Jetzt ist die erste Kalenderwoche …

in 2018 schon Vergangenheit. Die Zeit, vom Mensch gemacht, scheint zu rasen. Stimmt aber nicht! Das machen wir selbst. Wir nehmen uns viel zu selten die „Zeit“ zur Ruhe zu kommen.

Endlich sind die Feiertage vorbei und die Tage werden wieder länger. Aber noch nichts ist wie es war. Wir haben jetzt das Jahr 2018 … als Kind hätte ich nicht so weit denken können.

Jetzt ist Realität was undenkbar war.

Der alte Sack lebt immer noch.

 

 

Advertisements

Der gemeine Rechenschieber

Wer kennt ihn noch den Rechenstab aus der Schulzeit?

„Ein Rechenschieber oder Rechenstab ist ein analoges Rechenhilfsmittel (auch Analogrechner genannt) zur mechanisch-grafischen Durchführung von Grundrechenarten, vorzugsweise der Multiplikation und Division. Je nach Ausführung können auch komplexere Rechenoperationen (unter anderem Wurzel, Quadrat, Logarithmus und trigonometrische Funktionen oder parametrisierte Umrechnungen) ausgeführt werden.

Das Prinzip eines Rechenschiebers besteht in der grafischen Addition oder Subtraktion von Strecken, die sich als logarithmische Skalen auf dem festen und dem beweglichen Teil des Rechenschiebers befinden. Bis zur weiten Verbreitung des Taschenrechners, die in den 1970er Jahren begann, waren Rechenschieber für viele Berechnungen in Schule, Wissenschaft und Technik unentbehrlich.“ Zitat aus

Der ist mir heute beim Suchen nach einem Weihnachtsstern in die Hände gefallen. Es ist der Rechenschieber meiner Frau. Selbst hatte ich einen aus Aluminium und so gut erhalten wäre mein Rechenstab nicht. Denn ich habe damals viel damit gerechnet.

Selbst in den 80er Jahren, als der Taschenrechner in Mode kam, rechnete ich noch mit dem Rechenschieber. Heute lief mir ein kleiner Schauer beim Finden den Rücken runter.

Ein melodischer Abend

Der Hallesche Jazzer Conny Bauer ist ein Meister der melodischen Improvisation auf der Posaune und dem Publikum des neuen theaters sicher nicht erst durch sein Mitwirken bei der »Stunde der Komödianten« ein Begriff. Nun feiert er einen runden Geburtstag mit einem Konzert bei uns. »Der gelbe Klang« ist inspiriert von der Experimentierfreude und Modernität Wassily Kandinskys, der seinem ersten Bühnenwerk diesen Titel gab. Conny Bauers gleichnamige CD erreichte einen Platz auf der Bestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie »Grenzgänge«.

Zitat: https://www.halle365.de/veranstaltung/der-gelbe-klang-neue-improvisationen?time=2017-07-04T19%3A30%3A00

Conny Bauer feierte heute seinen 74. Geburtstag mit uns. Zweimal 45 Minuten bließ er die Posaune mit Power die einem 30 jährigen Ehre machen würde.

Heute hatte ich wieder mal so einen kulturellen Tag in Halle /Saale, wie ich es mag. Der Kalk rieselt vom Kopf, ein herrliches, freies Gefühl nimmt Besitz in mir und die Leichtigkeit kommt so langsam in mein Hirn.

Ich möchte noch viele solche Tage haben!

 

Ich war neunzehn… oder die 16. Kalenderwoche ist mir schnuppe.

Es gibt einen Film mit den Titel „Ich war neunzehn„. Darin spielt der heute ins Alter und auch in den Speck gekommene Jaecki Schwarz (Sputnik) die Hauptrolle. Diesen Film werden ich wohl nie vergessen. Doch darum geht es mir heute nicht.

Heute ist der Tag vor dem „Tag der Arbeit“. 😉 Walpurgisnacht … wenn es Nacht ist. Maifeuer lodern auf. Die Freude auf den Sommer bricht durch.

