dem Domplatz einen halben Schweinskopf. Den sollte ich am Mittwoch abholen. Gegen Mittag fuhr ich zum Markt und bekam den Kopf nicht! Der Verkäufer beschwerte sich bei der Metzgerei, weil der Schweinskopf nicht wie bestellt, geliefert wurde. Nun gut. Ich bestellte für den Donnerstag auch noch zwei Spitzbeine für das Gelieren.

Am Donnerstag stellte ich das Auto gegen Mittag am Domplatz in einer Parkverbotszone ab und holte die Schweinskopfhälfte, nebst Spitzbeine ab.  Just als ich wieder beim Auto ankam, stand doch ein Schwarzmann mit Sternchen auf den Schultern am Fahrzeug. Die besorgte Mine sollte wohl Gefahr signalisieren. Das Parkverbot konnte noch nicht greifen, denn ich war vielleicht 5 Minuten nicht am Auto. Er stand am Heck und betrachtete das Nummernschild.

Er: „Was ist denn mit dem TÜV?“

Ich: „Was soll denn damit sein?“

Er: „Der ist seit Dezember abgelaufen!“

Ich: Gucke blöd. „Abgelaufen?“

Er: „Das kostet ein Verwarnungsgeld von 15 Euro und sie haben Zeit bis zum 23.03.2017, dann müssen sie den Nachweis für den TÜV erbracht haben.“

Na … danke auch! Mir fiel es wie Schuppen von Augen. Im November bekam ich von der Werkstatt einen Brief von wegen Service und so. Den Lappen legte ich in den Posteingang und betrachtete ihn nicht mehr. Erst vor kurzen war ich in der Werkstatt wegen der Inspektion und meinte der Brief wäre ein schlechter Scherz. Richtig gelesen habe ich nicht. *Klatsch vor dem Kopf* Normalerweise lese ich alles was mit der Post kommt. Aber das ist jetzt auch egal.

Ich hatte nun einen halben Schweinekopf, zwei Spitzbeine und ein Problem! Am Nachmittag vereinbarte ich einen Termin für den TÜV. Das Auto ist jetzt 3 Jahre alt, hat knapp 150.000 km runter, also sollte auch gleich eine Inspektion und der Reifenwechsel auf Sommerreifen stattfinden. Das geht am nächsten Donnerstag und ein Mietwagen ist auch verfügbar. Problem gelöst! Schwein gehabt! Am Ende des Jahres wird ein neuer Wagen auf dem Hof stehen und der TÜV kann mich dann wieder …

Ja und das Schwein war ja auch noch da. Den Kopf legte ich in einer Lösung aus Meersalz, Koriander, Lorbeer, Kümmel und Pfeffer ein. Ein wenig wie Pökeln.

Am Samstag war dann der Tag der Schweinskopfsülze! Im Supermarkt erstand ich noch ein paar Fleischknochen die ausgekocht wurden um das schiere Fleisch für die Sülze zu nutzen. In diesem Fond kochte ich auch kurz ein paar eingefrostete Schweinsbäckchen. Der halbe Schweinskopf kam in den größten Bräter mit den Spitzbeinen zusammen. Als es kochte stellte sich heraus, das auch dieser Bräter zu klein war. Der Kopf musste halbiert werden. Ein Küchenbeil zerschmetterte den Kiefer und ein dritter Topf schmorgelte auf dem Herd.  Jetzt kamen die Gewürze wie Salz, Lorbeer, Pfefferkörner, Wacholder in die Töpfe. Der anfängliche Schaum war ja schon abgeschöpft. Wurzelgemüse dazu und nun kochte das Schwein. In der Zwischenzeit wurde Zwiebel gewürfelt und ein Glas saure Gurken zerlegt.

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Dann war es 16 Uhr und es klingelte. Mein Freund mit Sohn waren überpünktlich. Frau zog sich zurück und machte sich einen Bunten im Gästezimmer. Die Herren bevölkerten die Küche. Sohn vom Freund schlug das angebotene Bier nicht aus. Das war neu für mich. Kannte ich den Jungen schon als er Radfahren lernte und jetzt studiert er an der TU Dresden und mag Bier.  Ich bin begeistert.

Na ja, aus dem Schweinskopf wurde Sülze. Zum Abend gab es Würzfleisch und mit Schinken ummantelte Babybells, paniert und gebraten. Dazu Toast und Dinkelbrot mit Avokadochreme. Der Abend endete gegen 1 Uhr, weil der Gin alle war aber  Tonik nicht.

Sonntag trafen wir Freund und Sohn im Speicher in guter Runde, dort bekamen sie eine gute Portion Schweinskopfsülze. Auf den Rest sitze ich und genieße.

9. Kalenderwoche 2017

Eine Woche von der Mann kaum zu schreiben hätte, wenn es das „besondere Vorkommnis“ nicht gegeben hätte. Um die Aufregung besser verstehen zu können, muss ich ein wenig ausholen, denn zur gemeinten Zeit hatte Blog schreiben bei Männes noch keine Bedeutung und somit kann ich nicht auf den Eintrag für das Ereignis verlinken. Auch schreibe ich wohl etwas überspitzt, das sollte vom Leser beachtet werden.

Es geschah im Jahr 2001, an einem ganz normalen Wochentag, als ich arglos von der Arbeit nach Hause kam. Zufrieden vom getanen Arbeitswerk und erwartungsfroh auf meine Frau, nahm ich den Wohnungsschlüssel aus der braunen Lederaktentasche. Noch bevor der Schlüssel im Schloss einrasten konnte, wurde die Tür mit einem überflotten Ruck von innen geöffnet. Im Türrahmen erschien meine Frau und in mir verbreitete sich das wohlige Gefühl des Zuhause seins.