Bei mir kommen Gedanken  über den Tag vor 40 Jahren auf.  Ich war neunzehn und hatte den Einberufungsbefehl für den 3. Mai in der Hosentasche. Nicht gerade prickelnd. Damals gab es noch die Wehrpflicht. Bei der Musterung wurde ich als motorisierter Schütze (Infanterie oder Kanonenfutter) eingestuft. Tatsächlich kam ich für 3 Jahre an die Grenze. Doch dass war alles ein paar Tage später.

Für den 30. April 1977 hatten wir eine Fete geplant. Mein Freund feierte seine 18. Geburtstag, seine Schwester ihre Verlobung mit einen polnischen Mann und ich meinen Abschied vom zivilen Leben. Alles sollte in der Wohnung des Freundes, der damals noch bei seiner Mutter wohnte, ablaufen. Schon Wochen zuvor planten wir, wer was besorgt und wer eingeladen wird. Alles Leute die ich schon kannte. Pitti (der Spitzname von dem damaligen Freund) setzte eine Woche vor dem Termin noch seine Lieblingscousine auf die Einladungsliste. Ich kannte sie nicht und brauchte Informationen.

Er: Lieb, hübsch anzusehen. blond und siebzehn.

Ich: Na dann … ist sie den Abend meine!

Pitti winkte ab, nie und nimmer! Du wirst abblitzen, da wette ich einen Kasten Bier drauf!

Und dieser Kasten Bier steht immer noch zwischen uns. Seine Lieblingscousine hat mich zwar etwas zappeln lassen, doch Männe bekommt was er wirklich will. (Ich weiß … das ist die Machonummer, die kommt bei mir immer wieder durch) *lach*

Damals … hatte ich eine „Sturmfreie Bude“ und sie kam nicht mit zu mir. Das konnte ich nicht verstehen und DAS machte mich kämpferisch. Der Kampf hat sich gelohnt.

P1110563

So … und nun lehne ich mich zurück, rauche eine Zigarre, trinke einen grünen Veltliner und heute Abend gehe ich mit meiner Frau auf den Domplatz und lasse die Hexen fliegen.

6. Kalenderwoche 2017 oder die Geschichte um die Soßenkelle

Ich hole ein wenig aus, denn diese skurrile Geschichte, in der eine Kelle im Mittelpunkt steht, kann nur aus dem Wissen der Historie nach empfunden werden.

Vor einigen Jahren wurde es in unserer Ehe einmal Zeit ein wenig Abstand zum Partner zu gewinnen. Es war die Neufindung nach einem langen erfolgreichen Zusammenleben. Die Zeit in der das Kind nicht mehr das wichtigste Ziel der Umsorgung ist.

Ich suchte mir sehr erfolgreich und zeitnah eine möblierte 2 Raum-Wohnung, nahm mein wichtigstes Hab und Gut mit und das ist nicht viel bei einem Mann, packte etwas Geschirr und was man noch so braucht ein und verschwand. Das Projekt war für ein Jahr geplant, nicht ohne um die Gefahren zu wissen, welche dabei für eine Ehe aufziehen könnte.

Ich nehme mal den Ausgang gleich vorweg, weil meine Ehebeziehung nicht das vorherrschende Thema ist. Nach einem Jahr zogen wir wieder zusammen, die kleine, schnucklige Wohnung gab ich wieder auf.

Beim Packen meiner Sachen und der Gerätschaften denkt man nur an das Naheliegende. Später ging ich nun mit mir allein, eines meiner Hobbys nach. Ich konnte ungestört kochen was mein Herz begehrte. In einer kleinen Küche, eine Flasche Wein, gutem Fleisch und leckerem Gemüse, kann man mich getrost abstellen, ohne Befürchtungen haben zu müssen, dass der Bub Blödsinn ausheckt. 😉

Nun musste ich jedoch feststellen, was in meiner Küche fehlte. Unter anderen fehlte eine Soßenkelle. Ich kaufte mir eine Wandleiste, an der ich besagte fehlende und gefundene Soßenkelle gleich neben einem Sieb, Flaschenöffner und einer Knoblauchpresse hing. Die Kelle war nicht schön, dafür jedoch gerade in der richtigen Größe, um sie auch für den Rumtopf nutzen zu können. Einen von unseren 2 Rumtöpfen habe ich natürlich mit genommen. Mit der Zeit mochte ich diese besagte Soßenkelle mehr als die Knoblauchpresse.

Als dann die Zeit gekommen war, den schicken, kleinen Hausstand wieder aufzulösen, verkaufte ich die Möbel, nahm jedoch die kleinen Helfer in der angenehm, einsamen Zeit mit in unseren gemeinsamen Hausstand. Einiges hatten wir nun doppelt.

Die kleine, mir lieb gewonnene Soßenkelle, eroberte mit der Zeit auch das Herz meiner Frau und die aufflackernde kurze Eifersucht in mir, schlug ich beherzt in die Flucht und rettete damit den Küchenfrieden.

In dieser 6. Kalenderwoche ist alles anders als sonst. Mutter wohnt bei uns seit etwa 1 1/2 Wochen zu Besuch. Am Freitag holte sie einen prächtigen Karpfen vom Fischhändler ab, den sie vorsorglich bestellte. Ich esse gern Fisch, nicht so meine Frau. Karpfen hatte ich schon lange nicht mehr gegessen, denn solch großer Fisch ist zu viel für einen  Mann.  Jetzt wo Mutter da ist, konnte ich mir den Fisch wünschen.

Sie zerlegte den Fisch in Filets und den Kopf samt Gerippe und Flossen wanderten in den Topf mit Gemüse, für eine Fischsuppe. Die Filets wurden gekocht und in Gelee eingelegt. Die kleine Schwester ging ihr wohl zur Hand. Sie wohnt nebenan. Unsere Wohnung stinkte nach Fisch als ich nach Hause kam. Und so mag ich es. 🙂 Fisch ist toll!!!!

Zurück zum Thema. Am Freitagabend kam die kleine Schwester mit ihrem Freund zu Besuch. Ich versuchte natürlich meinen unverwechselbaren Rumtopf an den Mann zu bringen, was mir auch gelang. Am nächsten Morgen vermeldete er mir auch beste Erfolge, da das Getränk samt Vitamine keine Kopfschmerzen  verbreitet hat. Ich wusste es natürlich, denn die Zutaten sind einfach toll.

Am Samstag kam dann der Urknall! Gegen Nachmittag schaute ich in der Küche das Gestell mit den Töpfen, Tellern und Kellen an.

Meine Soßenkelle fehlt!!!!!  Ich fasse es nicht!!!!

Diese Beobachtung teilte ich sofort meiner besseren Hälfte mit und erkannte die gleiche Panik in ihren Augen! Kurz flackerte meine Eifersucht wieder auf, dann gewann das gemeine Gefühl der Sorge um die wunderbare Soßenkelle die Übermacht.

Wir  durchsuchten die Spülmaschine, die Töpfe, den Herd und alles was uns sonst noch in den Kopf gekommen ist. Nichts!

Als Sirode das Esszimmer durchsuchen wollte kam ein Geistesblitz über mich.  Ich hörte meinen Vater sagen, „In einem hohlen Kopf leuchtet ein Geistesblitz am hellsten!“ Er schaut von oben auf uns und lacht sich wahrscheinlich einen Ast.

Dieser Geistesblitz zeigte mir den Rumtopf. Am Freitag, der Freund meiner Schwester, sein Rumtopf, meine Kelle! Sie war versenkt in dem edelsten Getränk des Jahres!

Wir waren mit einem Mal entspannt und so glücklich.

Ich liebe die Harmonie, den Rumtopf, Sirode und die Soßenkelle. Oder vielleicht auch in einer anderen Reihenfolge.