Urplötzlich bemerkte ich eine unsichtbare Wand, die sich in der Türzarge verkeilte und Frau unerreichbar für mich machte. Jetzt erst sah ich den verzerrten Gesichtsausdruck, den man gut mit dem Worten „Gesicht zur Faust geballt“ umschreiben kann. Wie aus dem NICHTS sprudelte ein hilfloser Schrei aus dem Mund meiner besseren Hälfte:

 „Die Waschmaschine ist kaputt!“

Der Tonfall krallte sich mir in den Magen, die darin befindliche Säure schwappte bis zum Zapfen an den Gaumen, meine rechte Hand griff die Türklinke, um die Tür von außen zu verschließen. Bevor das Schloss einrastete, erreichte ein Geistesblitz den rechten Arm, dieser winkelte sich wieder an, womit die Tür wieder offen stand und das Bild auf Frau freigab. Dieser Blitz im völlig ausgehöhlten Schädel signalisierte die Sinnlosigkeit einer Fluchtreaktion. Die Magensäure zog sich zurück und machte Platz für Wut im Bauch, die schnellstens aus dem dunklen Gefängnis meiner Eingeweide flüchten wollte. Sie gab mir keine Zeit den Filter für wohlgeformte Worte vorzuschalten und so sprudelte ein abgehaktes und mürrisches „Lass mich erst mal rein !“aus meinem verzerrten Mund, unterstützt durch eine ruckartige Bewegung des linken Armes in die Richtung meiner Frau, wodurch sie zurück wich und den Weg in die Wohnung frei gab. Endlich in unseren 4 Wänden flog die Jacke an den Haken der Flurgarderobe, die Tasche knallte auf die Fließen und kurz darauf befand ich mich auf dem Balkon, mit einer Zigarette zwischen den Lippen, geschützt durch die geschlossene Tür zum Wohnzimmer.

So langsam beruhigte sich der Blutdruck, das Hirn nahm wieder seinen angestammten Platz ein und begann mit der Fehleranalyse. Was war jetzt zu tun!? Schon ratterten die ersten Gedanken für das angesagte Handeln:

  1. Frau beruhigen
  2. im Keller den Waschautomat begutachten und den Fehler suchen
  3. Entscheidung ob Reparatur oder gleich ein Neukauf das Richtige ist
  4. Entscheidung umsetzen

Kurz darauf war klar, wir brauchen neue Geräte. Und weil ich solche Aktionen nicht so schnell wieder erleben möchte, kauften wir Geräte die nach dem Hersteller gut 20 Jahre laufen sollen. Ein goldrichtiger Entschluss!

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Am ersten Sonntag im Frühlingsmonat März 2017, also 16 Jahre nach dem historischem Waschmaschinenentschluss, kam ich gegen Mittag von einem Kurzbesuch bei meinem Freund nach Hause zurück. Ich wollte den Fehlkauf einer Glasplatte beim Freund abladen, der nach kurzem Passversuch in der Küche abgewunken hat. Das Chaos dieser Küche beachtete ich nur am Rande.  Die Glasplatte sollte daraufhin im Keller geparkt werden. Dort mit dem Teil angekommen, brauchte ich keine Tür aufzuschließen, das Licht brannte schon und meine Frau stand in der mir noch wohlbekannten Haltung, mit Gesicht wie Faust … na Ihr wisst schon …! Wieder zuckte ein Blitz durch meine Glieder, die Bilder von 2001 flimmerten vor dem geistigen Auge. Die Maschine hatte fertig gewaschen und geschleudert und nun wollte sie die frischen Sachen heraus nehmen. Doch das Bullauge wollte nicht aufgehen. Also räumten wir die Maschinen frei, die Kabel und die Sicherung wurden geprüft, ohne negatives Ergebnis. Da kann man eben nichts machen. Via Internet orderte ich einen Servicemensch für den nächsten Tag, dann wollte ich das Gejammer wegen der gewaschenen Klamotten, die vielleicht schimmeln könnten, beenden.

Wir fuhren in die Stadt um neue Luft zu tanken und die Anfrage des Freundes auf ein Gläschen Wein mit Schwatz am Sonntag wahrzunehmen. Natürlich wurde das Thema Waschmaschine sofort erörtert, damit danach andere Themen behandelt werden können. Schlusswort hielt G. mit einer lapidaren Bemerkung über die Erziehungsmethoden gegenüber seiner Waschmaschine. „Wenn das Ding mal nicht aufgehen will, drück ich ihr mein Knie gegen das Bullauge. Dann macht sie von allein auf!“

Der Nachmittag hatte dann andere prickelndere Themen. Am frühen Abend erreichten wir unser Zuhause. Der erste Gang war ein Besuch im Keller und die Frage … ob die Maschine sich nun ein bekommen hat?  Und siehe da, die Tür ging auf! Wie war sie froh! So froh, das war schon nicht mehr auszuhalten!

Der Servicemann kam am Tag danach punkt 15:00 Uhr, reinigte die Maschine, las mittels Sensor und Laptop das Fehlerprotokoll aus, es war leer. Sein Fazit: die Maschine läuft nach 16 Jahren noch, als wenn sie neu wäre.

Was also hat diese Frau für Probleme mit Waschmaschinen??? Ich werde als Alternative ein Waschbrett auf dem Flohmarkt kaufen.

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