So viel mehr ist in der 6. Kalenderwoche nicht passiert. Ein böser Zahnarzt, ein langweiliges Büro in der Ferienzeit, leere Arbeitszimmer wegen einer Grippewelle, Freunde denen es zur Zeit gesundheitlich nicht gut geht und Zeit für das Ausprobieren neuer Rezepte.

Mir geht es gut.

5. Kalenderwoche 2017

Wir sind im Februar. Das Gefühl der Zeitflucht lässt nicht nach. Das liegt wohl an mir selbst. Jetzt und hier genießen, vergesse ich zu oft. Immer denke ich alles im Griff haben zu müssen, das ist ein Antrieb der aus der Tiefe kommt. Nicht aufzuhalten.

Gestern war noch 2016. Weihnachten, Jahreswechsel, das Jahr vor der „60“ hat angeklopft. Gestern war ich noch der Lausbub um die Ecke.  Ist irgend etwas anders geworden? Nicht das ich wüßte.

Zur Zeit sitze ich im Büro und mache die Planung für das laufende Jahr. Ich habe meinen Spaß daran, wie jedes Jahr, die Kontrolle lässt grüßen. Denn ist der Plan auch gut gelungen, wir ändern auch die Änderungen.

p1090813

Am Morgen grüßt schon die Sonne am Horizont und jetzt da Lichtmess schon vorbei ist, kommt das Licht von Tag zu Tag früher und länger zu uns.

„Das Tageslicht soll gegenüber dem Zeitpunkt der Wintersonnwende, also der längsten Nacht, „an Weihnachten um einen Hahnentritt, an Neujahr um einen Männerschritt, an Dreikönig um einen Hirschensprung und an Lichtmess um eine ganze Stund’“ länger sein.“

Jedenfalls traut sich der Eiermann wieder an das Licht auf dem Markt und die Zeit der „kleinen Eier“ ist nun zu Ende.

Ich bemerke bei meine Tipselei, das es zur Zeit nichts Bemerkenswertes zu schreiben gibt. Und wenn ich so im Archiv des Februar 2016 stöbere, dann finde ich dort auch keine gewichtigen Einträge. Wenn man mal von den Schnürsenkeln oder einem neuen RC-Car absieht.

Diese beiden Bilder zeigen die ehemalige Blumenthal-Kaserne in Erfurt, frisch herausgeputzt für die Thüringer Landesfinanzdirektion, an der mein sonntäglicher Morgenspaziergang vorbei ging. Der Exerzierplatz ist jetzt mit einer gepflegten Rasennabe belegt.

Am Sonntag war es wieder mal soweit. Der Besuch meiner Mutter brachte uns in ehemalige Wohnorte meiner Kindheit. Leutenberg war angesagt. Ein wunderschöner, eingeschlafener Ort an der Grenze der ehemaligen Ostzone Deutschlands.  Noch kein Grenzgebiet.

Dort wohnten wir von 1967 bis 1969. Dort ging ich in die 4 und 5. Klasse. Und weil wir dahin wenigstens einmal im Jahr hin fahren, auch weil wir dort 1979 unsere Flitterwochen verbrachten, kenne ich mich in Leutenberg einigermaßen gut aus. Das ist so wie eine Puppenstube. Eine kleine Landstadt, wo Jeder Jeden kennt. Mich natürlich nicht mehr. Es verändert sich in dem Ort kaum etwas. Alles wird älter und so einige Häuser stehen dem Verfall anheim.

Wir haben in der Garküche  zu Mittag gegessen. Dort bekommt man gute Thüringer Klöße, in altguter und schmackhafter Qualität. Regionales Gemüse und Lammkeule die auf der Zunge zergeht.  Die Menschen kennen sich dort und reden mit dem Koch über die anzurichtenden Gerichte. Das hat mir gut gefallen. Wenn ich dort aufgewachsen wäre, würde ich mich auch wohl fühlen.

Eine Reise in die Vergangenheit.